Mahnwache für Fukushima macht nachdenklich

Mosbach. (gp) Zur Mahnwache am zweiten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima fanden sich am 11. März in Mosbach am Kirchplatz eine Reihe von Menschen ein, die ihr Mitgefühl für die Betroffenen in Japan ausdrücken und der Forderung nach einem schnellen Ausstieg aus der Atomenergie Nachdruck verleihen wollten. Aufgerufen hatten die Initiative AtomErbe Obrigheim und der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen. Aus dem Kreis der Teilnehmenden wurde auf Medienberichte hingewiesen, in denen eine Zahl von 315.000 Menschen genannt wird, die immer noch in provisorischen Unterkünften leben. Fast 60.000 von ihnen stammten aus der Region Fukushima und könnten nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die radioaktive Strahlung sei in vielen Bereichen immer noch stärker als für die „Normalbevölkerung“ zugelassen, auch in bewohnten Gebieten. Es werde zwar versucht, verseuchte Erde zu entfernen, aber dann müsse sie irgendwo ungeschützt gelagert werden, da es bisher keine Zwischenlager dafür gebe. Inzwischen seien auch bei vielen Kindern Knoten und Zysten in der Schilddrüse festgestellt worden, was sehr ungewöhnlich sei.




In der Energiewende wurde die Chance gesehen, schnell von der Atomenergie wegzukommen. Gefordert wurde ein stimmiges Konzept mit verlässlichen und soliden  Rahmenbedingungen, das auch unter Beteiligung der Bevölkerung und dezentral umgesetzt werde. Dabei gehe es nicht nur um Strom, sondern auch um Wärme und Treibstoffe, ebenso um Energieeinsparungen und Effizienz. Die Zeit der Energieriesen, die Stromtrassen brauchen, gehe ihrem Ende entgegen. Intelligente regionale Energieerzeugung nütze der hiesigen Wirtschaft, dem Handwerk und Mittelstand und der Bevölkerung ebenso wie der Umwelt. 

Zum Atomausstieg in Deutschland müsse auch das Abschalten der Urananreicherungsanlage in Gronau gehören, die jedes 10. Brennelement weltweit liefere. In den Wortbeiträgen wurde auf die enge Verbindung zwischen Atomenergie und Atomwaffen hingewiesen, da die Technik zur Herstellung von Atombrennstoff die gleiche sei. Der Abbau von Uran finde zum Beispiel auch in Niger, dem Nachbarstaat von Mali statt. Da es auch in Mali Uranvorkommen gibt, wurde vermutet, dass dies auch einer der Gründe für den dortigen Krieg ist.

Die Teilnehmenden der Mahnwache wünschten sich einen  schnellen Ausstieg aus der Atomwirtschaft. Danach bleibe immer noch das Problem „Wohin mit dem Atommüll?“ 

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