Zukunftsperspektive für Schnapsbrenner gesichert

Branntweinmonopol läuft aus – auch Brenner aus der Region betroffen

Odenwald-Tauber. (pm) Nach rund einem Jahrhundert wird das deutsche Branntweinmonopol aufgehoben – dies hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag beschlossen. Für die rund 200 Klein- und Obstbrenner im Main-Tauber- und im Neckar-Odenwald-Kreis ist dies nicht ohne Folgen: Mit dem verabschiedeten Gesetz entfällt für die Brenner ab 2018 die Möglichkeit, ihren Rohalkohol an den Staat abzugeben und dafür eine Abfindung zu erhalten.

Alois Gerig, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Odenwald-Tauber, bewertet die Gesetzesänderungen dennoch positiv: „Die Klein- und Obstbrenner behalten ihr Brennkontingent von 300 Litern und ihre Destillate unterliegen weiterhin einem ermäßigten Alkoholsteuersatz – damit haben landwirtschaftliche Brennereien auch in unserer Region eine Zukunftsperspektive.“ Der stellvertretende Agrarsprecher der CDU/CSU ist überzeugt, dass Klein- und Obstbrenner auch ohne die Beihilfen aus dem Branntweinmonopol gute Chancen haben, am Markt zu bestehen – beispielsweise durch Selbstvermarktung von hochwertigen Edelbränden und Likören.




Grund für die Abschaffung des 1918 errichteten Branntweinmonopols sind Vorgaben aus Brüssel: Die staatlichen Zahlungen an die landwirtschaftlichen Brennereien stellen nach Auffassung der EU-Kommission eine unerlaubte Beihilfe dar, die den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerrt. „Die Bundesregierung konnte in schwierigen Verhandlungen mit der EU-Kommission erfreulicherweise erreichen, dass das Branntweinmonopol bis Ende 2017 verlängert wurde – so erhalten die Klein- und Obstbrenner mehr Zeit, sich auf das Ende des Monopols einzustellen“, erklärte Alois Gerig.

Für die CDU/CSU ist der Erhalt landwirtschaftlicher Brennereien ein wichtiges Anliegen – auch ohne das Branntweinmonopol aus Kaisers Zeiten. „Deshalb haben wir im Gesetzgebungsverfahren dafür gesorgt, dass sowohl das Brennkontingent als auch die Steuervergünstigung nicht angetastet werden“, betonte Alois Gerig. Die Produktion von Rohalkohol sorgt für Wertschöpfung im ländlichen Raum und ist ein wichtiges Standbein für landwirtschaftliche Betriebe. Durch die Weiterverarbeitung von Obst durch landwirtschaftliche Brennereien werden ökologisch wertvolle Streuobstwiesen erhalten – dies ist ein wichtiger Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft.

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