Viele Ausfälle bei Schlammschlacht am Katzenbuckel

Demografischer Wandel auch auf Stollenreifen

468Buergemeister Markus Haas bei seiner ersten Amtshandlung

Erst wenige Stunden im Amt fällt hier durch Waldbrunns neues Gemeindeoberhaupt Markus Haas nicht nur der Startschuss zum Langstrecken-Marathon über 66 Kilometer, sondern auch der über eine mindestens achtjährige Bürgermeisterkarriere. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Beim diesjährigen Mountainbike-Festival am Katzenbuckel, das am Samstag wieder über 300 Sportler aus ganz Süddeutschland nach Waldbrunn lockte, gab es in diesem Jahr gleich drei Neuerungen. Zwei davon waren geplant.

So war es die erste Amtshandlung des mit überwältigenden 75 Prozent der Stimmen gewählten neuen Bürgermeisters Markus Haas, der morgens um 10 Uhr den Nachwuchs auf die Cross-Country-Rundkurse schickte und später um 13 Uhr auch den Startschuss für die beiden Marathondistanzen abfeuerte. Alle drei Starts, die der Sportler und der des Gemeindeoberhaupts verliefen reibungslos. Weniger reibungslose verliefen jedoch die Rennen.

468 Start Bike Festival Langstrecke

Langstreckensieger Felix Huschle (li.) erwischte zwar einen schlechten Start, bewies aber auf der schweren Strecke das beste Stehvermögen, weshalb er nach 3:05:11,4 Stunden als Sieger über die Ziellinie fuhr. Er distanzierte den Olympiastarter von Atlanta, Ralph Berner um acht Minuten. Dritter wurde Stefan Knopf. (Foto: Hofherr)

Nicht nur, dass jeweils mit dem Startschuss der Himmel seine Schleusen öffnete und kalten Regen auf die Athleten niedergehen ließ, bereits in der Nacht zuvor hatten beispiellose Regenmengen, die Unwetterzentrale des Deutschen Wetterdienstes hatte für die Nacht vor dem Festival sogar eine Warnmeldung herausgegeben, in der von Regenmengen bis zu 35 Liter je Quadratmeter die Rede war, die Strecken in wahre Schlammpisten verwandelt. Die Auswirkungen waren so massiv, dass man erstmals seit Austragung des Marathons, der in diesem Jahr seine siebte Auflage erlebte, auf die neutralisierte Startrunde durch Waldkatzenbach verzichtet werden musste, eine somit erzwungene Neuerung. Ein Wiesenstück, das Teil dieser Entzerrungsrunde ist, war durch den Starkregen überflutet worden, sodass dort mehrere Zentimeter Wasser eine Passage per Fahrrad unmöglich machten.




Auch das Führungsmotorrad kam in diesem Jahr nicht zum Einsatz, waren doch viele Teilstücke des Rundkurses für das motorisierte Zweirad nicht zu bewältigen. An der Starterzahl machte sich das schlechte Wetter ebenfalls bemerkbar. Zwar glänzte der VfR Waldkatzenbach als Ausrichter einmal mehr mit hervorragender Organisation, dennoch hatten zahlreiche Mountainbiker aufgrund der Situation auf einen Start verzichtet. Bei den Startern mussten viele Fahrer den Bedingungen Tribut zollen und das Rennen aufgrund von Defekten an den High-Tech-Bikes vorzeitig beenden. Einen neuen Streckenrekord gab es ebenso wenig zu vermelden, waren die Durchfahrtzeiten doch sehr viel langsamer als in den Vorjahren.

Dennoch gab es am Ende Sieger zu vermelden. Auf der Kurzstrecke über 32 Kilometer siegte Florian Siegler der nach 1:40:54,9 Stunden als erster lizenzfreier Biker über die Ziellinie fuhr, wo einmal mehr Armin Kapell als Streckensprecher die wenigen Zuschauer perfekt informierte. Dominator auf der Kurzstrecke war allerdings Lokalmatador Alessandro Sepp (Team Wheeler-iXs), der mit seiner Fahrzeit von 1:33:16,3 Stunden zwar sieben Minuten schneller war, als Lizenzfahrer aber nicht in die Wertung kam. Auf der Langstrecke siegte Felix Huschle (RSV Staubwolke Haslach), der nach 3:05:11,4 Stunden seinen Sieg bejubeln durfte. Damit war er mehr als 15 Minuten langsamer als der Vorjahressieger. Fast 40 Fahrer beendeten das Langstreckenrennen über 66 Kilometer vorzeitig. 

468Alessandro Sepp dominiert Kurzstrecke

Dominierte die Kurzstrecke – Lokalmatador Alessandro Sepp (vorne), der jedoch als Lizenzfahrer außer Konkurrenz unterwegs war und sein Heimrennen lediglich als Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen nutzte. (Foto: Alex Beck)

Die letzte Neuerung war die Ausrichtung des Marathon als Meisterschaft des Radsportbezirks Rhein-Neckar-Odenwald. Hierbei kamen lediglich Biker in die Wertung, die einem Verein dieser Region angehören. Auf der Langstrecke war Dominik Harzheim (SG Poseidon Eppelheim) schnellster Fahrer und holt sich damit den Bezirksmeistertitel. Einheimische Starter landeten in zwei Altersklassen knapp hinter dem jeweiligen Sieger. Hans-Peter Banspach sicherte sich bei den Senioren I ohne Lizenz ebenso den Vizemeistertitel wie Michael Kochendörfer, der bei den Lizenzfahrern den zweiten Platz belegte. Ansonsten gab es für die hiesigen Starter keine Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

Bereits morgens um 10 Uhr gingen die Nachwuchsbiker auf verschiedene Rundkurse. Von den einstmals qualitativ und quantitativ starken Fahrerfeldern ist man aufgrund des demografischen Wandels weit entfernt. Auch die Stärke der Winterhauchbiker in den Schüler- und Jugendklassen ist inzwischen Geschichte. Lediglich Hanna Banspach feierte in ihrer Altersklasse einen Heimsieg. Paulina Ihrig steuerte in der Jugendklasse einen zweiten Platz bei, während sich die übrigen VfR-Biker trotz starker kämpferischer Leistungen den Konkurrenten geschlagen geben mussten.

Sofern sie es geschafft hatte, unter der Dusche wieder sauber zu werden und den Schlamm aus allen Körperöffnungen zu spülen, stand auch in diesem Jahr das Team des Reha-Zentrums Neckar-Odenwald aus Eberbach bereit, um die müden Fahrer zu massieren. Dies war auch notwendig, durften die Mountainbiker und deren Betreuer sowie die vielen Helfer in Start und Ziel sowie auf der Strecke, darunter auch das Sanitätsteam des DRK Waldbrunn, am Abend bei der Beach-Party im Festzelt ein gelungenes Bike-Festival feiern.  

Sieger Langstrecke

Kaum noch zu erkennen – Langstreckensieger Felix Huschle. (Foto: Alex Beck)

Infos, Ergebnisse, Fotos:

www.mtb-waldkatzenbach.de

www.z-w-3-r-g.de/public/index.php?cat=0&page=1

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