Mord an Antiquitätenhändler ist geklärt

Weitere schwere Straftaten ebenfalls aufgedeckt

Heinz Juergen Biedron

Die mutmaßlichen Mörder von Heinz Jürgen Biedron wurden ermittelt und verhaftet. (Foto: pm)

Unterbalbach/Tauberbischofsheim. Exakt vier Monate nach Ermordung des Antiquitätenhändlers Heinz Jürgen Biedron aus Unterbalbach (NZ berichtete) konnten jetzt die Verantwortlichen der Sonderkommission der Kriminalpolizei Tauberbischofsheim das umfangreiche Aktenwerk an die Staatsanwaltschaft Mosbach weiterleiten. Von dort wird die abschließende Verfügung vorbereitet.

Wie bereits berichtet, wurde der 70-jährige Antiquitätenhändler am 19.12.2012 in seinem Wohnhaus erschlagen aufgefunden. Die damalige Obduktion ergab, dass das Tatopfer mehrere massive Kopfverletzungen erlitten hatte, welche ihm durch ein Beil zugefügt worden waren.

Die Sonderkommission führte nach Entdeckung des Getöteten umfangreiche Ermittlungen in seinem Umfeld. Großangelegte Durchsuchungsaktionen unter Beteiligung der Bereitschaftspolizei sorgten letztlich für die Sicherstellung der Tatwaffe, welche die Täter nach der Tatausführung zwischen Unterbalbach und Edelfingen in einem Gebüsch versteckt hatten.

Im Rahmen einer Durchsuchung am 24.01.2013 in einem Bad Mergentheimer Wohnhaus, in dem sich eine 10-köpfige Familie aus Ungarn aufhielt, wurden zwei Familienmitglieder vorläufig festgenommen und tags darauf durch die Staatsanwaltschaft Mosbach wegen des dringenden Verdachts der Mordes Haftbefehl gegen die beiden Tatverdächtigen erwirkt.

Zwischenzeitlich gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass die beiden Täter im Auftrag einer 61-jährigen Frau, die als Familienoberhaupt fungierte, den in ihren Augen wohlhabenden Antiquitätenhändler aufsuchen sollten, um ihn zu berauben und erforderlichenfalls auch zu töten. Die Ermittlungsergebnisse bestärken den Verdacht, dass beide Täter am 18.12.2012 nach 19.00 Uhr von einem Bekannten aus Würzburg nach Unterbalbach gefahren wurden, wo es dann zu dem schrecklichen Verbrechen kam.




Soweit derzeit bekannt, durchsuchten sie danach das Wohnhaus des Opfers und erbeuteten Bargeld und Schmuckgegenstände, die sie anschließend an das Familienoberhaupt übergeben haben sollen.

Auch gegen die anderweitig bereits aufgrund Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Ellwangen  in Untersuchungshaft befindliche 61-Jährige wurde zwischenzeitlich im Zusammenhang mit der Ermordung des Antiquitätenhändlers Biedron ein weiterer Haftbefehl wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord erwirkt.

Die Ermittlungen der Sonderkommission führten im Übrigen zur Aufdeckung einer Vielzahl weiterer Straftaten.

Bei der Durchsuchung im Wohnhaus der drei Mordverdächtigen wurden zahlreiche Schmuckstücke, Kameras und Mobilfunkgeräte aufgefunden, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Einbrüchen stammten und den rechtmäßigen Eigentümern größtenteils zugeordnet werden konnten. Insoweit besteht der Verdacht, dass die Täter und vermutlich weitere Familienmitglieder für insgesamt neun Wohnungseinbrüche mit einem Gesamtschaden von über 100.000 Euro im Raum Würzburg und Bad Mergentheim verantwortlich sind.

Weiterhin ergaben die Ermittlungen den Verdacht, dass die 61 Jahre alte Frau zudem als Initiatorin und Anstifterin eines schweren sexuellen Missbrauchs zum Nachteil ihrer 13-jährigen Enkelin fungierte. Es war dabei beabsichtigt, durch kompromittierende Bilder einen Mann aus dem Raum Würzburg zu erpressen, der sich wegen dieses Sexualdelikts ebenfalls in Haft befindet und derzeit auf seine Verhandlung vor dem Amtsgericht Würzburg wartet.

Auch konnten drei weitere Ungarn, welche Mitte Januar 2013 kurzfristig bei dieser Familie in Bad Mergentheim gewohnt haben, ermittelt werden. Die drei Männer stehen im Verdacht an einem weiteren Einbruch im bayerischen Riedenheim und an einer räuberischen Erpressung beteiligt gewesen zu sein.

Gegen alle drei wurde noch im Januar 2013 von der Staatsanwaltschaft Ellwangen Haftbefehl erwirkt.

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