Energiebündel und Allroundtalent feiert 90.

Emilie Winter

(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) „Sie kocht noch selbst, und das sehr gut“, schwärmt Schwiegertochter Angelika über Emilie Winter, geb. Schmidt, die am heutigen Freitag in Seckach ihren 90. Geburtstag feiert. Und ganz offensichtlich war die Jubilarin nicht nur absolut sportbegeistert – bis ihr der Arzt wegen starker Osteoporose Turnen, Kegeln, Gymnastik und Schwimmen verbot -, sondern auch ein handwerkliches Allround-Genie, das Teppich und Fliesenlegen genauso perfekt beherrschte wie Tapezieren, Gärtnern, Kochen und Backen.

Geboren wurde das vielseitige Energiebündel am 10. Mai 1923 in Telen, Kreis Brüx (heutige Tschechei) und wie so viele Menschen ihrer Generation musste sie 1946 als Folge des Weltkriegs zusammen mit Ehemann Franz und ihren vier Kindern das heimatliche Weingut verlassen. Eines ihrer Kinder überlebte die Strapazen der Vertreibung nicht und lernte die neue Heimat in Seckach nicht kennen. Aber Emilie Winter ließ sich nicht unterkriegen. Ihr Mann, den sie während des Krieges im Lazarett kennengelernt hatte, brauchte sie ebenso wie die Kinder und Arbeit schien für sie die beste Medizin.




Also fingen sie mit nichts in Seckach an, begannen 1954 mit dem Hausbau und konnten drei Jahre später schließlich einziehen. Während Emilie Winter neben der Hausarbeit zunächst noch im Gemeindewald arbeitet, fand der gelernte Eisenbahner Franz Winter für kurze Zeit in Mannheim bei der Polizei eine Anstellung, bevor er wegen seiner starken Kriegsverletzung vorzeitig in Rente gehen musste. Doch seine Emilie hatte schon dafür gesorgt, dass man im neuen Haus dank großem Garten und kleinem Tierpark praktisch als Selbstversorger leben konnte. Und ihr praktisches Geschick ersparte jede Menge Handwerker.

Seit nunmehr 13 Jahren ist sie Witwe, dennoch strahlt die Jubilarin bis heute unglaubliche Energie, Lebensfreude und Zufriedenheit aus. Sie liest leidenschaftlich gerne, erledigt auch die leichte Hausarbeit noch selbst und lässt es sich nicht nehmen, einmal im Monat die „Altenstube“ zu besuchen. Die Bitte „ich würde mir wünschen, so gesund zu bleiben bis ich sterbe“, sagt viel über ihren liebenswerten Charakter aus.

Ihren Ehrentag feiert sich zusammen mit den drei Kindern und Schwiegerkindern, drei Enkeln und drei Urenkeln, die teilweise extra aus dem Saarland und aus Bad Rappenau anreisen, sowie zahlreichen Freunden und Bekannten. Den guten Wünschen, vor allem für die erbetene Gesundheit, schließt sich unsere Redaktion gerne an. 

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