Waldgemeinschaft in Osterburken auf gutem Weg

Osterburken. (lra) Ziel einer Waldgemeinschaft ist es, eine völlig zersplitterte Kleinstprivatwaldfläche  zusammen zu schließen und so – zum Vorteil der Waldbesitzer – eine flurstücksübergreifende Waldbewirtschaftung zu ermöglichen. Eine derartige Waldgemeinschaft soll auch in Osterburken gegründet werden, wo jetzt im  Römermuseum die beiden Informations- und Beglaubigungstermine für die Neugründung stattfanden.

Insgesamt kamen etwa 140 Waldbesitzer, um sich über den Verfahrensstand zu informieren und die für die Weiterführung des Verfahrens erforderlichen Vollmachten durch Notar Dr. Theisinger beglaubigen zu lassen.

Zunächst gab Forstbetriebsleiter Martin Hochstein einen Überblick über das bisherige Verfahren: Im Dezember 2011 wurden alle Kleinprivatwaldbesitzer in Osterburken mit Ausnahme der Gemarkung Bofsheim angeschrieben und über die geplante Neugründung informiert. Anschließend wurden die Wälder der Zugangsinteressierten durch einen öffentlich bestellten Forstsachverständigen bewertet und die Ergebnisse weiter gegeben. Daraufhin war die endgültige Entscheidung über die Teilnahme an der Waldgemeinschaft gefordert. Aufgrund nicht fristgerechter Rückläufe gab es erste Verzögerungen. Auch die Behandlung der zahlreichen Erbengemeinschaften – die für den Anschluss aufgelöst werden müssen – führte zunächst zu weiteren Verzögerungen.




Wenn jetzt aber alles planmäßig laufe, so Hochstein, wird die neue Waldgemeinschaft eine Fläche von über 90 Hektar bei etwa 170 Miteigentümern mit einem Gesamtwert von 1,1 Millionen Euro umfassen.

Das weitere Verfahren sieht vor, dass jetzt die gewünschten Grundstücksverkäufe und –ankäufe abgewickelt werden. Die Ankaufswünsche mit über 400.000 Euro übersteigen dabei die Verkaufswünsche mit lediglich 150.000 Euro bei weitem. Das bedeutet, dass jeder Ankaufswillige berücksichtigt werden wird, aber nicht in jedem Fall im gewünschten Umfang.

Vermutlich im Sommer wird dann die eigentliche Gründung der Waldgemeinschaft erfolgen, die dank der Vollmachten aller Zugangswilligen ohne großen Aufwand über die Bühne gehen kann. Danach steht die erste konstituierende Sitzung der neuen Waldgemeinschaft an. Oberforstrat Martin Hochstein bat in diesem Zusammenhang um  möglichst zahlreiche Vorschläge zur Besetzung des Vorstands. Der nächste Schritt wird dann die Abwicklung des geplanten Waldtausches zwischen der Stadt Osterburken und der neuen Waldgemeinschaft zu einer grundlegenden Arrondierung der Flächen im beiderseitigen Vorteil sein.

Notar Dr. Theisinger lobte gegen Ende die geplante Miteigentümergemeinschaft: „ Es gibt selten etwas im Leben, das so viele Vorteile und praktisch keine Nachteile mit sich bringt.“ Nach einer kurzen Fragerunde konnten die anwesenden Waldbesitzer ihre Vollmachten beglaubigen lassen. Wenn die wenigen noch fehlenden Vollmachten ebenfalls zeitnah eingehen, kann das langwierige und komplizierte, aber dennoch lohnende Verfahren bald zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden.

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