H-O-T im Dialog mit Umweltminister Altmaier

Bioenergie-Region setzt auf Ausbau der erneuerbaren Wärmeenergie

HOT bei Umweltminister Altmaier

Diskutieren gemeinsam über die regionale Energiewende (v.l.n.r.): Bundestagsabgeordneter Alois Gerig, Bundesumweltminister Peter Altmaier und H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. (Foto: pm)

Berlin. (pm) Die Aktivitäten in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) werden in der Bundeshauptstadt Berlin auch weiterhin mit großem Interesse verfolgt. Bundesumweltminister Peter Altmaier ließ sich Anfang dieser Woche sogar persönlich über die Fortschritte in der Modellregion berichten. Das Gespräch fand unter Vermittlung des Bundestagsabgeordneten und H-O-T Aufsichtsratsmitglied Alois Gerig statt. Im Mittelpunkt stand dabei das Projekt restmüllfreie Abfallwirtschaft, das im Neckar-Odenwald-Kreis seit kurzem auf die zweite Gemeinde ausgeweitet wurde.

Das Pilotprojekt zur restmüllfreien Abfallwirtschaft sieht die Erfassung des bisherigen Restmülls über zwei Wertstofftonnen vor, eine „grüne“ Bioenergietonne und eine „gelbe“ trockene Wertstofftonne. Ziel des Pilotprojekts ist es, sämtliche Abfälle einer Verwertung zuzuführen. Die Erfahrungen mit dem neuen System sollen jetzt mit der Arbeitsebene des Ministeriums erörtert werden. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) erhofft sich Impulse für die energetische Verwertung von biogenen Reststoffen zu setzen, die von der H-O-T Region auf andere Regionen in Deutschland übertragen werden können.




Bereits im Februar 2013 besuchte der Minister die Modellregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber um sich selbst ein Bild über die innovativen Ansätze vor Ort zu machen. Dabei lobte der Besucher aus Berlin besonders das ehrenamtliche Engagement bei der Gestaltung der Energiewende. Ziel der gemeinsamen Gespräche ist es auch, die Modellregion H-O-T weiter zu stärken. Herausragendes Engagement bewies beispielweise der Gärtnermeister im Ruhestand und Energiepflanzenpionier Dr. Richard Schreiber aus Unterbalbach mit seinen Bemühungen um die Energiepflanze „Durchwachsene Silphie“, oder auch die energieautarken Bioenergiedörfer im Hohenlohekreis, die mit großem bürgerschaftlichem Engagement realisiert wurden.

Bei der inhaltlichen Arbeit konzentriert sich die Bioenergie-Region H-O-T auch weiterhin auf den Aufbau einer erneuerbaren Wärmeversorgung in der Region, in Kombination mit Energieeinsparungs- und Energieeffizienzmaßnahmen. Geplant ist es, hierfür noch in diesem Jahr eine große Informationskampagne zu starten. Zur Vorbereitung laufen in Berlin aktuell Gespräche mit  der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Unser großes Ziel ist es, Öl, Gas und Kohle mit Erneuerbaren Energien zu ersetzen“, so H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. Denn, rund zwei Drittel der in Deutschland benötigten Energie ist Wärmeenergie. Gerade vor diesem Hintergrund wolle die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber sich nicht an dem bisher unkontrollierten Ausbau der Ökostromproduktion in Deutschland beteiligen.

Infos im Internet:

www.bioenergie-hot.de

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen:

2 Kommentare

  1. „… unkontrollierten Ausbau der Ökostromproduktion …“

    in allen andereren wirtschaftszweigen haben solcherlei yuppies aber nichts gegen die freiheit der unternehmen, nur bei der dezentralen energieproduktion durch v.a. kleinunternehmer hat man kein problem mit planwirtschaft à la DDR?

    kleines beispiel gefällig? was sagen die herren denn dazu, wenn staatlich subventionierte lohnsklaven per werkvertrag eingesetzt werden zur ebenso unkontrollierten verseuchung der umwelt mit co2-monstern namens s-klasse? die noch dazu ohne tempolimit unser aller leben gefährden?

  2. Schade, dass der Geschäftsführer der Bioenergieregion von „bisher unkontrolliertem Ausbau der Ökostromproduktion“ spricht. Schade, weil wir im Neckar-Odenwald-Kreis seit Jahren Spitzenreiter in der Landesliga der Erneuerbaren sind und dies auch bleiben wollen. Und schade, weil die Wertschöpfung und die Zukunftsperspektive, die die Erneuerbaren gerade für den ländlichen Raum bringen, damit hintertrieben werden und es Investoren verschreckt. Natürlich braucht es neben der Neugestaltung des Wärmeenergiemarktes weiterhin den Ausbau der Erneuerbaren im Strombereich. Nicht nur Kohle-, sondern auch Atomstrom sind immer noch Realität, Herr Damm. Und natürlich muss auch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) von 2001 weiterentwickelt werden. Seit Jahren regiert zwar die CDU im Bund, aber außer den Ausnahmeregelungen für die Industrie, von MdB Alois Gerig mitgetragen, ist bisher kaum etwas passiert. Ein Trauerspiel auch, wenn MdL Peter Hauk die Einspeisevergütung im EEG als „Planwirtschaft“ bezeichnet und fordert, sie müsse auf Null zurückgefahren werden (RNZ vom 17.5.). Gerade so, als gebe es für Atom- und Kohlestrom keine direkten und versteckten Subventionen. Ob als privater Stromkunde, ob als Land-, bzw. Energiewirt, als Betreiber einer Solar-Anlage, als Gesellschafter von Energiegenossenschaften und Windanlagen, oder als kommunale Stadtwerke: Die Energiewende ist längst ein Bürger-Projekt. Bei der CDU hat man das offensichtlich noch immer nicht verstanden.

    Hans-Detlef Ott, Kreisvorstand und Bundestagskandidat B`90/DIE GRÜNEN

Kommentare sind deaktiviert.