Blutbuche aus Bad Muskau in Mosbach

Blutbuche

(Foto: LRA)

Mosbach. (lra) Botanisch heißt sie fagus sylvatica purpurea und bekannt ist sie als Blutbuche, abgeleitet von den im Frühling rotgefärbten Blätter. Ein schönes Exemplar dieser Gattung steht vor dem neuen Hauptgebäude des Landratsamtes in der Neckarelzer Straße, wo das Bäumchen jetzt – nachdem es aus Vegetationsgründen schon vor ein paar Wochen eingesetzt worden war – nun hochoffiziell zwar nicht mehr gepflanzt, aber immerhin noch einmal begossen wurde. Denn die Blutbuche ist mitnichten ein reines Zierobjekt; sie steht als Symbol für die Partnerschaft mit dem Landkreis Görlitz.

Von dort stammt das Bäumchen auch. Es ist der Ableger einer im Jahre 1826 durch Fürst Pückler gepflanzten Blutbuche aus dem berühmten Fürst Pückler Park in Bad Muskau, einem Weltkulturerbe der UNESCO und ein Geschenk vom dortigen Landrat Bernd Lange. Der war eigens angereist zur symbolischen Pflanzung von „Hans Joachim“ – alle Ableger des Bad Muskauer Baumes erhalten nämlich laut dortigem Parkmeister „gute, alte deutsche Vornamen“.

Das Trompetenensemble der Musikschule Mosbach unter der Leitung von Werner Engelhardt umrahmte die Feierstunde vor dem Landratsamtsgebäude, zu der neben zahlreichen Kreisrätinnen und Kreisräten und Georg Nelius, MdL auch etliche Fachbereichsleiter des Landratsamtes sowie Carolin Schreck, die zu Besuch in ihrer Heimat Haßmersheim weilende Vizepräsidentin der Landesdirektion Dresden, gekommen waren.




Landrat Dr. Achim Brötel begrüßte die Gäste und nahm Bezug auf die „unvergessene Aktion unserer beiden Kunstvereine“. 2010 hatten der Oberlausitzer Kunstverein und der Kunstverein Neckar-Odenwald unter dem beziehungsreichen Motto „zusammen wachsen – zusammenwachsen“ eine gemeinsame Ausstellung initiiert. „Diese wirklich ganz ausgezeichnete Aktion hat letztlich den Anstoß für diese Baumpflanzung gegeben“, erklärte der Landrat, der dabei auch den ebenfalls anwesenden Vorsitzenden des Kunstvereins, Werner Zeh, begrüßte: „Denn so wie das genannte Motto bei den Kunstvereinen zwischenzeitlich reiche Frucht getragen hat, so soll auch die Bad Muskauer Blutbuche in der Odenwälder Erde zu einem großen, starken Baum heranwachsen und damit zum Symbol werden für die immer weiter wachsende Freundschaft mit dem Landkreis Görlitz.“

Dr. Brötel ging in der Folge auf Einzelheiten des neuen Landratsamtsgebäudes ein, das am 28. Juni im Beisein von Innenminister Reinhold Gall offiziell eingeweiht werden wird. Zum großen Tag der offenen Tür  zwei Tage später, am Sonntag, 30. Juni, lud der Landrat schon jetzt alle Anwesenden ein, bevor er das Wort an seinen Kollegen aus Görlitz, Bernd Lange, übergab. Der bekannte, bis vor fünf Jahren Mosbach überhaupt nicht gekannt zu haben: „Und so geht es vielen hier, wenn die Rede von der Oberlausitz ist.“ Deshalb unterstütze er alle Aktionen, die beiden Seiten dazu brächten, sich kennen zu lernen und zusammen zu rücken. „Verbundenheit auf europäischer und auch auf nationaler Ebene ist wichtiger denn je. Wir müssen Verständnis füreinander entwickeln, und das geht nur, wenn wir uns und die Situation der anderen kennen lernen“, so Bernd Lange:  „Zusammen wachsen – zusammenwachsen ist nicht nur das Motto unserer Partnerschaft, sondern sollte ein ganz wichtiges gesamtdeutsches Thema sein.“

Mosbachs Bürgermeister Michael Keilbach stimmte dem Görlitzer Landrat uneingeschränkt zu und betonte: „Mit Hans Joachim werden wir alle gewinnen.“ Der wachsende Baum jedenfalls sei ein sehr schönes Symbol für den „kontinuierlichen Prozess des Zusammenwachsens“. 

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