Kulinarische Weinprobe müsste man erfinden

Weinprobe

(Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Gäbe es die Kulinarische Weinprobe des Gesangverein „Frohsinn 1842“ noch nicht, dann müsste man sie glatt erfinden. Dieser Genuss-Event ist so einmalig, weil es eines ganz besonderen Teams bedarf, das sich mit Freude und Begeisterung der jährlichen Herausforderung stellt, für zehn ganz besondere Tropfen ebenso viele ungewöhnliche Gourmet-Snacks zu kreieren, die in perfekter Genuss-Kombination als Balsam für Leib und Seele dienen. Dieses Dreamteam von Becksteiner Winzern in Kooperation mit Freddy und Hildegard Plattek, Renate Schäfer und Ulrike Hekler in der Küche gibt es aber nur beim Gesangverein im Herzen von Mudau.

Darum war es für die 110 Gäste in der „ausverkauften“ Sängerlaube mit den edel gedeckten Tischen ein Leichtes, der Aufforderung des Vorsitzenden Wolfgang Radauscher „Erleben Sie mit allen Sinnen, was die Becksteiner und der Gesangverein an unglaublichen Geschmacksexplosionen zu bieten haben“, nachzukommen. Vor allem hatten sie dabei in Silvia Vögtlin von den Becksteiner Winzern und Uwe Lenz für die Sängerlauben-Küche ein hundertprozentig zuverlässiges „Geschmacks-Navi-Duo“. Während ausschließlich das Entrée mit Schwarzriesling rosé Sekt trocken zu Erdbeerspießchen sich zwar harmonisch und perfekt, aber auch traditionell präsentierten, und der Kerner Sekt trocken zweifellos im Erdbeersüppchen mit erfrischendem Basilikum-Limonen-Sorbet seinen einzigartigen Geschmackpartner gefunden hatte, waren die übrigen Gänge doch als interessante Schulung für den Gaumen zu betrachten. Es wurden jeweils zwei Weine zu zwei kleinen Gerichten serviert und dann ging der Gesprächsstoff nicht mehr aus. Passt nun das zarte Aroma von feinem Muskatton, feiner Finesse und fruchtiger Säure des unkomplizierten Müller-Thurgau Rivaner Kabinett feinherb besser zum Feigen-Nuss-Röllchen mit Entenbrust und Ananas-Salsa oder zum Zucchini-Pflaumen-Päckchen, das dann doch den besseren Partner im Riesling Kabinett feinherb mit seinen feinen mineralischen Düften, leichter Würze, verhaltenem Pfirsichduft und reifer Fruchtsäure fand.




Als spannend und ungewöhnlich, aber ebenso einmalig stellte sich die Kombination von Lachstatar mit zweierlei Spargelmousse und Kartoffelchip zu einem Weißen Burgunder Kabinett trocken und seinen würzigen und gelbfleischigen Fruchtaromen, dem eichen Schmelz mit lebendiger Säure heraus. Dagegen harmonierte der grüne Spargelspieß mit Bündner Fleisch zum gehaltvoll schmelzigen Chardonnay Kabinett trocken mit seinem zarten Duft von Melonen. Als ganz besondere Highlights entpuppten sich eine Chardonnay Spätlese trocken und im Barrique ausgebaut zu Erbsen-Wasabi-Süppchen mit Karotten Esuma und Knusper-Garnele und die Spätburgunder Spätlese trocken und im Barrique ausgebaut zu dem fantasievollen Tabak-Schokoladenmousse mit Whiskey-Sour-Granite. Während die Spätburgunder Spätlese trocken ohne Barrique das Entrecote auf Zitronengras mit Thai-Mayonnaise und die Grauburgunder Spätlese trocken die Tafelspitz-Terrine mit Krauter-Vinaigrette zu einem Geschmackserlebnis machten. Abgerundet wurde das feudale Mal nach nahezu fünf Stunden noch einmal durch einen Chardonnay, aber dieses Mal eine Auslese edelsüß, die zum Roqufort-Sekt-Süppchen ebenso glänzte wie zum „Mousse au Handkäs“ mit Karamellnüssen.

Nachdem Geschmack, Geruch und Auge durch die kulinarischen Genüsse in Höchstleistung versetzt worden waren, konnte das Gehör sich neben den Erläuterungen zu Speis und Trank vor allem an den musikalischen „Zwischengängen“ erfreuen, die die singenden Garcons vom „Frohsinn 1842“ unter Dirigent Gerhard Bönig in Form von schwungvollen Zechliedern servierten.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: