Bürgermeister-Check Höpfingen – Mit welchem Geld?

Buergermeister Check Hoepfingen

Wer herrscht künftig „über“ Höpfingen? Erhält Amtsinhaber Ehrenfried Scheuermann (li.) erneut das Vertrauen der Höpfinger? Oder wird Herausforderer Adalbert Hauck (re.) neues Gemeindeoberhaupt des 3.084 Einwohner großen „Quetsche“-Dorfs. Auf keinen Fall ins Rathaus einziehen will Nein-Sager Michael Eckhardt, der den Wähler lediglich die Möglichkeit bieten will, die anderen Kandidaten abzulehnen. (Luftbild Höpfingen: Fritz Geller-Grimm/CC-BY-SA 3.0/Kandidatenfotos: privat)

Höpfingen. Am 16. Juni wählen die Bürger der laut Zensus 2011 aktuell 3.084 Einwohner großen Gemeinde Höpfingen ihren Bürgermeister. Zur Wahl stehen der 61-jährige Amtsinhaber Ehrenfried Scheuermann, der seit 24 Jahren die Geschicke des „Quetsche“-Dorfs leitet, sowie der 46-jährige Konrektor Adalbert Hauck. Eine Nein-Alternative will Michael Eckhardt (47) bieten, der im Falle einer Mehrheit die Wahl nicht annehmen will.  Sollte im ersten Wahlgang kein Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit erreichen, müssen die Wahlberechtigen am 30. Juni ein weiteres Mal an die Urne.

Damit sich die Wählerinnen und Wähler ein Bild von den jeweiligen Person und deren Positionen machen können, haben wir einen Fragenkatalog entwickelt, mit dem wir alle potenziellen Rathauschefs einem Bürgermeister-Check unterziehen.

Da wir von Nein-Sager Michael Eckhardt nur eine Antwort auf alle Fragen bekommen haben, werden wir seine Antwort ab der zweiten Frage immer als letztes aufführen, die anderen Bewerber im Wechsel.

Zum Auftakt durften die Kandidaten erläutern, warum genau sie der richtige Bürgermeister für Höpfingen sind. Heute geht es um die Gemeindefinanzen. Da nahezu alle Gemeinde im Kreis durch den Zensus Einwohner verloren haben, gibt es künftig geringere Zuweisungsmittel von Bund und Land. So auch für Höpfingen, dessen Einwohnerzahl laut Zensusergebnis um 56 Einwohner nach unten korrigiert werden muss.




2. Haushaltspolitik ist ein wichtiges Thema, sind die Mittel doch endlich und soll doch die Konsolidierung vorangebracht werden. In welchen Bereichen wollen Sie sparen? Wofür werden Sie evtl. mehr Geld ausgeben. Müssen sich Bürger_innen/Vereine auf Einschnitte gefasst machen?

Adalbert Hauck: Die wenigen und häufig fehlenden Finanzen waren schon immer in Höpfingen ein großes Thema. Zum einen muss es für die Zukunft Ziel sein, neue Einnahmen zu generieren und zum anderen gilt bei den Finanzen die Maxime: „Es kann nur das Geld ausgegeben werden, das man auch schon eingenommen hat!“ Nicht, dass die Finanzkraft wieder wie vor einigen Jahren in Schieflage gerät und zur Rettung der Handlungsfähigkeit der Gemeinde Wald verkauft werden muss. Für die Bürger und Vereine kann das bedeuten, dass Dinge, die umgesetzt werden sollen, zeitlich nach hinten geschoben werden müssen, bis die Finanzierung sicher ist.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es ist klar, dass gerade die begonnen Projekte, wie Friedhofgestaltung + Parksituation, Fortführung der Stadtsanierung in Höpfingen, Beginn der Dorfentwicklung in Waldstetten, Ausweisung von Vorrangfläche für Windenergie am Kornberg, Austausch der Wasserleitungen in der Engelgasse und Kolpingstraße sowie Kirchenstraße weiter gestaltet und entwickelt werden müssen. Mittelfristig braucht die Freiwillige Feuerwehr neue Gerätschaften und ein neues Zuhause in Höpfingen. Die Unterhaltung, Instandsetzung und Sanierung der Straßen wird in den nächsten Jahren ebenfalls ein großes Thema sein.

Die Wünsche sind vielfältig, aber mit Augenmaß müssen die Dinge angegangen und umgesetzt werden, die der Geldbeutel zulassen wird.


Ehrenfried Scheuermann: Wir haben in Höpfingen schon in den letzten 6 Jahren einen konsequenten Spar- und Konsolidierungskurs im kommunalen Haushalt  durchgezogen. Dies eröffnet uns für die nahe Zukunft neue Gestaltungsspielräume. Die Förderung der Vereine und Verbände hat in unserer Gemeinde einen absolut herausragenden Stellenwert. Dies wird auch künftig so bleiben. Denn der Zusammenhalt in der Bürgerschaft ist ohne das Miteinander von Gemeinde, Vereinen und einzelnen Bürgerinnen und Bürgern nicht aufrecht zu erhalten. Gerade dieser Zusammenhalt macht aber Höpfingen wie Waldstetten stark und handlungsfähig.


Michael Eckhardt (eine Antwort für alle Fragen): Als Kandidat der NEIN!-Idee stelle ich den wahlberechtigten Menschen die Möglichkeit zum NEINsagen zur Verfügung für den Fall, dass sie keinen der anderen Kandidaten wählen und trotzdem der Wahl nicht fernbleiben möchten. Die NEIN!-Idee versteht sich als Alternative, deren bisheriges Fehlen einer der Gründe für die häufig bemängelte geringe Wahlbeteiligung ist. Mit der NEIN!-Idee gibt es endlich eine Möglichkeit, seinen Unmut wie auch seine Ablehnung mit dem gleichen Stimmgewicht wie die Wähler der anderen Kandidaten zu versehen. Es kann schließlich nicht sein, dass Menschen der Wahl fernbleiben, weil die Kandidaten den Wählern unter Umständen nicht zusagen.

Kurz: Selbst wenn ich die Mehrheit der Wählerstimmen auf mich vereinigen kann, werde ich die Wahl nicht annehmen. Meine Vorgehensweise ist durch die freiheitlich-demokratische Grundordnung vollumfänglich gedeckt. Sie wirkt nur deshalb etwas befremdlich, weil es bisher diese Möglichkeit in Form einer Partei nicht gab.


Der Bürgermeister-Check im Überblick:

  1. Bürgermeister-Check Höpfingen – Warum Sie?
  2. Bürgermeister-Check Höpfingen – Mit welchem Geld?

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