Bürgermeister-Check Höpfingen – Wirtschaftskompetenz?

Buergermeister Check Hoepfingen

Wer herrscht künftig „über“ Höpfingen? Erhält Amtsinhaber Ehrenfried Scheuermann (li.) erneut das Vertrauen der Höpfinger? Oder wird Herausforderer Adalbert Hauck (re.) neues Gemeindeoberhaupt des 3.084 Einwohner großen „Quetsche“-Dorfs. Auf keinen Fall ins Rathaus einziehen will Nein-Sager Michael Eckhardt, der den Wähler lediglich die Möglichkeit bieten will, die anderen Kandidaten abzulehnen. (Luftbild Höpfingen: Fritz Geller-Grimm/CC-BY-SA 3.0/Kandidatenfotos: privat)

Höpfingen. Am 16. Juni wählen die Bürger der 3.084 Einwohner großen Gemeinde Höpfingen ihren Bürgermeister. Zur Wahl stehen der 61-jährige Amtsinhaber Ehrenfried Scheuermann, der seit 24 Jahren die Geschicke des „Quetsche“-Dorfs leitet, sowie der 46-jährige Konrektor Adalbert Hauck. Eine Nein-Alternative will Michael Eckhardt (47) bieten, der im Falle einer Mehrheit die Wahl nicht annehmen will.  Sollte im ersten Wahlgang kein Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit erreichen, müssen die Wahlberechtigen am 30. Juni ein weiteres Mal an die Urne.

Damit sich die Wählerinnen und Wähler ein Bild von den jeweiligen Person und deren Positionen machen können, haben wir einen Fragenkatalog entwickelt, mit dem wir alle potenziellen Rathauschefs einem Bürgermeister-Check unterziehen. Die offizielle Kandidatenvorstellung steht für Montag, den 10. Juni, um 19:00 Uhr, in der Festhalle in Höpfingen an. 

Da wir von Nein-Sager Michael Eckhardt nur eine Antwort auf alle Fragen bekommen haben, werden wir seine Antwort ab der zweiten Frage immer als letztes aufführen, die anderen Bewerber im Wechsel.

Zum Auftakt durften die Kandidaten erläutern, warum genau sie der richtige Bürgermeister für Höpfingen sind. Anschließend ging es um die Gemeindefinanzen. Heute überprüfen wir die Wirtschaftskompetenz der Kommunalpolitiker.




3. Welche Akzente wollen Sie im Bereich der kommunalen Wirtschaftspolitik setzen? Was unternehmen Sie, um weitere Unternehmen in Höpfingen anzusiedeln bzw. zu halten?

Ehrenfried Scheuermann: Es war schon immer ein wichtiges Anliegen, die vorhandenen Betriebe wo es geht zu unterstützen. Das wird auch künftig so bleiben. Ansiedlungen wird es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur in eher bescheidenem Umfang geben können. Ein großes Anliegen, das ich schon seit Jahren mit allem möglichen Nachdruck verfolge, ist die Ansiedlungen eines Verbrauchermarktes in unserer Gemeinde. Gerade auch mit Blick auf sich abzeichnende Änderungen in der demographischen Zusammensetzung wird eine direkte Versorgungsmöglichkeit vor Ort  künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen.


Adalbert Hauck: Die geografischen Voraussetzungen sind für Großbetriebe in den beiden engen Tälern von Höpfingen und Waldstetten äußerst schlecht. Zum Glück wurde vor Jahren der Verbands-Industrie-Park des Gemeindeverwaltungsverbandes in Walldürn eingerichtet, so dass hier bereits erfolgreich Neuansiedlungen von Betrieben erfolgt sind. Für Höpfingen und Waldstetten gilt es dennoch in der Zukunft, die Rahmenbedingungen für die bereits vorhandenen Betriebe so zu gestalten, dass nicht noch mehr Betriebe abwandern müssen, aber ist auch gleichzeitig von der Gemeinde aus Vorsorge zu treffen, dass sich neue Betriebe jederzeit ansiedeln können. Hier denke ich zum Beispiel an die Bereitstellung von Gelände für einen möglichen Lebensmittelmarkt.


Michael Eckhardt (eine Antwort für alle Fragen): Als Kandidat der NEIN!-Idee stelle ich den wahlberechtigten Menschen die Möglichkeit zum NEINsagen zur Verfügung für den Fall, dass sie keinen der anderen Kandidaten wählen und trotzdem der Wahl nicht fernbleiben möchten. Die NEIN!-Idee versteht sich als Alternative, deren bisheriges Fehlen einer der Gründe für die häufig bemängelte geringe Wahlbeteiligung ist. Mit der NEIN!-Idee gibt es endlich eine Möglichkeit, seinen Unmut wie auch seine Ablehnung mit dem gleichen Stimmgewicht wie die Wähler der anderen Kandidaten zu versehen. Es kann schließlich nicht sein, dass Menschen der Wahl fernbleiben, weil die Kandidaten den Wählern unter Umständen nicht zusagen.

Kurz: Selbst wenn ich die Mehrheit der Wählerstimmen auf mich vereinigen kann, werde ich die Wahl nicht annehmen. Meine Vorgehensweise ist durch die freiheitlich-demokratische Grundordnung vollumfänglich gedeckt. Sie wirkt nur deshalb etwas befremdlich, weil es bisher diese Möglichkeit in Form einer Partei nicht gab.

 

Der Bürgermeister-Check im Überblick:

  1. Bürgermeister-Check Höpfingen – Warum Sie?
  2. Bürgermeister-Check Höpfingen – Mit welchem Geld?
  3. Bürgermeister-Check Höpfingen – wie wirtschaften?
  4. Bürgermeister-Check Höpfingen – Demographischer Wandel?
  5. Bürgermeister-Check Höpfingen – Visionen?

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1 Kommentar

  1. Wenn man die Stellungnahmen der Kandidaten so liest, erweckt es den Eindruck, als hätte sich Herr Hauk intensiver mit den Fragen und den Antworten befasst. Man spürt Herzblut und Engagement.
    Bei H. Scheuermann kommt s so rüber, als würde eine Pflichtübung absolviert. Wenig konkret und wenig emotional. Außerdem ließen sich die Atworten auf viele Gemeinden anwenden.

    Ob das trotz Amtsbonus genügt!?

    Viel Erfolg H. Hauk. Auf mit neuem Schwung für Höpfingen und waldstetten.

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