30 Jahre „neuer“ Engel in Mülben

Seit knapp 150 Jahren ein Ort der menschlichen Begegnung

 30 Jahre Engel

Unser Bild zeigt die Gastwirtsfamilie Erika Schäfer (sitzend), Karl Schäfer (5.v.li.), Andreas Schäfer (re.) und die Inhaber Heike Schäfer mit Nele (2.v.re) und Daniel Schäfer (3.v.re.). Bürgermeister Markus Haas überbringt die Glückwünsche der Gemeinde Waldbrunn. (Foto: Hofherr)

Mülben. Im Beisein von Bürgermeister Markus Haas, für den der Fassanstich eine Premiere war, feierte Familie Schäfer den 30. Geburtstag ihres Gasthauses Engel in Mülben. Wie Andreas Schäfer in einer kurzen Ansprache erzählte, sei man in fünfter Generation schon fast 150 Jahre in der Gastronomie für das Wohl der Gäste aktiv. Das am Samstag gefeierte Jubiläum galt dem „neuen“ Engel, den Erika und Karl Schäfer 1983 eröffneten.

Vor 147 Jahren im Jahr 1866 eröffnete Michael Schäfer im Wagenschwender Weg, der damals als Hauptverbindungsstraße durch den Odenwald Würzburg und Heidelberg verband. Dementsprechend viele Reisende und somit potenzielle Gäste passierten die neue Gastwirtschaft. Das Geschäft mit der Odenwälder Gastlichkeit florierte und Nachfolger Adam Schäfer konnte im Jahr 1907 einen neuen Küchentrakt und vergrößerte Ställe einweihen. Nachdem der Bau im Jahr 1937 aufgestockt wurde, standen damit auch sogenannte Fremdenzimmer für Sommerfrischler, aber auch für weitergereiste Urlauber zur Verfügung. Nachdem unter der Leitung von Erika und Karl Schäfer das alte Gebäude abgerissen und wie bereits erwähnt durch das 1983 eingeweihte Gasthaus ersetzt worden war, ging die Gastronomiefamilie auch bei den Gästeunterkünften neue Wege. Dem Trend der Zeit  folgend entstanden neben den sechs Pensionszimmern im Jahr 1992 vier moderne Ferienwohnungen, die mit drei bzw. vier Sternen ausgezeichnet wurden. Um auch Gesellschaften und größeren Gruppen genügend Platz zu bieten, entstand 2007 ein heller Wintergarten. 2012 übergaben Erika und Karl Schäfer das Gasthaus Engel an Heike und Daniel Schäfer, die das Familienunternehmen als Küchenmeisterin und Koch in eine erfolgreiche Zukunft steuern.




Dabei geht man im Engel auch mit der Zeit, bietet nicht nur für Gäste des Gasthauses moderne Schatzsuchen (Geocache) rund um Mülben, sondern  engagiert sich im Rahmen der Waldbrunner Stutenmilch- und Mostwochen auch über den eigenen Betrieb hinaus für den Tourismus auf dem Winterhauch. Auch kulinarisch tritt man nicht auf der Stelle, sondern versucht Bewährtes wie das berühmte „Velte-Schnitzel“ und Odenwälder Küche zu erhalten und durch neue Kreationen wie selbst gemachte Tortellini mit unterschiedlichen Füllungen und den Stutenmilchbraten neue Geschmackserlebnisse zu bieten. Ein Spitzenprodukt in flüssiger Form ist der Apfelmost sowie der Apfelbrannt von eigenen Streuobstwiesen. Gerade damit beweist Familie Schäfer, dass man sich für eine nachhaltige Gastronomie einsetzt.

Bevor Bürgermeister Markus Haas das erste Fass seiner politischen Karriere ohne Panne anstach, dankte Daniel Schäfer die Gelegenheit, um seinen Eltern und Schwiegereltern sowie der ganzen Familie für die Unterstützung zu danken.

Das Gemeindeoberhaupt überbrachte anschließend die Glückwünsche der Gemeinde. Als geborener Mülbener könne er sich noch gut an das Gasthaus in seiner Nachbarschaft erinnern, berichtete Haas. Somit habe er den familiären Zusammenhalt aus nächste Nähe erlebt. Dass sei sicher einer der Garanten dafür, dass das Gasthaus Engel die Jahrzehnte überstanden habe. In manchen Dörfern des Odenwalds seien die Wirtshäuser längst geschlossen, was zu einer deutlichen Verarmung führe. Als Ort der Gastlichkeit seien Betriebe wie der Engel Stätten der menschlichen Begegnung, Orte zum Feiern. Daher sei es ihm als Bürgermeister eine Herzensangelegenheit, den Tourismus zu stärken und mit neuen Impulsen auch eine Basis für den Erhalt der Gaststätten in allen Waldbrunner Ortsteilen zu sorgen.

Nach dem erfolgreichen Fassanstich, zu dem Haas lediglich zwei Schläge benötigte und keinen Tropfen vergoss, stand der Jubiläumsfeier nichts mehr im Wege.

Infos im Internet:

www.gasthausengel.de

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