Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern

Bildung

Das Bild zeigt auf dem Podium von links nach rechts MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, MdL Sandra Boser, Bundestagskandidatin Dr. Edith Wolber, Konrektorin GMS Külsheim Anja Boccagno, Rektor GMS Külsheim Alois Uihlein. (Foto: M. Hofherr)

Sinsheim. (pm) Die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Abgeordnete des Wahlkreises Sinsheim, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel stellte auf Einladung des grünen Ortsverbandes Sinsheim gemeinsam mit der Bildungspolitischen Sprecherin der grünen Fraktion, Sandra Boser, sowie den Rektoren der Pater-Alois-Grimm-Schule, Gemeinschaftsschule in Külsheim, Konrektorin Anja Boccagno und Rektor Joachim Uihlein das Konzept der neuen Gemeinschaftsschule in der Stadthalle Sinsheim vor und beantwortet Fragen. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Bundestagskandidatin der Grünen für den Wahlkreis Rhein-Neckar Dr. Edith Wolber. Der Leistpruch „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“ zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Podiumsdiskussion der Fachleute mit dem interessierten Publikum.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Ortsverband übernahm die grüne  Bundestagskandidatin des Wahlkreises Rhein-Neckar, Dr. Edith Wolber, als Moderatorin die Einführung. Sie erläuterte, warum Gemeinschaftsschulen die richtige Antwort auf die derzeitigen gesellschaftlichen Bedingungen sind. „Diejenigen die am dreigliedrigen Schulsystem festhalten haben vermutlich nicht im Blick, dass in Baden Württemberg derzeit knapp 6 Prozent aller Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen „ so Wolber. „ Außerdem sind Schulen  nicht nur Lieferanten für den Arbeitsmarkt, sondern Schulen sind vor allem auch Lernorte an denen Toleranz, soziales Miteinander und Verantwortung für sich und andere gelernt werden kann. Alles Eigenschaften, die eine stabile Demokratie garantieren.“

Ein kurzer Film vermittelte einen ersten Eindruck der GMS in Külsheim, bevor die Podiumsgäste das Wort hatten. Die Abgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel begann mit der regionalen Situation in ihrem Wahlkreis Sinsheim. Hier ist bisher Bammental die einzige Gemeinschaftsschule. „ Im kommenden Schuljahr können aus räumlichen Gründen nur zwei Klassen gebildet werden, so dass längst nicht alle angemeldeten Schüler aufgenommen werden konnten“, berichtete Schneidewind-Hartnagel. Aber weitere Schulen sollen folgen, als nächstes möchte Meckesheim im Schuljahr 2014/15 eine Gemeinschaftsschule beamtragen und auch in Sinsheim steht die Entscheidung für eine Gemeinschaftsschule an“, so Schneidewind-Hartnagel weiter.




Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin im Landtag, stellte die Notwendigkeit von regionalen Schulentwicklungsplänen heraus. Über die Jahre müsse ein 2-Säulen-Modell entwickelt werden um auch in den kleineren Kommunen weiterhin einen wohnortnahen Schulstandort bieten zu können. „In Baden-Württemberg gibt es bereits jetzt 300 Schulen mit Anmeldezahlen unter 16 Schülern“ erläuterte Boser. Au

Die Fachleute aus der Praxis, Schulleiter der Pater-Alois-Grimm-Schule in Külsheim, stellten dann das Konzept einer Gemeinschaftsschule am Beispiel ihres „Haus des Lernens“ vor. Rektor Joachim Uihlein versicherte:  „Dass Lehrer zu Lernbegleitern und Schüler zu Lernpartnern werden sind keineswegs leere Worthülsen, sondern das wird in unserer Schule so gelebt.“

Konrektorin Anja Boccagno stellte begeistert Einzelheiten des Konzeptes vor: Nach einem interesseweckenden Input durch den Lernbegleiter arbeiten die Schüler selbstständig  an ihren Lernpaketen. Dies kann im Lernatelier, in dem Stille oder maximal Flüstersprache Pflicht ist, aber auch in den über das Schulhaus verteilten Lerninseln geschehen. Sie führen Lerntagebücher und werden durch Coaching und regelmäßiges Feedback unterstützt. In Külsheim werden besondere Leistungen wie z.B. respektvoller Umgang miteinander oder sauberes, zügiges Arbeiten mit Punkten belohnt. Ein gutes Punktekonto eröffnet besondere Freiheiten. Innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens kann jedes Kind selbst entscheiden, wann und auf welchem Niveau es seine Lernkontrollen (Tests) schreiben möchte.

In der anschließenden Fragerunde bestand besonders zum konkreten Schulalltag ein großer Klärungsbedarf. Unzureichende Leistungen seitens der Schüler und zu große Arbeitsbelastung der Lehrerschaft gehörten zu den vorgetragenen Befürchtungen.

Nicht alle anwesenden Lehrer und Lehrerinnen konnten restlos vom Konzept der Gemeinschaftsschule überzeugt werden. Aber sie werden sich auf den Weg nach Külsheim machen und sich den Schulalltag in der Gemeinschaftsschule vor Ort anschauen.

Rektor Uihlein dazu: „Die Gemeinschaftsschule funktioniert, wir sind ein gutes Beispiel“ und Konrektorin Anja Boccagno bestätigte „Wir arbeiten nur geringfügig mehr, dafür aber anders, mit großem Erfolg und viel Freude.“

Allen Anwesenden wurde klar, die neue Gemeinschaftsschule ist auf dem Weg und fordert viel Engagement zum Wohle der Kinder.

Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Sie wollen das Beste für Ihre Kinder. Wir wollen das auch. Mit den Vorgaben der Landesregierung für eine Gemeinschaftsschule erreichen wir mehr Bildungsgerechtigkeit  und ermöglichen auch zukünftig alle Abschlussarten in erreichbarer Nähe.“

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