Ärzte und Selbsthilfe im Dialog

Neckar-Odenwald-Kreis. Selbsthilfegruppen und Ärzte aus dem Neckar-Odenwald-Kreis sind zu einem Austausch in den Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Mosbach zusammen gekommen. Eingeladen hatten die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), die Kreisärzteschaft und das Selbsthilfenetzwerk Neckar-Odenwald. Die gut besuchte Veranstaltung sollte den Anwesenden einen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit der Selbsthilfegruppen geben und wurde von PD Chefarzt Dr. Harald Genzwürker in seiner Funktion als Fortbildungsbeauftragter der Kreisärzteschaft moderiert.

Tobias Binder von der KVBW stellte die Unterstützungsangebote seiner Organisation für die Zusammenarbeit von Ärzten und Selbsthilfegruppen dar. Dass die Selbsthilfegruppenarbeit sehr viel mehr ist als nur regelmäßige  „Kaffeekränzchen zum gemeinsamen Jammern über die jeweilige Erkrankung“ – davon wurden die Anwesenden durch die Vorträge von Heinrich Zimmermann (Diabetes-Selbsthilfegruppe Mosbach) und Walter Gellner (Selbsthilfegruppe Morbus Crohn & Colitis ulcerosa Neckar-Odenwald) überzeugt. Tatsächlich bieten die Gruppen kompetente Ansprechpartner, die den Betroffenen den Umgang mit ihrer Erkrankung vor allem im Alltag erleichtern. Zusätzlich zu den regelmäßigen Treffen sind Fachvorträge und auch gesellige Veranstaltungen feste Programmbestandteile.




Sigrun Ruck vom Selbsthilfenetzwerk Neckar-Odenwald stellte die Vielfalt der 62 Gruppierungen im Kreis und die Aufgaben des Netzwerks vor. Wie die anderen Referenten betonte auch sie, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit der Ärzte mit den Selbsthilfegruppen ist: „Davon profitieren auch die Mediziner.“  Dies bestätigte der Arzt Tobias Link von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Mosbach aus eigener Anschauung, der die Zusammenarbeit als „gewinnbringend für beide Seiten, nicht zuletzt aber für die einzelnen Patienten“ bewertete. Die Ärzte, so die übereinstimmende Meinung, seien Fachleute in der Diagnostik und Therapie, in Bezug auf Alltagskompetenzen böten aber die Selbsthilfegruppen „Fachmänner und –frauen“. Durch diese ideale Ergänzung würden gerade auch die Mediziner entlastet.

Bei Interesse kann Informationsmaterial zum Thema „Ärzte und Selbsthilfegruppen“ über das Selbsthilfenetzwerk Neckar-Odenwald bezogen werden; dort gibt es einen Leitfaden sowie Informationen über das gesamte Selbsthilfeangebot im Kreisgebiet und darüber hinaus.

Selbsthilfenetzwerk Neckar-Odenwald, Knopfweg 1, 74821 Mosbach. Tel: 06261-83-231, E-Mail: info@selbsthilfe-nok.de

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