Markant, rot – und umweltfreundlich

Neues Hauptgebäude des Landratsamtes

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Am und rund um das neue Hauptgebäude des Landratsamtes in der Neckarelzer Straße in Mosbach wurden 30 Nistkästen für Mauersegler angebracht. Die extrem schnell fliegende Schwalbenart mit den schrillen Schreien hat einen Großteil der Kästen, die von Schülerinnen und Schülern der Zentralgewerbeschule Buchen gefertigt wurden und die auch noch Platz bieten für Fledermäuse, bereits bezogen. (Foto: LRA)

Mosbach. (lra) Markant, rot – und umweltfreundlich. Das sind Attribute, die zum neuen und bereits vor Wochen bezogenen Hauptgebäude des Landratsamtes passen. Die Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür am Sonntag, 30. Juni, laufen auf Hochtouren, Plakate und Flyer wurden überall im Landkreis platziert. Dann kann auch die Bevölkerung Einblick nehmen zum einen in die überraschend vielfältigen Arbeitsbereiche einer modernen Landkreisbehörde, zum anderen in das Innenleben des neuen Hauses. Und eben auch in die umweltfreundliche Bauweise dieses „Green Building“ ( „grünes Gebäude“)

Das offizielle „Gebäude 8“ – das Landratsamt ist auf mehrere Häuser verteilt – ist nämlich eines von derzeit 384 „Green-Building-Partnern“ in der EU. Voraussetzung hierfür waren verschiedene Nachweise insbesondere den Energieverbrauch und die CO²-Bilanz betreffend. Die guten Ergebnisse, die hier erzielt wurden, basieren vor allem auf einem 160 mm Wärmedämmverbundsystem (roter Bauteil) bzw. 120 mm Innenwärmedämmung (heller Bauteil) und Fenstern mit Dreifachverglasung. Die so vorgenommene Sanierung und der Anschluss an die schon zuvor bestehende Holzhackschnitzelheizung hat die CO²-Bilanz des Gebäudes um sensationelle 52 Prozent verbessert. „Der Titel „Green-Building-Partner“ ist ja schön. Aber das, auf was es ankommt, sind diese signifikanten Verbesserungen“, erklärt Landrat Dr. Achim Brötel in diesem Zusammenhang.

Während die Dämmung und die Dreifachverglasung annähernd unsichtbar bleiben, sind die 15 Nistkästen für Mauersegler, die an verschiedenen Stellen des Gebäudes angebracht wurden, nicht zu übersehen. Weitere 15 verstecken sich direkt unter dem Dach und sind nur an ihren Einfluglöchern zu erkennen. „Hören“ kann man sie allerdings sehr wohl dank ihrer lautstarken und sehr schnell fliegenden Bewohner, die ihre neuen Heimstätten tatsächlich schon zum großen Teil bezogen haben. Das ist einem – zugegebenermaßen nicht ganz hasenreinem – Trick zu verdanken: Mittels eines umfunktionierten MP3-Players wurden die Geräusche brütender Vögel imitiert, was bei den Mauerseglern umgehend einen „Nachahmungseffekt“ erzeugte.




Mit der Ansiedlung wurde ein früherer Zustand wieder hergestellt. „Vor Jahren gab es hier eine Kolonie Mauersegler, die aber verschwunden war. Grundsätzlich finden diese Tiere, die auf Hohlräume an Felsen oder Gebäuden angewiesen sind, immer weniger Brutplätze“, so der Landrat zum Hintergrund. In Nistkästen, die im letzten Jahr auf Anregung des Landrats und Christian Thumfarts, des Vorsitzenden des NABU Seckach- und Schefflenztal, von Schülerinnen und Schülern der Zentralgewerbeschule in Buchen gefertigt worden waren, bieten im Übrigen auch Fledermäusen quasi als „Untermietern“ der Mauersegler einen Unterschlupf.

Während also die Mauersegler eine neue Heimat gefunden und die Handwerker noch allerletzte Hand an den Gebäuden – die Garagen im Hof wurden ebenfalls saniert – anlegen, bereitet sich die Mannschaft des Landratsamtes auf den großen Tag der offenen Tür vor, der am Sonntag, 30. Juni, von 11 bis 17 Uhr stattfinden wird (siehe Kasten) . „Wir freuen uns auf ganz viele Besucherinnen und Besucher, für die wir uns viel haben einfallen lassen. Sie werden überrascht sein, das verspreche ich Ihnen“, erklärt der Landrat dazu schon im Vorfeld.

Tag der offenen Tür im Landratsamt

Mosbach. Die Projektgruppe, die den Tag der offenen Tür im Landratsamt in Mosbach am Sonntag, 30. Juni, federführend organisiert, hat hinter viele Punkte ein Häkchen gesetzt. Plakate und Flyer sind kreisweit verteilt. Was noch ansteht, ist Detailarbeit für die mehr als 50 Programmpunkte, die sich die Verantwortlichen ausgedacht haben – und Hoffen auf gutes Wetter. Denn ein Teil des von 11 bis 17 Uhr stattfindenden Programms soll im Freien stattfinden, wenngleich natürlich auch ein „Plan B“ für ganz mieses Regenwetter existiert.

Was aber bietet der Tag der offenen Tür? Garantiert „ohne Aktenstaub und Ärmelschoner, aber mit ganz viel Kreativität und Herzblut“ – so Landrat Dr. Achim Brötel in einem Einladungsflyer – sollen zum einen das neue Hauptgebäude des Landratsamtes, zum anderen aber auch die breite Arbeitspalette einer modernen Kreisverwaltung samt Töchterunternehmen gezeigt werden. Eine kleine Auswahl: Der Fachdienst Ordnung und Verkehr bietet Geschwindigkeitsmessungen der etwas anderen Art, Feuerwehr und Katastrophenschutz präsentieren ihre Fahrzeuge und nehmen Kinder auf kurze Rundfahrten mit, beim Fachdienst Forst können Nistkästen gebaut werden, Kreisschulen und Ausbildung stellen sich vor, die EDV bietet Computerspiele (nicht nur) für Kinder, die Neckar-Odenwald-Kliniken stellen ein „Wickeldiplom“ in Aussicht, beim Fachdienst Landwirtschaft kann gemolken werden, Kunstinteressierte kommen bei der Mitgliederausstellung des Kunstvereins auf ihre Kosten, der Fachdienst Gesundheit informiert über Aidsprävention und gesunde Zähne   – und der Landrat hält ein Kindersprechstunde ab. Das und mehr erwartet die Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände des Landratsamtes, das sie im Übrigen an diesem Sonntag kostenlos mit dem Öffentlichen Personennahverkehr erreichen können – egal, von welcher Kreisgemeinde aus die Anreise angetreten wird.

 

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