MdL Hauk besucht Zentralgewerbeschule

Konkrete Auswirkungen der Bildungspolitik vor Ort


Unser Bild zeigt von links: Peter Hauk MdL, Karl Heinz Neser, OStD Trabold (Schulleiter), StD Pföhler, OStR’in Ostertag (Örtlicher Personalrat); Ralf Schäfer (CDU-Stadtverbandsvorsitzender), Bürgermeister Roland Burger, StD Dr. Schäfer (stellv. Schulleiter), StD Ihrig. (Foto: pm)

Buchen. (pm) „Ich bin heute hier, um mit erfahrenen Pädagogen ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, wo Ihnen in der alltäglichen Praxis der Schuh drückt“, sagte der Neckar-Odenwälder Abgeordnete und Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk MdL, bei seinem Besuch an der Zentralgewerbeschule Buchen (ZGB). Schulleiter Konrad Trabold begrüßte neben Hauk auch Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Roland Burger, CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Karl Heinz Neser, CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Ralf Schäfer sowie zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus der Lehrerschaft.

„Ich möchte Ihnen die Schule zunächst einmal aus einer anderen Sicht vorstellen, nämlich aus der Sicht der Schülerinnen und Schüler“, begann Trabold einen kurzweiligen Vortrag über die derzeitige Arbeit an der ZGB. So erfuhren die Besucher über die vielfältigen Aktivitäten an der Schule, die von der Teilnahme an der interkulturellen Woche bis hin zu einem Solarprojekt in Buchen-Hettingen reichten. Dort setzten Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums das Projekt „Solarbetrieb für eine Glocke“ an der Kapelle beim Kriegerhain Hettingen in die Tat um. Seither kann man dort wieder regelmäßigen Glockenklang vernehmen.

Diese Art der zusätzlichen und freiwilligen Projekte der Schule seien jedoch zusehends in Gefahr. „Falls die von der Landesregierung vorgesehene Kürzung des allgemeinen Entlastungskontingents – an unserer Schule um rund 34% – umgesetzt würde, könnten wir neben anderen Aufgaben diese Vielzahl an Zusatzangeboten nicht mehr wie gewohnt leisten. Das würde einen großen Verlust darstellen, da gerade in solchen Bereichen die sozialen und charakterbildenden Fähigkeiten den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden können“, warnte Schulleiter Trabold. Die Schule habe durch den demographischen Wandel ohnehin schon große Herausforderungen zu meistern, um Kleinklassen zu vermeiden.



In besonderem Maße schlage sich der seit diesem Schuljahr praktizierte Wegfall der Notenhürde beim Übergang auf die zweijährige Berufsfachschule auf die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer nieder. So sei in den Klassen das Leistungsgefälle deutlich gestiegen. Wie die Lehrer übereinstimmend berichteten, sei dadurch der Unterricht zeitaufwändiger und störungsanfälliger geworden. Zudem steige schnell die Frustration: „So haben 9 von 28 Schülern im ersten Halbjahr die Probezeit nicht bestanden und müssen die Schule nun mit schlechten Zeugnissen und einem verlorenen Jahr wieder verlassen“, berichtete Trabold. Das könne nicht zielführend sein.

Hauk äußerte Verständnis für die angespannte Situation und zeigte sich begeistert über die Arbeit an der ZGB. „Viele vergessen, dass die beruflichen Schulen eine zentrale Weichenfunktion einnehmen. Hier wird sowohl der künftige Facharbeiter als auch die spätere Ingenieurin ausgebildet. Beide sind wichtig für das Funktionieren unserer wirtschaftlichen Vorreiterrolle in Innovation und Entwicklung“, so Hauk. Ein hiesiger mittelständischer Unternehmer habe ihm gegenüber jüngst seine Sorge über den alleinigen Fokus der grün-roten Landesregierung auf das Abitur geäußert: „Wir brauchen Ingenieure, aber wir brauchen nicht nur Ingenieure.“

Ebenfalls diskutiert wurde die Tendenz der Spezialisierung der Berufsausbildung: „Bei gleichzeitigem allgemeinem Schülerrückgang macht es uns das immer schwieriger, ausreichende Klassenstärken im ländlichen Raum zu erreichen. Immer mehr Ausbildungsberufe werden so in den Metropolen zentralisiert und unsere Schüler müssen in der Theoriephase weite Wege zurücklegen“, betonte der stellvertretende Schulleiter Dr. Schäfer. „Hier sehe ich auch die Spitzenverbände in der Pflicht. Sie sollten darauf hinwirken, dass diese Differenzierung nicht ständig weiter vorangetrieben wird“, sagte Hauk. Abschließend bedankte sich Hauk für ein offenes und ehrliches Gespräch.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: