„Bei der Taufe als Priester an Gott“

Pfarrer Rudolf Bschirrer feiert Goldenes Priesterjubiläum in Seckach

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(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) „Deine Mutter hat dich schon bei deiner Taufe dem lieben Gott als Priester geschenkt“, das erzählte ihm – dem einzigen Stammhalter nach drei Mädchen – sein Vater an seinem 18. Geburtstag nachdem sein eigener Entschluss für diesen Weg bereits festgestanden hatte. Und als der allseits beliebte und respektierte Pfarrer Rudolf Bschirrer in der sehr gut besuchten Seckacher Kirche St. Sebastian sein Goldenes Priesterjubiläum feierte, wurde mehr als deutlich, dass er den „Ruf“ richtig verstanden hatte.

Zufrieden, dass er sich jetzt als „Unruheständler“ endlich mit großer Hingabe den Hirtenaufgaben ohne die lästigen Verwaltungsarbeiten widmen kann und darf, äußerte er sichtbar glücklich: „Ich freue mich, dass ich mich hier noch immer zuhause fühle und dass es eine Selbstverständlichkeit war, hier in dieser Kirche zusammen mit lieben Wegbegleitern mein Goldenes Priesterjubiläum feiern zu dürfen“. Es sei eine Wohltat, mit den beiden jungen Pfarrern, die jetzt zuständig seien in dieser Seelsorgeeinheit, so harmonisch zusammen arbeiten zu dürfen.

Pfarrer Bschirrer blickte während dieses Gottesdienstes gerne ein wenig zurück. „Ich hatte das Glück, gleich zwei Mütter gehabt zu haben“, strahlte er seine Verwandten in den beiden ersten Reihen an. Nachdem seine leibliche Mutter gestorben war als das Nesthäkchen Rudolf gerade mal drei Jahre alt war, hatte sein Vater noch einmal geheiratet und diese Frau, die aus Muckental stammte, habe ihm liebevoll die Mutter ersetzt. Sein Glaubensweg war nachhaltig geprägt durch die Schönstatt-Vereinigung, darum genoss er besonders diesen Jubiläums-Gottesdienst, der von neben zwei ihm nahe stehenden Diakonen und Pater Hermann-Josef Hubka aus seiner Schweinberger Zeit auch von vier Mitbrüdern aus dieser Vereinigung mit zelebriert wurde.




In der Schönstatt-Kapelle habe er vor über 50 Jahren die zweifelsfreie Antwort erhalten auf seine Unsicherheit, ob er stark genug sei für den Weg des Priesters. „Es war eine Art der Wahrnehmung, die  nicht mehr hinterfragbar ist“, betonte Bschirrer aus der Erinnerung. Er habe sich diese Entscheidung nicht genommen, sie sei ihm geschenkt worden. Pater Hubka setzte den Fokus von 50 Jahre Priestersein aus Sicht der Außenstehenden, die meist nur die „Randerscheinungen“ der Hauptarbeit wahrnehmen können. Denn natürlich müsse im Pfarramt viel organisiert und getan werden, ob nun in Verwaltungsangelegenheiten, Baudingen oder Repräsentationen. Doch das wesentliche am „Ruf“ fasse die Aussage Jesu zusammen „wer an mich glaubt, wird nie mehr hungern oder dürsten“. Und diese Labsal dürfe der Priester an alle austeilen, die zu ihm kommen, mit dem tiefen Wissen, dass „das Brot von Gott kommt vom Himmel herab und gibt das Leben“.

In den dankbaren Grußworten von Seckachs Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Matthias Nasselu wurde die enge Verbundenheit der Seckacher zu „ihrem Pfarrer Bschirrer“ deutlich, der aufgrund seiner Vorbildfunktion eines guten Hirten für mehrere Generationen Lehrer im Glauben und absoluter Menschenfreund gewesen sei. Manfred Weihbrecht und Fr. Kaufmann als Vertreter der Pfarrgemeinden St. Andreas Schweinberg und St. Sebastian und Vitus Bretzingen zehren noch heute von der segensreichen Arbeit des Jubilars, der für die inzwischen in die Jahre gekommenen Jugendlichen und die jung gebliebenen „als Türöffner für Gott“ geworden war mit dem sie sich in seiner Schweinberger Zeit freiwillig regelmäßig morgens um 6 Uhr zum Gebet und Lobpreis getroffen haben, weil es nachweislich ihrer Problembewältigung zuträglich war.

Prälat Paul Kathke aus Paderborn und Mitglied des Schönstatt-Priesterbund nannte die Gemeinschaft dieses Priesterbundes, dem auch Pfarrer Bschirrer angehört, „ein Geschenk Gottes und ein Geheimnis der Berufung“. Bevor der Jubilar zur „Versper am Abend“ und zum geselligen Stehempfang im Anschluss an den Gottesdienst einlud, dankte er allen, die zum Gelingen dieser Jubiläumsfeier in irgendeiner Form beitragen haben, auch dem Singkreis, der für die würdige musikalische Umrahmung der Eucharistiefeier verantwortlich zeichnete und betonte in seiner bescheidenen Art noch einmal: „Alles, was über mich Gutes gesagt wurde, ist nicht mein Werk. Mein einziger Verdienst ist, dass ich ja gesagt habe zu Gott. Und das bekräftige ich heute gerne noch einmal.“

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