Main-Tauber-Kreis verbessert Nahverkehr

Maßnahmen sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember umgesetzt werden

Main-Tauber-Kreis. (mtk) Derzeit werden die Maßnahmen ausgearbeitet, die sich aus dem inzwischen vorliegenden ÖPNV-Masterplan für den Main-Tauber-Kreis ergeben. Sie sollen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 umgesetzt werden. Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hatte 2012 beschlossen, die Nahverkehrsberatung Südwest mit der Erstellung eines ÖPNV-Masterplans zu beauftragen. Mit dem ÖPNV-Masterplan soll die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis gesteigert werden, auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung. Mit dem ÖPNV-Masterplan sollen insgesamt eine bedarfsgerechte Erschließung, gegebenenfalls in Kombination mit dem Schienenpersonennahverkehr, und eine bessere Vertaktung erreicht werden. Wichtige Partner des Landkreises bei der Planung und Umsetzung sind die VerkehrsGesellschaft Main-Tauber (VGMT) sowie der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).

Grundlage für die Detailplanung war zunächst eine Verkehrserhebung. Während der Verkehrserhebung wurden von März bis Dezember 2012 insgesamt 7700 Fahrgäste erfasst und befragt. Hierbei wurden insbesondere Fahrten überprüft, bei denen eine relativ geringe Nachfrage vermutet wurde, da sich der ÖPNV zukünftig noch stärker an der Nachfrage orientieren soll. „Alle Maßnahmen sollen zur Gewinnung zusätzlicher Fahrgäste – insbesondere auch außerhalb des Schülerverkehrs – sowie zur besseren Anbindung bisher nicht oder kaum angebundener Gebiete an den ÖPNV führen“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Zudem sind Angebotsverbesserungen, insbesondere Taktverdichtungen, in Bereichen mit hohem Nachfragepotential vorgesehen. Gleichzeitig soll das Busangebot in Bereichen, die durch die Schiene ausreichend angedient werden, reduziert werden. Die Fachleute sprechen von einem Abbau von „schienenparallelen“ Busverkehren. „Diese Busleistungen werden nicht eingespart, sondern für die Erschließung neuer ÖPNV-Ziele bzw. für die Busverdichtung auf einzelnen Linien genutzt“, ergänzt Dezernent Jochen Müssig von der Landkreisverwaltung. In den nachfragestarken Bereichen werden teilweise auch zusätzliche innerörtliche Haltestellen eingerichtet.




Die Umsetzung der Maßnahmen ist weitgehend kostenneutral geplant. Gleichwohl hat der Kreistag des Main-Tauber-Kreises für einige der geplanten Verbesserungen eine Anschubfinanzierung in Höhe von insgesamt rund 200.000 Euro für die ersten drei Jahre bewilligt.

Angebotsverbesserungen, insbesondere Taktverdichtungen sowie kürzere Fahrtzeiten soll es auf den Linien 971 Tauberbischofsheim – Külsheim, 850 Hardheim – Königheim mit Ortsteilen –Tauberbischofsheim, 850 Tauberbischofsheim – Großrinderfeld – Würzburg und 945 Lauda – Königshofen – Bad Mergentheim geben.

Des Weiteren wird derzeit eine bessere Busanbindung von Gewerbegebieten geprüft. Auch für berufstätige Pendler sollen Busangebote entwickelt werden, wenn ein Bedarf festgestellt wird.

Für die Linie 945 Bad Mergentheim – Niederstetten, für diesen relativ langen Streckenabschnitt, wird künftig vor allem auf die Bahn verwiesen. Daneben gibt es in diesem Bereich weiterhin Busverbindungen, beispielsweise für Oberstetten. Ergänzend ist die Einrichtung einer neuen zusätzlichen Busverbindung zwischen Niederstetten und Creglingen vorgesehen. Die Städte Creglingen, Niederstetten und Igersheim planen zudem mit Unterstützung durch den Landkreis die Einführung von Bürgerbussen bzw. Einkaufsbussen. Auch hier hat der Kreistag des Main-Tauber-Kreises eine finanzielle Beteiligung an den Planungskosten beschlossen.

Bevor Fahrten verlagert werden, wird die bisherige Nutzung durch Fahrgäste nochmals im Detail überprüft, um die bisherigen Ergebnisse der Verkehrszählung zu bestätigen. „Wir stehen in einem engen Dialog mit den Städten und Gemeinden und unseren Kunden“, fügt Müssig an.

Auf den Linien 851 Osterburken – Lauda und 972 Freudenberg – Wertheim soll der Busverkehr in einem zweiten Abschnitt ebenfalls neu geordnet werden. Damit soll im Jahr 2014 begonnen werden.

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