Christen sollen für Glauben werben

Erzbischof weiht sechs Diakone: An der Seite der Armen und Notleidenden

Kirrlach. (pef) Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (Freiburg) fordert die Christen auf, „zu Werbeträgern für Jesus Christus“ zu werden. Bei der Weihe von sechs jungen Männern zu Diakonen sagte Zollitsch am Sonntag in der Pfarrkirche St. Kornelius und Cyprian in Kirrlach (Waghäusel / Landkreis Karlsruhe): „Auf Schritt und Tritt sind wir von Werbung umgeben. Ob wir die Tageszeitung aufschlagen, an der Haltestelle auf den Bus warten, oder das Fernsehen einschalten: überall werden uns Produkte angepriesen, die zu erwerben sich lohnen soll.“ Deshalb dürfe die Kirche das Feld der Werbung nicht nur anderen überlassen – Christen müssten bereit sein, „selbst zu Werbeträgern zu werden“.

„Nichts ist so überzeugend wie das gelebte Zeugnis“

Erzbischof Zollitsch erinnerte an die 72-Stunden-Aktion, bei der sich junge Menschen am vergangenen Wochenende „aus ihrem Glauben heraus selbstlos für Andere“ eingesetzt hatten. Allein in der Erzdiözese Freiburg waren etwa 15.000 Jugendliche im Einsatz: „Sie leisten dieses Engagement, und weit darüber hinaus in den regelmäßigen Gruppenstunden oder bei den Ministranten, weil sie Gemeinschaft erfahren, etwas Sinnvolles tun und nicht zuletzt ihren Glauben bekennen wollen. Eine Werbung, die nicht aufdringlich ist und nur das Schöne anpreist; die ganz und gar von Innen kommt und gerade deshalb überzeugt, weil sie niemanden überreden will, sondern einfach das Leben darstellt.“ Daran werde sichtbar: „Nichts ist so überzeugend wie das gelebte Zeugnis, das anzeigt: Wir stehen gerne zu unserem Glauben! Wir bekennen uns gerne zur Gemeinschaft der Glaubenden, zur Kirche!“ Selbstverständlich seien es nicht nur Kinder und Jugendliche, „die diese Werbung für unseren Glauben“ machen: „Wer immer sich in der Öffentlichkeit zu seinem Glauben bekennt, wer auch nach außen hin zeigt, dass er zu Jesus Christus hält, gibt dieses Zeugnis. Das kann mit dem kleinen Aufkleber auf dem Auto beginnen und geht bis zur Bereitschaft, sich in der Pfarrei, in der Seelsorgeeinheit, zu engagieren.“ Erzbischof Zollitsch sagte wörtlich: „Jeder und jede von uns kann auf diese Weise zum Zeugen und Werbeträger für Jesus Christus werden und zeigen, welche Schönheit und Kraft in unserem Glauben steckt!“




„Christentum nicht allein auf seine soziale Seite verkürzen“

Auch die neuen Diakone geben nach den Worten des Erzbischofs von Freiburg ein solches Beispiel: „Sie zeigen nach außen, was bei Ihnen in den vergangenen Jahren innerlich gewachsen ist. Sie sind bereit, ihr Leben für Jesus Christus einzusetzen und das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden. Sie werden damit in besonderer Weise zu Werbeträgern für Jesus Christus!“ Die Diakone geben nach Überzeugung Zollitschs „durch ihre Bereitschaft zum Dienst an den Menschen ein Zeichen in die Gesellschaft hinein: Christus steht an der Seite der Armen und Notleidenden; er ist denen nahe, die Leid zu tragen haben und die Sorgen bedrängen! Sie machen durch Ihr Wirken als Diakone darauf aufmerksam, dass unser christlicher Glaube zum Leben befreit und wir als Kirche an der Seite derer stehen, die Hilfe brauchen!“ Zugleich seien Christen „nicht eine Art flexible Sozialarbeiter, die immer im Einsatz sind und jede Not der Welt lindern sollen. Es wäre eine verkürzte, und damit falsche Darstellung, würden wir das Christentum allein auf seine soziale Seite konzentrieren.“ Vor der Bereitschaft, den Kranken beizustehen und den Bedürftigen zu helfen, stehe „das Bekenntnis, aus dem Geist der Innerlichkeit zu leben und das regelmäßige Gebet zu pflegen. Es geht darum, Gott und den Menschen gleichermaßen nahe zu sein und zu dienen.“

Unter den neu geweihten ist mit Christian Mario Hess, Herz Jesu in Reichenbuch (Dekanat Mosbach-Buchen),  auch ein Diakon aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. Er verbringt sein Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Weil am Rhein (Dekanat Wiesental). Außerdem wurde Rolf Paschke aus St. Kornelius und Cyprian in Kirrlach (Dekanat Bruchsal) geweiht, der sein Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach verbringt.

Darüber hinaus wurden folgende Personen zum Diakon geweiht:

  • Florian Oser aus St. Matthäus in Bühl-Eisental (Dekanat Baden-Baden), Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Hexental (Dekanat Freiburg)
  • Georg Zimmerer aus Oberkirch-Stadelhofen (Dekanat Acher-Renchtal), Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Obere Möhlin (Dekanat Breisach-Neuenburg)
  • Br. Volker Kreutzmann SCJ vom Herz-Jesu-Kloster Freiburg (geboren in Molbergen bei Cloppenburg)
  • Br. Maurus Scholz OSB vom Benediktinerkloster Beuron (geboren in Essen)

Diakonenweihe: Auf dem Weg zur Priesterweihe

Die Weihe zum Diakon ist für diese jungen Männer eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe und gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg der Priesterseminaristen. Seit September 2012 arbeiten die künftigen Pfarrer in einem einjährigen Pastoralpraktikum in einer Seelsorgeeinheit der Erzdiözese Freiburg und bereiten sich intensiv auf die Priesterweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“ und bedeutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“. Während der Diakonenweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale, zum Beispiel das intensive Gebet im Liegen vor Gott, das ein Ausdruck des tiefen Gottvertrauens der angehenden Diakone ist. Jeder Kandidat legt seine Hände in die Hände des Bischofs, um auch hier das gegenseitiges Vertrauen auszusprechen. Jeder Diakon bekommt eine Bibel überreicht, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine ihrer zentralen Aufgaben.

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