Kreisreservisten besuchen Nachrichten-Brigade Haguenau

Gedenken an die Gefallenen beider Seiten, verbunden mit einer Kranzniederlegung, und freundschaftliche Gespräche mit Vertretern französischer Veteranenverbande und dem Vier-Sterne-General Christian Lepinette prägten den Besuch deutscher Reservisten bei ihren französischen Kameraden rund um Haguenau.

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Die seit 1999 bestehenden guten Kontakte zu den Reservisten der französischen Armee am Militärstandort ‚Camp d’Oberhoffen‘ bei Haguenau konnten in diesem Jahr ausgeweitet werden. Nach den bisherigen Kontakten zu einem der dort bestehenden Regimenter konnten nun die Beziehungen auf die „Brigade de Renseignements“ ausgeweitet werden.

Im Rahmen dieses mehrtägigen Besuches nach einem Empfang beim Chef des Stabes Oberst Fabrice Jaouen und dem Reservistenbeauftragten Oberst Jean-Claude Hilbert wurden die Reservisten der Kreisgruppe Rhein-Neckar-Odenwald unter Führung von Oberstleutnant d.R. Gerd Teßmer in einem Briefing in die Aufgaben dieser Nachrichten-Brigade eingeführt. Man erfuhr, dass der Brigade insgesamt fünf Regimenter unterstehen, von denen drei in Haguenau, eines in Chaumont und eines in Mutzig stationiert sind.



Zusammen mit den langjährigen ‚Bekannten‘ Hauptmann d.R. Denis Studer und Major d.R. Daniel Bonnewitz nutzte man die Gelegenheit zu einem Besuch des Haguenauer Musikfestes, ehe man dann in den militärischen Programmteil wechselte. In Mittelpunkt stand dabei die Kommando-Übergabe innerhalb eines der Haguenauer Regimenter mit entsprechender Übergabe-Zeremonie. Die deutschen Reservisten aus dem Rhein-Neckar-Raum stellten dabei die einzige ausländische Abordnung.

 

Im Verlauf dieser Feierlichkeiten hatten die deutschen Reservisten auch Gelegenheit, mit Vertretern der Veteranen-Verbände und mit Vier-Sterne-General Christian Lepinette ins Gespräch zu kommen. Oberst d.R. Jean-Claude Hilbert und Hauptmann d.R. Denis Studer hatten für ihre deutschen Gäste ein umfangreiches historisches Besuchsprogramm vorbereitet. Es führte zu den Kriegsschauplätzen des Krieges von 1870/71, dessen Erinnerung im Elsass auch heute noch gepflegt wird.

Das zeigt sich besonders in der vorbildlichen Achtung, Erhaltung und Pflege der Kriegsdenkmäler beider Seiten. Im Museum von Wörth, in dem die Geschehnisse rund um den 6. August 1870 zusammengetragen und in fairer Weise aufgearbeitet sind, trug ein einheimischer Museumsführer mit viel Verständnis für die inzwischen gelungene Völkerverständigung zwischen Franzosen, Elsässern und Deutschen dazu bei, die damalige und heutige Situation der Elsässer, die immer wieder, ohne gefragt zu werden, „befreit“ wurden, besser zu verstehen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Menschen im Elsass heute als die ersten richtigen Europäer fühlen.

Beim Rundgang über das damalige Kriegsgebiet verwundert auch heute noch das „friedliche“ Nebeneinander von Denk- und Mahnmälern für Gefallene französischer, badischer, württembergischer, bayrischer, sächsischer, thüringischer und hessischer Regimenter.
An einer Grabstätte für Gefallene französische und deutsche Soldaten legten die Reservisten eine Gedenkminute ein und einen Kranz nieder.

Beim Abschied freute man sich über die Zusage der französischen Kameraden, im September zum Gegenbesuch in den Odenwald zu kommen.

Inzwischen herrscht Freundschaft zwischen einstigen Gegner. (Foto: pm)

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: