Energiepflanze an Imker übergeben

Durchwachsene Silphie ist ein Gewächs nach dem Geschmack von Bienen und Imkern

Energiepflanzen an Imker

Markus Höflein aus Distelhausen (2.v.re.) nimmt als erster Imker die Durchwachsene Silphie von Energiepflanzenpionier Dr. Richard Schreiber in Empfang. H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm und Regionalbüroleiter Lothar Lauer hoffen auf klare Vorteile für die Bienenzüchter. (Foto: pm)

Hohenlohe-Odenwald-Tauber. (pm) Beim Engagement mit Energiepflanzen kann die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) einen weiteren Erfolg vermelden. In einem bislang einzigartigen Projekt, wurden die Imker der Region mit Jungpflanzen der Durchwachsene Silphie versorgt. Die Zielstellung war dabei klar formuliert, neben weiteren Anbauerfahrungen wollte man vor allem auch die Biodiversität erhöhen. Die Durchwachsene Silphie ist nämlich ein Gewächs nach dem Geschmack der Bienen und Imker.

Rund 15 Imker nahmen die Gelegenheit wahr und bezogen über die Bioenergie-Region H-O-T kleine Mengen von 100 bis 300 Pflanzen um diese rund um den eigenen Bienenstand zu pflanzen. Imker Markus Höflein aus Distelhausen hat sich als erster für die energiereichen Jungpflanzen entschieden. Von Gärtnermeister im Ruhestand und Energiepflanzenpionier Dr. Richard Schreiber aus Unterbalbach hat er nun „seine Silphien“ übernommen. „Der Winter war zu lange, das Frühjahr kalt und feucht, schlechte Zeiten für Blühpflanzen und damit auch für meine Bienen“ klagt Höflein. Abhilfe soll nun ein nachwachsender Rohstoff schaffen, die Energiepflanze Durchwachsene Silphie. Vor allem durch die längere Blütezeit des gelb blühenden Energielieferanten, erwarten die Imker in der Region eine Ertragssteigerung.




Die Bienenhalter klagen über schlechte Ernten. Gerade das für die Honigbienen entscheidende Frühjahr, indem die fleißigen Insekten am aktivsten sind, war kein Honigschlecken. „In diesem Jahr geht die Honigernte gegen Null“ erklärt Markus Höflein. Mit der anspruchslosen Silphie hofft er nun auf Besserung. Der mehrjährige Korbblütler dient nicht mehr nur als Alternativkultur zum Mais als Einsatzstoff in Biogasanlagen, sondern auch als ergiebiger Nahrungslieferant für Bienen. Von einem Hektar angepflanzter Silphie können nach ersten Schätzungen der Energieexperten der Region H-O-T rund 150 Kilogramm Honig gewonnen werden.

Lothar Lauer, Regionalbüroleiter der Bioenergie-Region H-O-T im Main-Tauber-Kreis, ist stolz, dass die Zukunft der Biogaserzeugung neue Wurzeln schlägt: „Die ersten Forschungsergebnisse mit der Durchwachsenen Silphie als Energielieferant sind sehr positiv. Das neben der Landwirtschaft nun auch die Imker profitieren freut uns ganz besonders.“ In der Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber wurden schon zahlreiche Praxisflächen mit dem nachwachsenden Rohstoff angelegt, darunter Felder in Füßbach (Hohenlohekreis), Schefflenz (Neckar-Odenwald-Kreis) und Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis).

Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergie-Region H-O-T freut sich, dass die Bienen im nächsten Jahr über „blühende Landschaften“ fliegen können: „Die Silphie zeigt, dass man die Biogaserzeugung auf besonders ökologische Weise optimieren kann.“ Bereits 2010 wurde versuchsweise der erste „Bioenergie-Honig“ in der Region H-O-T in kleinen Mengen gewonnen. Bis die Bienen die neuen Silphie-Blüten ansteuern können, vergeht allerdings noch etwas Zeit. Die Pflanze erreicht erst im zweiten Standjahr ihre volle Pracht und bildet im ersten Jahr nur eine sogenannte Bodenrosette aus. Sicher ist aber heute schon, dass sich dank der Durchwachsenen Silphie künftig keine Biene mehr vom Acker machen muss.

Weiterführende Informationen zur Durchwachsenen Silphie und weiteren Energiepflanzen gibt es bei der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber unter Tel. 06281 / 906800, Email info@bioenergie-hot.de oder im Internet unter www.bioenergie-hot.de

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