NZ-Kandidatencheck: Susanna von Dewitz (PIRATEN)

Susanna von Dewitz

Susanna von Dewitz vertritt die PIRATEN. (Foto: CC-BY-SA/BARTJEZ.cc)

Odenwald-Tauber. Im Vorfeld der Bundestagswahl am 22.09.13, stellen wir unseren Leser_innen die Direktkandidaten im Wahlkreis Odenwald-Tauber vor. Von neun Bewerber_innen haben wir acht angeschrieben und um Vorstellung auf NOKZEIT/Katzenpfad gebeten. Lediglich der Kandidat der NPD erhielt keine Anfrage, steht diese Partei unserer Meinung nach doch für eine Politik der Ausgrenzung, weshalb wir solchen „Meinungen“ keinen Raum geben wollen.

Die Texte, Fotos und Videos der Kandidat_innen, die geantwortet haben, werden wir täglich einen weiteren vorstellen. Dabei gehen wir nach der Reihenfolge des Eingangs. Es gibt auch Politiker_innen, die bis zum Stichtag, am 21. August, nicht geantwortet haben. Deren Texte werden wir dennoch veröffentlichen, sofern sie sich nicht an den Texten der Mitbewerber_innen abarbeiten.

Nachdem sich gestern Hans-Detlef Ott (Bündnis 90/Grüne) vorstellte, beschließt heute die Direktkandidatin Susanna von Dewitz die Vorstellungsrunde. Von weiteren Bewerber_innen liegen uns keine Informationen vor. Die Texte wurden jeweils von den Kandidat_innen verfasst und von uns nicht geändert.




Susanna von Dewitz stellt sich folgendermaßen den Wähler_innen vor:

Zu meiner Person: Ich bin 40 Jahre jung, gebürtige Nürnbergerin und seit 2007 Wahl-Taubertälerin. Aus einem angefangenen Architekturstudium wurde Fernverkehr – Europaweit und im Vierzigtonner.

Politisch interessiert bin ich schon seit meiner Jugend, dazu mich auch aktiv zu engagieren und zur Piratenpartei kam ich vor ein paar Jahren hier in Lauda-Königshofen. Eine Kandidatur – besonders für das Amt eines MdB – ist für mich die maximale Möglichkeit mich zu engagieren. Dabei geht es mir nicht nur um das Ziel die Bürger in Berlin zu vertreten, auch der Prozess des Wahlkampfes und die Möglichkeit viele Menschen zu treffen und ihre Meinungen zu hören ist sehr wichtig und wertvoll.

Wofür stehe ich? Wofür stehen die PIRATEN?

Politik machen bedeutet, sich mit dem Ganzen zu befassen – viele Themen zu verknüpfen und versuchen eine Lösung zu finden die für Alle zuträglich ist. Ich habe mir hier nur einige Themen herausgesucht, das vollständige Programm der Piraten ist unter http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm zu finden. Gerne beantworte ich natürlich auch persönlich weitere Fragen. Kontakt und weitere Informationen: http://www.susanna-von-dewitz.de/

Das klassische Piratenthema ist natürlich Datenschutz. Gerade in letzter Zeit, mit bekannt werden der NSA-Affäre zeigt sich, dass dies ein sehr wichtiges Thema ist. Wichtig ist hierbei zum einen natürlich der tatsächliche Datenschutz – aber auch dass die Menschen über Datenmissbrauch und dessen Gefahren aufgeklärt werden.

Die PIRATEN haben zu den Themen Datenschutz, Überwachung und Privatsphäre ein sehr ausführliches Programm:

http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm#Freiheit_und_Grundrechte

Thema soziale Gerechtigkeit: Die PIRATEN streben eine Reform unseres Sozialsystems an, mit dem Ziel eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).

Unser derzeitiges Sozialsystem, welches unter Anderem auf eine Volkswirtschaft mit Vollbeschäftigung und „Generationenvertrag“ basiert funktioniert nicht mehr. De Facto subventioniert der Staat heute Niedrig(st)löhne, in dem mit Hartz-IV aufgestockt wird. Folge dessen ist vorprogrammierte Altersarmut, da ein Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich weder genug Rentenbeiträge einzahlen kann um später von dieser Rente leben zu können, noch die finanziellen Möglichkeiten hat sich privat abzusichern.

Als einzelne Schritte auf dem Weg zum BGE sollen:

– Ein flächendeckender und gerechter Mindestlohn eingeführt werden. Dieser muss Jährlich neu berechnet werden, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu kompensieren.

– Leiharbeit eingeschränkt und deren Missbrauch gestoppt werden. Ein Leiharbeiter soll nach französischem Vorbild den Stammbelegschaftslohn plus 50ct erhalten.

– Eine Mindestrente eingeführt werden. Alle bestehenden Rentensysteme, berufsständischen Versorgungssysteme und Pensionen im öffentlichen Dienst werden zu einer Rentenkasse zusammengeführt. In die Rentenkasse zahlen alle in Deutschland lebenden Menschen einkommensabhängig ein.

Ausführliches auch hierzu, sowie zu weiteren Sozialthemen im Wahlprogramm:

http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm#Arbeit_und_Soziales

Die PIRATEN setzen für eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Entwicklung ein. Die Energiewende muss jedoch gerecht finanziert werden. Die Zahl von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen muss reduziert, es dürfen nur Unternehmen ausgenommen werden, die existenziell von der benötigten Energiemenge abhängig sind. Die Erforschung von Möglichkeiten zur Energiespeicherung soll gefördert werden. Zudem fordern wir einen sofortigen Atomausstieg, dieser ist innerhalb drei Jahren machbar.

Windkraft (auch hier in der Region) muss gefördert werden, dabei ist es wichtig eine für alle (Mensch, Umwelt & Wirtschaft) erträgliche Lösung zu finden.

Ein weiteres Thema hierzu, welches insbesondere die ländlichen Regionen betrifft ist die Produktion von Nahrungsmitteln. Die PIRATEN wollen eine leistungsfähige, regional angepasste Landwirtschaft, an der auch Kleinbetriebe gleichberechtigt teilnehmen können und wettbewerbsfähig sind.

Eine Kombination von Saatgut mit Pflanzenschutzmitteln und besonders deren Schutz durch Patente lehnen wir grundsätzlich ab, da sie die Landwirtschaft in die direkte Abhängigkeit der Hersteller (Patentinhaber) führt. Ebenfalls lehnen wir die industrielle Tierproduktion ab, da sie nicht nur mit unakzeptablen Standards in der Nutztierhaltung einhergeht – sondern auch die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft gefährdet.

Mehr zu diesen Themen: http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm#Umwelt_und_Verbraucherschutz

Infos im Internet:

www.susanna-von-dewitz.de/

Bisher im NOKZEIT-Kandidatencheck:

  1. Herbert Alexander Gebhardt (ÖDP)
  2. Ulrike Quoos (FDP)
  3. Dr. Dorothee Schlegel (SPD)
  4. Alois Gerig (CDU)
  5. Hans-Detlef Ott (GRÜNE)

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6 Kommentare

    • Sehr geehrter Herr Martin D.,

      um sich über die Piratenpartei und die AG Waffenrecht klar zu werden, sollte man den von Ihnen verlinkten Text nicht nur überfliegen sondern gründlich lesen. Auch die fettgedruckte Überschrift: „Die nachfolgenden Texte sind keine abgestimmten Meinungen der AG Waffenrecht oder der Piratenpartei“.
      Die Arbeitsgruppen (AG) der Piratenpartei sind kleine Gruppen von Personen, welche sich mit einem speziellen Thema befassen und sich meist auch für dieses Thema positionieren. Was diese Personen ausarbeiten hat nichts mit Parteimeinung zu tun, es ist vielmehr die Vorbereitung auf einen Antrag. Dieser kann nach Vorstellung durch Abstimmung angenommen – durchaus aber auch abgelehnt werden.
      Die offizielle Aussage der Piratenpartei zum Thema Waffen finden Sie hier:
      http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm#Waffen

      Weitere Beschlüsse, beispielsweise zum Privatbesitz von Waffen, gibt es (noch) nicht.

      Mit freundlichen Grüssen,
      Susanna von Dewitz

      • Es ist sehr unwahrscheinlich, daß eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeitet, die völlig gegenläufig sind zur Mehrheitsmeinung in der Partei. Selbst wenn auch nur ein Teil der Anträge durchkommen würde, hätten wir eine Liberalisierung des Waffenrechts, die dem der USA ähnelt. Sie brauchen hier keine Spitzfindigkeiten herausarbeiten, jeder der die Ausarbeitung eurer AG liest, erkennt was Sache ist bei den Piraten.

    • Hallo Herr D.,

      warum verbreiten Sie derlei Unwahrheiten über die Piraten? Wer Ihrem Link zu der besagten Arbeitsgruppe folgt, bekommt gleich zu Anfang Folgendes zu lesen:

      „Hier werden Themen und Thesen gesammelt um diese ggf. für die weitere Arbeit der AG zu verwenden. Die nachfolgenden Texte sind KEINE abgestimmten Meinungen der AG Waffenrecht oder der Piratenpartei und können von einzelnen Personen stammen.“

      Weshalb also die Aufregung? Die Piraten pflegen Basisdemokratie, d.h. es darf jeder, ob Mitglied, oder nicht mitarbeiten und Forderungen stellen. Relevant wird das jedoch nur, wenn diese Vorschläge auf einem Parteitag ins Programm aufgenommen wurde. Und danach sieht es wohl nicht aus.

      Die einzigen zwei Punkte im Wahlprogramm sind unter folgendem Link zu finden: http://www.piratenpartei.de/politik/wahl-und-grundsatzprogramme/wahlprogramm-btw13/innen-und-rechtspolitik/#wahlprogramm-innen-waffen

      Beste Grüße

      • … aber ich gebe zu … mir wäre eine solche AG auch unangenehm und peinlich. Aber die Wähler müssen schon wissen, worauf sie sich einlassen. Da müssen auch die weniger populären Themen durchleuchtet werden.

        Da sich eure Kandidatin von den Forderungen der Waffen-AG nicht distanziert, gehe ich davon aus, daß sie deren Vorschläge zu großen Teilen unterstützt.

      • geehrter Herr Martin D.,

        die Piraten haben hunderte Arbeitsgruppen. Ich habe nicht die Zeit mich jeden Tag mit jeder dieser AG so intensiv zu beschäftigen, dass ich weiss was dort gerade für Ideen gesammelt werden. Folglich kann und will ich mich hier nicht von einzelnen Inhalten distanzieren – es sind wie schon erwähnt Ideen und keine „fertigen“ Forderungen.
        Vielleicht finden Sie hier ja noch mehr „weniger populäre“ Themen, die Sie durchleuchten möchten:
        http://wiki.piratenpartei.de/wiki//index.php?title=Spezial:Kategorien&offset=AG&limit=500

        Und zu Ihrer Unterstellung, ich würde „Verhältnisse wie im wilden Westen“ befürworten und unterstützen: Ich bin kein Mitglied der AG Waffenrecht und ich würde einem Antrag zur Liberalisierung des Waffenrechtes so wie Sie es hier darzustellen versuchen nicht zustimmen. Im Gegenteil, ich fordere noch strengere Kennzeichnung, Kontrolle und Abgaberichtlinien von Waffen aller Art – egal ob für den privaten oder dienstlichen Gebrauch und besonders für Waffen in Kriegseinsätzen.

        Mit freundlichen Grüssen,
        Susanna von Dewitz

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