Viel Arbeit für den neuen LEV

Grüne Kreistagsfraktion und Grüner Kreisverband informieren sich

LEV Gruene

Unser Bild zeigt von links: Hans-Detlef Ott, Gabi Metzger, Christine Böhm, Michaela Hess, Matthias Jurgovsky, Christine Denz, Simone Heitz und Dorothee Roos. (Foto: pm)

(pm) Naturschutz und Erhalt und Pflege der eigenartigen Landschaftsbilder in der Region  bedürfen besonderer fachlicher und konsequenter Anstrengungen. Die Folgen der modernen Lebens- und Wirtschaftsweise verdrängen, ja zerstören immer mehr natürliche Zusammenhänge und Lebensräume. Jedoch auch früher Selbstverständliches wie Obstbaumschnitte und Heckenpflanzungen gerate heute vielfach unter die Räder. Der Staat habe sich unter anderem deshalb den „amtlichen Naturschutz“ zur Aufgabe gemacht, was aber angesichts der Fülle der Maßnahmen von der personellen und finanziellen Ausstattung her nicht reiche, so die Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis. Zudem wurde nicht nur, aber auch im Neckar-Odenwald-Kreis das Personal ständig ausgedünnt, was die Kreistagsfraktion der Grünen seit langem kritisiert.

Die grün-rote Landesregierung hat nach ihrer Regierungsübernahme die umfassende Unterstützung eines möglichst pro Landkreis zu gründenden Vereins beschlossen: des „Landschaftserhaltungsverbandes LEV e.V.“. Die Grüne Kreistagsfraktion hatte einen entsprechenden erfolgreichen Antrag gestellt. Ausdrücklich ist dieser, der keineswegs Verwaltungs- und Kontrollaufgaben übernehmen darf, unabhängig tätig.

Die Kreisrätinnen Christine Denz, Simone Heitz, Gabi Metzger und Dorothee Roos informierten sich jüngst bei Geschäftsführer Matthias Jurgovsky und dessen Stellvertreterin, Michaela Heß über die Ziele und die bisherigen Aktivitäten des hiesigen LEV. „Vernetzung“ und „Konsens“ sind grundlegende Prinzipien der Vereinsarbeit. Alle 27 Kommunen im Kreis sind Mitglied ebenso wie viele Gliederungen des NABU und des BUND sowie der Landesnaturschutzverband.




Das Land finanziert dauerhaft 1,5 Stellen und unterstreicht damit die hohe Bedeutsamkeit. Der Verein sorgt für eine halbe Stelle. Der Vorstand ist mit seinen neun Mitgliedern drittelparitätisch besetzt; die Vertreter der Kommunen, des Naturschutzes und der Landwirtschaft werden alle drei Jahre von ihren jeweiligen Gremien be- und ernannt. Vorsitzender ist Landrat Dr. Brötel. Bisher gibt es 18 Landschaftserhaltungsverbände in Baden-Württemberg, wohingegen Bayern flächendeckend versorgt ist, was auch hier angestrebt wird, da Naturräume sich bekanntlich nicht an Grenzen halten.

Die vielfältigen Aufgaben gründen sich meist auf bisherige Defizite: Viel Planung in den Schubladen stünden wenig Zeit, Personal und manchmal auch eine gering ausgeprägte Bereitschaft zur Umsetzung gegenüber. Auch unnötig hemmende Informationsdefizite z. B. über Natura 2000 erfordern eine sensible Beratung und „Werbung“, für die Jurgovsky und  Heß stehen. Dazu kommen originär eigene Projekte wie die Landschaftspflegetage, die demnächst in Katzental die Bevölkerung aktiv einbinden. Es nimmt die Idee Gestalt an, für die Früchte von Streuobstwiesen zu werben und sie zu vermarkten. Auch der Tourismus kommt hier ins Spiel. Regionalität sei dabei Trumpf, heißt es.

Die Gäste sicherten den Vertretern des LEV Neckar-Odenwald-Kreis ihre Unterstützung zu. Fraktionsvorsitzende Simone Heitz unterstrich, dass man ein Auge darauf haben werde, dass keine Aufgaben des amtlichen Naturschutzes übernommen werden. Sie werde zudem auf eine personelle Verstärkung dringen, damit ausgeräumten „effizienten“ Kulturräumen wie in Guttenbach entgegengetreten werden könne, wie Christine Denz anmerkte.

Abschließend schlug Hans-Detlef Ott vor, für die Zusammensetzung des nächsten Vereinsvorstandes einen Vertreter des Bundes für Milchviehhalter und der Öko-Landwirte aufzunehmen, damit auch diese ihre Interessen wahrnehmen könnten.

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