35 neue Lehrkräfte vereidigt

20130909-123802.jpg

(Foto: LRA)

Mosbach. (lra)Mit dem Schulanfang nach den großen Ferien beginnt im Neckar-Odenwald-Kreis nicht nur für die ABC-Schützen, sondern auch für 35 junge Lehrerinnen und Lehrer, die nach erfolgreichem Studium und Referendariat ins Lehramt übernommen wurden, der vielzitierte „Ernst des Lebens“. Sie treten eine Stelle an in einer der Schulen im Kreis. Traditionell werden Sie einige Tage zuvor vereidigt; zum ersten Mal fand die Feier im neuen Hauptgebäude des Landratsamtes statt.

Aus diesem Anlass war eine kleine Delegation aus dem Staatlichen Schulamt in Mannheim mit dem Leitenden Schulamtsdirektor Hartwig Weik an der Spitze nach Mosbach gereist. Die Begrüßung der erwartungsvollen Junglehrerinnen und Junglehrer übernahm Schulamtsdirektor Peter Frey, der als gebürtiger Mosbacher auch zuständig ist für den hiesigen Bereich. Er gratulierte allen zum bestandenen Staatsexamen und zur Einstellung im „Landkreis mit der schönsten Landschaft und dem ganz besonderen Menschenschlag“: „Die Odenwälder Mentalität erscheint zunächst vielleicht rau, ist im Kern aber sehr herzlich.“
Der als „Vorzeigeodenwälder“ titulierte Landrat übernahm das Wort und stellte zunächst das neue Hauptgebäude des Landratsamtes vor mit seinen vielen Besonderheiten – vom „green building“ über die Nistkästen für Mauersegler bis hin zur Blutbuche und zur Erinnerung an die Zigarrenfabrik Leopold Blum. Für den Lehrerberuf brach der Landrat eine Lanze: „Das ist ein wichtiger und verantwortungsvoller Beruf an Schulen, die hier im örtlichen Leben einen sehr hohen Stellenwert haben. Die Schulträger im Kreis engagieren sich in wirklich vorbildlicher Weise, was sie selbst bald spüren werden.“ Dr. Brötel brachte zum Ausdruck, wie sehr man sich über den Lehrernachwuchs im Kreis freue – und bat darum, die Vokabel „Versetzungsantrag“ ganz schnell aus dem Gedächtnis zu streichen: „Sie werden es nicht bereuen. Die schlechteste Schule bei uns ist immer noch besser als die beste in einer Großstadt.“

Dieser Meinung schloss sich auch Oberbürgermeister Michael Jann an. Als eigentliche „Großstadtpflanze“ lebe er schon über 20 Jahre im Neckar-Odenwald-Kreis: „ Und das sehr gut.“ Für die angehenden Pädagoginnen und Pädagogen hatte er eine „Strauß voller guter Wünsche“ parat. „Ich wünsche Ihnen, dass sie jeden Morgen mit einem guten Gefühl in die Schule gehen“ war einer davon.

Durchaus kritische Töne schlug Rektor Klaus Gramlich für den Örtlichen Personalrat der Lehrkräfte im Kreis an: „Die Sparpolitik im Bildungsbereich darf nicht fortgesetzt werden, die Personaldecke ist dünn und wird durch die Einsparung von 1000 Lehrerstellen im Land noch dünner werden.“ Tatsächlich hätten nur 34 Prozent der Absolventen ein Einstellungsangebot von öffentlichen Schulen erhalten. Dessen ungeachtet begrüßte Gramlich die „Neuen“ herzlich, lobte den Lehrerberuf, der – bei allen Problemen – nach wie vor sehr viele erfreuliche Aspekte böte und bot bei Schwierigkeiten und Fragen die Hilfe des Personalrates, die der Kollegen und die des Schulamtes an. Julia Goetze, Beauftragte für Chancengleichheit am Schulamt, versprach ebenfalls Unterstützung insbesondere dann, wenn es darum gehe, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Als letzter Grußwortredner sprach Schuldekan Martin Schwarz, der zugleich im Namen von Robert Schmeiser von der katholischen Kirche Grüße überbrachte, eine weitere Hilfe an: die „von oben“. Man könne viel planen, das Wachsen und Gedeihen liege aber in anderen Händen, denn es gäbe eine andere, nicht mess- oder zählbare Wirklichkeit.

Nach einem Film über den Neckar-Odenwald-Kreis und einer Präsentation des Staatlichen Schulamtes in Mannheim mit seinen Zuständigkeiten durch Peter Frey nahm Ltd. Schulamtsdirektor Weik dann die eigentliche Vereidigung vor, bevor er die Lehrerinnen und Lehrer mit allen guten Wünschen in ihre berufliche Zukunft im Neckar-Odenwald-Kreis entließ.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: