Katzenbuckel als Geotop 2013 ausgezeichnet

Einzigartiges Fenster der Erdgeschichte

KP Geotop auszeichnung wird ueberreicht

Dr. Jutta Weber (3.v.re.) überreicht Bürgermeister Markus Haas (3.v.li.) die Auszeichnung sowie das eigens aufgelegte Faltblatt zum Geotop des Jahres 2013. Auch die Landräte Dr. Achim Brötel (4.v.li.) und Matthias Wilkes (2.v.re.) sowie MdB Alois Gerig (2.v.li.) gratulierten. Auch aus dem Partnerlandkreis Vas in Ungarn waren Gäste mit Vizepräsident Ferenc Marton (li) an der Spitze auf den Katzenbuckel gekommen. Darüber hinaus war Dr. Ulrike Mattig (re.) vom Hessischen Wissenschaftsministerium als Vorsitzende des Expertengremiums „Nationale Geoparks“ nach Waldbrunn gekommen, um die Gründe für die Wahl zu erläutern.  (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Im Beisein einer Delegation aus dem ungarischen Komitat Vas mit dem Vizepräsident Ferenc Marton und dem Vorsitzenden der ungarischen Naturparke Bela Básthy wurde der Katzenbuckel auf der Gemarkung Waldbrunn, mit 626 Metern Höhe der höchste Berg des Odenwalds, vom UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald, der von Landrat Matthias Wilken als dessen Vorsitzenden und von Dr. Jutta Weber vertreten wurde, als „Geotop des Jahres 2013“ ausgezeichnet. Anlässlich dieser Auszeichnung wurde nicht nur eine Urkunde, sondern auch eine eigens aufgelegte Broschüre an den sichtlich stolzen Bürgermeister Markus Haas übergeben. Verantwortlich für die Wahl des Vulkanhärtlings zum Geotop war das Expertengremium „Nationale Geoparke“, dessen Vorsitzende Dr. Ulrike Mattig ebenfalls an den Katzenbuckel gekommen war. Darüber hinaus konnte der kommunale Hausherr Markus Haas auch den Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Achim Brötel und den Bundestagsabgeordneten Alois Gerig willkommen heißen. Darüber hinaus waren die Bürgermeister Peter Reichert (Eberbach), Egon Scheuermann (Sensbachtal), Rolf Reinhard (Abtsteinach) und Norman Link (Neckargerach und Zwingenberg). Außerdem waren Waldbrunns Bürgermeister a.D. Klaus Schölch und die Geschäftsführerin des Naturparks Neckartal-Odenwald Cordula Samuleit gekommen, um an der Feierstunde teilzunehmen.

Nach der Begrüßung ging Bürgermeister Markus Haas auf die Bedeutung des einzigartigen Katzenbuckels ein, der das Leben „eines Winterhauchlers von Kindesbeinen an mitbestimmt“. Daher sei er stolz darauf, diese fantastische Auszeichnung als Geotop des Jahres entgegennehmen zu dürfen. Sowohl wirtschaftlich und als auch sportlich habe der Berg Geschichte geschrieben. So entstanden in Waldkatzenbach aufgrund der Steinbrecherei und des erforderlichen Transports überdurchschnittlich viele Fuhrunternehmern. Mit Katja Seizinger und Kai sowie Timo Bracht machten hier Weltklasseathleten ihre ersten sportlichen Schritte. Noch heute zeugen der Lehrpfad „Weg der Kristalle“ und die Mattenschanze von dieser Vergangenheit. Nach der Stilllegung der Steinbrüche holte sich die Natur ihren Platz zurück und der „Kabu“ – wie er von der jüngeren Generation häufig genannt wird – rückte in den Fokus der Freizeitgestaltung und des Tourismus. Waren es früher meist Wintersportler, seien inzwischen Mountainbiker, Nordic-Walker, Wanderer und Jogger sowie Skilangläufer rund um den Katzenbuckel aktiv, stellte das Gemeindeoberhaupt den Katzenbuckel den zahlreichen Gästen vor.

Die Auszeichnung als Geotop, ein erdgeschichtliches Gebilde der unbelebten Natur das als Fenster der Natur Einblicke in die Erdgeschichte gewährt, zitierte Haas das Online-Lexikon Wikipedia, sei für den Katzenbuckel, das Aushängeschild der Region, ein Ausdruck von Wertschätzung, den man in Waldbrunn als Motivation begreife, alles für den Erhalt des Bergs in seiner jetzigen Form zu tun, damit auch künftige Generationen die Einzigartigkeit des ehemaligen Vulkans erfahren dürfen. Sie sollen schöne Stunden auf dem Gipfel verleben, wie es schon viele Besucher vorher taten, schloss Haas seine Ausführungen.

Landrat Dr. Achim Brötel freute sich ebenfalls über die Auszeichnung, die nach der Vergabe an die Tropfsteinhöhle Eberstadt im Jahr 2006 schon zum zweiten Mal in den Neckar-Odenwald-Kreis geht. Besonders freute sich Brötel über die Gäste aus dem Partnerkreis in Ungarn. Aus einer sehr lebendigen Partnerschaft sei inzwischen auch eine persönliche Freundschaft geworden. Da auch die Region Vas eine besondere geologische Formation besitze, schaffe weitere Verbundenheit. Mit einem Vulkanpark wird dies auch der Öffentlichkeit nahegebracht. Hier sehe er durchaus Möglichkeiten, um aus der Verbundenheit durch die beiden Vulkane Katzenbuckel und Kemenes einer weiteren Gemeindepartnerschaft für Waldbrunn.




Mit der Wahl des Katzenbuckels haben die Verantwortlichen des UNESCO-Geo-Naturparks eine hervorragende Entscheidung getroffen, so Landrat Dr. Achim Brötel weiter, spiele doch der ehemalige Vulkan eine zentrale Rolle in der touristischen Vermarktung in der Region, wie er als Vorsitzender der Touristikgemeinschaft Odenwald (TGO) hervor hob. Mit dem „Weg der Kristalle“ als geologischer und mineralogischer Lehrpfad, einer ausgesprochen sehenswerten Mineralienausstellung im Rathaus und dem im Frühjahr 2013 eröffnete 26,5 km lange Katzensteig als ideale Ergänzung zum Premiumwanderweg Neckarsteig, einem geobiologischen Lehr- und Übungsgarten bei der Katzenbuckel-Therme und vielem anderen mehr biete die Region rund um den Katzenbuckel unglaublich viele Möglichkeiten für Urlauber. Mit der Auszeichnung des Katzenbuckels als Geotop des Jahres 2013 werde dem sicher noch einmal weiterer Aufschwung verliehen, zeigte sich Brötel überzeugt.

Nicht nur deshalb habe sich die Mitgliedschaft des Neckar-Odenwald-Kreises und seiner Gemeinden im UNESCO-Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald längst als großer Glücksfall erwiesen, so Landrat Dr. Brötel abschließend.

Landrat Matthias Wilkes (Kreis Bergstraße) überbrachte als Vorsitzender des Geo-Naturpark ebenfalls Glückwünsche. Bereits seit elf Jahren verleihe man die Auszeichnung „Geotop des Jahres“ und der Katzenbuckel passe hervorragend in diese Reihe. Man sei daher froh, dieses erdgeschichtliche Juwel innerhalb des Geoparks zu haben. Außerdem lobte er die gute Zusammenarbeit über Gemeinde-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg. Geologie und Natur kennen keine administrative Grenzen, so Wilkes weiter. Es gebe nur eine Erde, deren Erhalt die Aufgabe des UNESCO-Geoparks sei. Daher dankte Landrat Wilkes für die Kooperation aller Beteiligten.

MdB Alois Gerig dankte für die wichtige Auszeichnung der Region. Auch wenn der Vulkan erloschen sei, wisse man doch, dass es vor 65 Mio. Jahre keine kalte Angelegenheit am Katzenbuckel gewesen sei. Man müsse daher das Feuer neu entfachen und hinaustragen, um den Tourismus zu beleben und so den Ländlichen Raum zu stärken.

Dr. Ulrike Mattig vom Hessischen Wissenschaftsministerium stellte als Vorsitzende des Expertengremiums „Nationale Geoparks“ kurz die Beweggründe für die Wahl des Katzenbuckels vor. Geotope seien Denkmäler der Natur und sollen zum Nachdenken anregen. Am Katzenbuckel fänden sich seltene Mineralien, was den Berg zu einem Hotspot für Wissenschaftler mache, hob sie die Bedeutung hervor.

Dr. Jutta Weber stellte anschließend die Geotope der vergangenen Jahre vor. Anschließend übergab sie Bürgermeister Markus Haas die Urkunde sowie die eigens zum Anlass aufgelegte Broschüre „Der Katzenbuckel in Waldbrunn – Vulkanschlot und Odenwaldgipfel – Geotop 2013“.

Nach einem kurzen Umtrunk, bei dem auch das Laugengebäck „Tremmi“ und die Rauchpeitsche „Katzensteiger“ sowie Grünkernküchle serviert wurden, durften die zahlreichen Besucher das Geotop des Jahres 2013 im Rahmen einer Exkursion zu Erdgeschichte, Landschaft und Kultur besser kennenlernen. 

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