Drogenhandel im Knast vor Landgericht

Heilbronn. (pm) Am Freitag, den 11. Oktober beginnt vor der Großen Strafkammer am Landgericht in Heilbronn die juristische Aufarbeitung eines nicht alltäglichen Drogenrings.

Die Staatsanwaltschaft klagt vier Männer im Alter von 25 bis 38 Jahren an, und wirft ihnen vor, in der JVA Heilbronn einen schwunghaften Drogenhandel aufgezogen zu haben.

Die Angeklagten sollen Mitglieder einer innerhalb und außerhalb der Justizvollzugsanstalt Heilbronn agierenden, straff organisierten Gruppierung gewesen sein, deren Ziel gewesen sein soll, Betäubungsmittel in die Vollzugsanstalt zum teilweisen Eigenkonsum, größtenteils jedoch zum gewinnbringenden Absatz an andere Gefangene zu schmuggeln. Die aus ehemaligen Sowjetrepubliken kommenden Mitglieder des Verbandes sollen nach den Regeln einer aus Russland stammenden Organisation gehandelt haben, die eigene Strukturen, Kommunikationsformen und eigene Verhaltenskodizes aufweisen soll.

Innerhalb der Gruppierung soll es Anführer als oberste Instanz gegeben haben. Daneben sollen „Stockwerksbosse“ auf mittlerer Führungsebene agiert haben. Auf der unteren Hierarchieebene sollen so genannte „Arbeiter“ eingesetzt worden sein. Die Gruppierung soll außerhalb der Justizvollzugsanstalt über einen breiten Unterstützerkreis verfügt haben. Die Gruppierung soll auf diese Weise einen Handel mit Heroingemisch, Marihuana, Haschisch, Kräutermischungen und Subutex betrieben haben.




Den Angeklagten B. und K. wird vorgeworfen, außerhalb der Vollzugsanstalt eine „Schlüsselposition“ innerhalb der Gruppierung eingenommen zu haben. Der Angeklagte B. soll dabei Verwalter der „Gemeinschaftskasse“ und des gemeinsamen Rauschgiftdepots gewesen sein. Der Angeklagte P. soll innerhalb der Struktur für die Beschaffung und den Verkauf von Rauschgift in der Vollzugsanstalt zuständig gewesen sein und nach seiner Haftentlassung mit dem Angeklagten K. gemeinsam für die Organisation der Beschaffung und des Transports von Rauschgift in die Vollzugsanstalt zuständig gewesen sein. Der Angeklagte O. soll der mittleren Führungsebene angehört haben. In seine Zuständigkeit soll unter anderem die Beschaffung von Betäubungsmitteln, deren Transport in die Vollzugsanstalt, die Bargeldbeschaffung sowie das Einfordern von Zwangsabgaben gefallen sein.

Die Strafkammer hat neben den vier Angeklagten, acht Verteidiger, 101 Zeugen, einen Sachverständigen und zwei Dolmetscher geladen. Die Strafkammer verhandelt in der Besetzung mit einem Vorsitzenden, zwei Beisitzern und zwei Schöffen; zudem nehmen an der Verhandlung ein Ergänzungsrichter und zwei Ergänzungsschöffen teil.

Der Prozess wird voraussichtlich am 30. Januar 2014 zu Ende gehen.

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