Landschaftserhaltungsverband mit ersten Erfolgen

Mosbach. Neun Monate, nachdem der beim Landratsamt angesiedelte Landschaftserhaltungsverband (LEV) Neckar-Odenwald-Kreis seine Arbeit aufgenommen hat, wurde erstmals zu einer Mitgliederversammlung – unter anderem sind alle 27 Gemeinden des Landkreises Mitglied – eingeladen. Bei der konnte Geschäftsführer Matthias Jurgovsky schon erfreulich viel Konkretes berichten. Das kam gut an und nicht zuletzt Landrat Dr. Achim Brötel, der Vorsitzender des LEV ist, lobte den Geschäftsführer und seine Stellvertreterin Michaela Hess für die geleistete Aufbauarbeit, aber auch für die konkreten Projekte, die bereits angelaufen sind.

Zum Hintergrund: Wie viele andere Regionen auch besitzt der Neckar-Odenwald-Kreis eine artenreiche Kulturlandschaft, die von Menschenhand über viele Jahrhunderte hindurch geschaffen wurde. Die zu pflegen und zu erhalten ist gleichermaßen eine Aufgabe des Landkreises wie auch der Städte und Gemeinden. Seit Jahren nehmen die gesetzlichen Aufgaben – auch auf der EU-Schiene –  kontinuierlich zu, immer neue Programme werden aufgelegt, Schutzgebiete mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten werden ausgewiesen. Die Aufgaben werden also immer vielfältiger, die Umsetzung aufwändiger. Für die Landwirtschaft mittlerweile unattraktive, an Artenvielfalt aber ungeheuer reiche „Randertragslagen“ wie nasse Wiesen,  trockene Lagen oder Steilhänge werden nicht mehr – wie früher – von den Bauern genutzt und verbuschen. Irgendwann stünde dort wieder Wald wie im frühen Mittelalter. Der Artenreichtum, typische Landschaftsbilder und durch die historische Nutzung geschaffene Biotopstrukturen gehen verloren.

Hier setzt der LEV an. In Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Landwirtschaft und den anerkannten Naturschutzverbänden im Kreis organisiert, koordiniert bzw. setzt er die erforderlichen Erhaltungs-, Entwicklungs-, Extensivierungs- und Pflegemaßnahmen um, beteiligt sich an Artenschutzmaßnahmen und Biotopvernetzungskonzepten und versucht, Fördermittel zu akquirieren.




Nach der Begrüßung durch den Landrat und der Feststellung der Regularien berichtete Jurgovsky von seinen Aktivitäten seit der Gründung: Organisation, Antrittsbesuche bei den Mitgliedern (Kommunen und Naturschutzverbände und der Kreisbauernverband), Infoveranstaltungen, Entwicklung von Projektideen im gesamten Landkreis und auch schon deren konkrete Vorbereitung. Außerdem die Fortführung von 68 bereits laufenden Verträgen über Pflegemaßnahmen. „Natürlich liegt uns die klassische Landschaftspflege als Kernaufgabe eines LEV´s am Herzen. Aber wir legen auch viel Wert auf Beratung, auf die Schaffung von Biotopverbünden gerade auch in „ausgeräumten“ Landschaften und auf die Erhaltung von Streuobstwiesen“, erklärte Jurgovsky.

Am Beispiel eines verbuschten Trockenhangs im Brühl bei Waldmühlbach, für den bereits ein Pflegekonzept steht, und verschiedener Landesflächen im Elztal bei Langenelz, die eine hohe Artenvielfalt aufzeigen, aber ebenfalls gepflegt werden müssen, stellte der Geschäftsführer bereits in der Durchführung begriffene Projekte vor. Weitere konkrete Maßnahmen stehen unter anderem in Bödigheim, in Hardheim, Waldbrunn, Oberschefflenz und Walldürn an. Landschaftspflegetage, bei denen sich jedermann einbringen kann, sind in Hollerbach und Waldmühlbach geplant. „Bringen Sie sich mit ihren Ideen und Anregungen ein, der LEV lebt davon“, legten Jurgovsky und auch der Landrat den Mitgliedern ans Herz.

Es folgten Kassenbericht, Jahresabschluss 2012 und die Annahme des Wirtschaftsplans für 2013, vorgetragen von Kassenprüfer und Bürgermeister Norman Link aus Neckargerach. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig. Die Wahlen bestätigten den Status quo: Wolfgang Hauck, Beigeordneter der Stadt Buchen, bleibt stellvertretender Vorsitzender, die Kassenprüfung obliegt auch weiterhin Norman Link und Herbert Kempf. Die nächste Mitgliederversammlung, bei der Jurgovsky noch mehr konkrete Beispiele bringen will und der sich dann auch eine entsprechende Exkursion anschließen wird, findet am 10. April 2014 in Schefflenz statt.

 

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