„Verbrannte Flügel“ im Rathaus-Foyer

Verbrannte Fluegel

Klavierabend: Tastenduo Tramer/Autenrieth spielt Benefizkonzert am Apfeltag. (Foto: pm)

Eberbach. (ra) Der Traum vom Fliegen währte für Ikarus nur kurz. Er kam der Sonne zu nahe und verbrannte sich die Flügel. „Verbrannte Flügel“ lautet auch das Motto eines Klavierabends am 20. Oktober um 18.00 Uhr im Foyer des Eberbacher Rathauses.

Dabei spielen Hartmut Tramer und Ronald Autenrieth erstmals auf einem rein akustischen Klavier, „unplugged“ quasi. Dennoch verspricht das Konzert am Abend des Eberbacher Apfeltages spannend zu werden, gibt es doch einiges an pianistischen Höhenflügen und Abstürzen zu bestaunen.

Ronald Autenrieth spielt die Uraufführung seiner „Phaeton-Suite“ nach Bildern seines Sohnes Simon Autenrieth, die zur Musik projiziert werden. Dabei möchte Phaeton einmal den Himmelswagen seines Vaters Helios lenken. Dies geht gründlich schief, die Erde fängt Feuer, am Ende hilft nur das heftige Eingreifen von Göttervater Zeus. Auch Autenrieths Musik greift hier zu drastischen Mitteln. Cluster, Glissandi, ausgehaltene Resonanztöne und andere unkonventionelle Spieltechniken kommen zur Anwendung. Hartmut Tramer schickt ein Werk Mozarts auf einen Höhenflug oder intoniert ein „Konzert für gestutzten Flügel und unberechenbares PC-Orchester.“ Dazu kommen lyrische Stücke von Edvard Grieg, wie der „Zug der Trolle“.




Pianistisch konventionell gestaltet Autenrieth eine Passage aus der Oper „Elektra“ von Richard Strauss, in welcher sich die Protagonistin, metaphorisch gesprochen, gleichsam die Flügel verbrennt, wobei hier ebenfalls der Vaterliebe eine zentrale Rolle zukommt.

Auch das Preludio aus Giuseppe Verdis „Attila“ passt hier ins Bild: Attila ließ bei seinen Raubzügen den Vater Odabellas massakrieren. Sie schwört Rache und stößt ihm im Finale sein eigenes Schwert ins Herz. Abkühlung nach so viel Heißblütigkeit verspricht ein „Brunnen im Park“ aus „Pelléas et Mélisande“ von Claude Debussy.

Musikalische Dramatik und Originalität sind bei Tramer und Autenrieth auch ohne elektronische Instrumente garantiert. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei, Spenden zugunsten des Eberbacher Paulusheims werden am Ausgang gerne genommen.

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