Mudauer Kleinkunstabend begeistert Publikum

NZ Gschmack

(Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) „Gschmackvoll“ war der 3. Mudauer Kleinkunstabend unter der Regie der Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher mit seinem kulturellen Vier-Gänge-Menü zweifellos, vor allem stand die Kunst ganz sicher im Mittelpunkt während der kulinarische Part dieses Mal aus „gschmackvollem Fingerfood“ bestand und daher als „Naschwerk“ galt. Unter der gekonnten Moderation von Carlo Götz genoss das Publikum in der ausverkauften Odenwaldhalle Künstler und Künstlerinnen aus Mudau und „der näheren Umgebung“ – in diesem Fall Buchen – die wahre Begeisterungs- und Beifallsstürme auslösten.

Schon die Vorspeise mit Franziska Schäfer (Flügel, Cajon, Gitarre) aus Reisenbach und Nadine Heck (Gesang, Gitarre, Ukulele) aus Langenelz war ein vielschichtiges Gedicht in „Mix aus Pop“. Die beiden begeisterten mit Stücken wie „Someone like you“, „Hey Jude“ oder „Tonight“ und durften erst nach Ihrer „Halleluja“-Zugabe unter Staccato-Applaus von der Bühne. Im Hauptgang überzeugte dann das Buchener Allround-Talent Christof Kieser, der sich dem Kabarett als neueste Herausforderung unter dem Titel „Nichts Neues vom Stammtisch“ gestellt hatte und damit die Zwerchfellmuskulatur seines Publikums gewaltig strapazierte. Schließlich gibt es am Stammtisch kein Tabu-Thema und wenn dann einer mit nahezu allen Politikern des Kreises (bis auf einen), also Landrat Dr. Brötel, MdB Gerig, den Bürgermeistern (ob Burger oder Dr. Rippberger) ja sogar mit Mudaus OV Schork auf Du und Du steht und sie Achim, Alois, Roland, Mini oder Dule Klaus Erich nennen darf, dann kommen am Stammtisch schon einige delikate Details zur Sprache.




So machte der humorvolle Stammtischler beispielsweise dem Buchener Bürgermeister klar, dass die Größe einer Stadt nicht am Outfit ihrer Stadthalle, sondern am Zustand ihres Bahnhofsklos zu messen sei. Er fragte sich, ob die neu gewählten vier Abgeordneten des Neckar-Odenwald-Kreises, darunter „de Allies als Obama vom Schlempertshof“ künftig eine Fahrgemeinschaft bilden und wer dann das Navi einstellt. Und er stellte grundsätzlich die Glaubwürdigkeit von Politikern in Frage. Weiter lobte er Mudau als sichersten Ort im Neckar-Odenwald-Kreis, dem man allerdings erklären müsse, was die Verbandsliga im Fußball ist und er kam bei einer komplizierten Stammtischrechnung mit der 3. Wurzel aus endlich vielen Nullen auf den überraschenden Schuldenstand von 6,5 Mio. Euro und dass „derda“ nicht schuld ist.  Kieser nahm fast alles von Politik über Familienleben bis hin zu den modernen Kommunikationsmitteln unter die Stammtischlupe bis er schließlich beim vierten Bier unter tosendem Beifall und Zugaberufen zu dem weisen Schluss kam: „Erst wenn der  letzte Stammtisch verschwunden ist, werdet ihr feststellen, dass man Whatsapp nicht trinken kann!“

Als optischen Snack zwischendurch kredenzte anschließend der Mudauer Jürgen Kieser, genannt „Cheesy“ mit seinen flammenden Pendeln und brennenden Jonglierstäben sowie Feuerschlucker-Artistik unglaubliche optische Effekte und echte „Hingucker“ als Erholung für die Zwerchfellmuskulatur. Auch er riss sein Publikum mit und von den Stühlen. Das Dessert entpuppte sich dann als Trilogie von Atemtherapeutinnen, die sich im Waldauerbacher „Haus der Stille“ so gar nicht still gefunden hatten. Angekündigt als „Elisabeth Sandel und Ensemble“ zog die bekannte Liedermacherin die Gschmackvoll-Gäste zusammen mit ihren Kolleginnen Silke Busch (Hardheim) und Irmtraud Weber (Geige) ganz in ihren Bann, was durch Taktklatschen oder Mitsingen deutlich wurde. Mal als Solistin, mal mit einer oder beiden Kolleginnen servierte Elisabeth Sandel humorvoll Nachdenkenswertes mit dem jüngst prämierten Mundartstück „Hosch mer irgendwas zum feschdhalte“, dem „Hans im Glück“ ebenso wie mit dem Tauflied „Du bist geliebt oder dem pädagogischen Coaching-Programm „Des wird nix“ bzw. dem Rat „Gib deinem Weg die Ehre, ein Pilgerpfad zu sein“. Ausschließlich lustig kam die Geschichte vom Marder „Heiner“ und als großer Erfolg konnte das Potpourri aus Klezmer-Musik gewertet werden. Die ebenso ausdrucksstarke wie schwungvolle jiddische Musik wurde dann auch zu gerne in der Zugabe angenommen. So war auch der dritte Mudauer Kleinkunstabend ein gschmackvoller Beweis um die kulturellen Schätze und Talente im eigenen nahen Umfeld.

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