Die „Brot-Lernwerkstatt“ hat geöffnet

Brotwerkstatt

In der „BROT-Lernwerkstatt“ dürfen Schülerinnen und Schüler, aber auch interessierte Erwachsenengruppen, beim Fachdienst Landwirtschaft des Landratsamtes in Buchen und ab 2014 auch in Mosbach neben einem theoretischen Teil unter dem Titel „Starke Typen aus Schrot und Korn“ auch ganz praktisch Brötchen backen. (Foto: LRA)

Buchen. (lra) Wer bei „Starke Typen aus Schrot und Korn“ an einen alten Italo-Western mit Bud Spencer denkt, liegt falsch. Was die Besucher des Fachdienstes Landwirtschaft dort ganz aktuell unter diesem Titel erwartet, das ist eine „BROT-Lernwerkstatt“. Und die schließt nahtlos an die im Rahmen der Landesinitiative Blickpunkt Ernährung gesetzten Schwerpunktthemen der letzten Jahre: Gemüse, Obst, die Kartoffel oder Getränke. 2005/2006 startete die Landesinitiative, die informieren und sensibilisieren will für gesunde Ernährung, im Übrigen bereits mit dem gleichen Thema: Der Weg vom Korn zum Brot. Acht Jahre später ist nicht nur ein Großteil der Ansprechpartner – vor allem Schülerinnen und Schüler hauptsächlich der 3. bis 7. Klassen aller Schularten – ein anderer geworden, auch die „Lernwerkstatt“ mit insgesamt 13 Lernstationen und dem praktischen Küchenteil ist komplett neu konzipiert.

Zur offiziellen Eröffnung hatten sich neben Landrat Dr. Achim Brötel auch die Leitende Landwirtschaftsdirektorin Andrea Stegili aus dem Regierungspräsidium Karlsruhe, Schulrätin Petra Wohlfarth vom Staatlichen Schulamt Mannheim, Buchens Beigeordneter Wolfgang Hauck, für die Bäcker-Innung Buchen Oskar Breunig, Christof Kieser von der Zentralgewerbeschule Buchen sowie Christina Anger als Vertreterin des Berufsbildungswerkes eingefunden. Christa Herkert vom Fachdienst Landwirtschaft, Referat Ernährung und Hauswirtschaft hatte mit ihren Kolleginnen Marion Schmidt-Kowalke und Ruth Weniger die Feierstunde vorbereitet, an der auch der Leiter des Fachdienstes, Bernhard Heim, teilnahm.

Mit jedem einzelnen Schwerpunktthema konnten zuletzt mehr als 2500 Schülerinnen und Schüler erreicht werden zuzüglich vieler Erwachsenengruppen: Tagesmütter, Erzieherinnen, Sportgruppen, Landfrauen und andere. Der Fachdienst geht mit den jeweiligen Themen auch offensiv nach außen und nimmt mit entsprechendem Info- und Anschauungsmaterial an vielen Veranstaltungen teil, von Tagen der offenen Tür über Märkte bis hin zu Thementagen.




„Brot öffnet jeden Mund“, zitierte der Landrat bei seiner Begrüßung; er betonte insbesondere die Regionalität des Brotes: „Brot ist von der Getreideerzeugung in der heimischen Landwirtschaft angefangen bis hin zur Herstellung und zum Verkauf in unseren Bäckereien durch und durch ein Produkt aus der Region, das allein deshalb schon unser besonderes Vertrauen verdient. Wer sieht, wie Lebensmittel produziert werden, weiß ihren Wert auch besser zu schätzen.“

Auch für Andrea Stegili war die Wertschätzung ein wichtiges Thema: „Brot ist ein so hochwertig erzeugtes Lebensmittel, dessen eigentlicher Wert sich im Preis eigentlich nicht widerspiegelt und das oft nicht die Wertschätzung erfährt, die ihm zustehen müsste.“ Dass der Fachdienst Landwirtschaft mit der BROT-Lernwerkstatt genau hier ansetzen will, lobte auch Wolfgang Hauck, bevor Christa Herkert einstieg in die Thematik – mit einer kurzen „Brotmeditation“. Auch die sollte letztlich Achtsamkeit diesem wertvollen Lebensmittel gegenüber erzeugen, von dem pro Kopf und Jahr allein in Deutschland rund 12 Kilo im Müll landen –  bei einem Verbrauch von rund 85 Kilogramm. „Zu schade für die Tonne“ gilt zweifellos auch hier, weshalb in den im Rahmen der Lernwerkstatt weitergegebenen Rezepten auch Rezepte für die Verwertung von altbackenem Brot enthalten sind.

Während die Fachfrau über die methodische und didaktische Konzeption berichtete, waren nebenan Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Wimpina-Grundschule in zwei Gruppen sowohl in der Küche als auch in der Lernwerkstatt zugange. Während im theoretischen Teil tatsächlich „vom Acker bis zum Teller“, also von den unterschiedlichen Getreidekörnern bis hin zum fertigen Brot  gelernt, geforscht, gefühlt, gerochen und geschmeckt wird, darf in der Lehrküche jeder mit selbst angesetztem Hefeteig sein eigenes Brötchen und ein Mohnzöpfchen backen und später natürlich auch mit selbstgemachter Butter in verschiedenen Geschmacksvarianten verkosten. Einmal mehr ist da „learning by doing“ angesagt und da steht dann nicht nur das Backen im Vordergrund. Beachtet werden müssen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften, rationelle Arbeitstechniken, einfache Rechenregeln für die Mengenangaben und soziale Kompetenzen.

„Bei den meisten Schulen gehört ein Besuch hier bei uns oder im nächsten Jahr dann auch in Mosbach schon zum festen Programm“,  erklärte Christa Herkert, die mitsamt ihren Fachfrauen für Bewußte Kinderernährung für dieses Jahr dann auch schon ausgebucht ist.

Info und Kontakt: Christa Herkert, Fachdienst Landwirtschaft, Telefon 06261/841619, E-Mail christa.herkert@neckar-odenwald-kreis.de

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