Fleißige Biene und engagierte Imker

Imker und Bienen

Imker Bernd Häse (li.) informierte über das Leben im Bienenstock. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. (mh) Im Rahmen der 4. Waldbrunner Mostwochen, die kürzlich im Feriendorf stattfand, berichtete Bernd Häse von seiner Tätigkeit als Imker in Waldbrunn und erläuterte den Teilnehmern dieser Infoveranstaltung die Zusammenhänge zwischen Bienenzucht und Honigernte sowie der Bedeutung für die Ernährung bzw. die Landwirtschaft.

Im Herbst zur Entezeit, wenn Bäume und Pflanzen Früchte
tragen, ist vielen Menschen nicht mehr bewusst, dass wir das vielfältige Nahrungsangebot einem staatenbildenden Insekt zu verdanken haben, nämlich den Honigbienen.

Denn nicht nur Honig, ein seit Jahrtausenden von Menschen geschätztes Lebensmittelt, das schon bei den Pharaonen in Ägypten beliebt war, wie Grabbeigaben beweisen, ist das Produkt der fleißigen Hautflügler, auch für die Bestäubung von von Nutz- und Blühpflanzen ist das Tier zuständig. Damit bilden Honigbienen eine wesentliche Grundlage für die menschliche Ernährung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 80 Prozent der genannten Pflanzen werden von den Sechsbeinern bestäubt werden. Insgesamt leistet ein Bienenvolk Bestäubungsarbeit im Wert von ca. 800 Euro, erfuhren die Zuhörer, die ins Feriendorf Waldkatzenbach gekommen waren.

In einer aufwendig gestalteten Ausstellung zeigte Imker Bernd Häse aus Oberdielbach die für Zucht und Pflege der Bienenvölker sowie zur Honiggewinnung notwendigen Gerätschaften. Darüber hinaus beantwortete er die Fragen der interessierten Zuhörer und vermittelte eindrucksvoll die Imkerei.

Natürlich ging es auch auf das Leben in einem Bienenstock ein, zeigte die Vorgänge, die zur Zucht von Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen führen und vermittelte deren unterschiedlichen Aufgaben und Bedeutung im Bienenstaat. Auch die verschiedenen Honigarten und deren Zusammensetzung waren Gegenstand der Veranstaltung. Wissenswertes über die Entstehung von Gelee Royal, Propolis und deren Verwendung und Nutzen für Menschen fand ebenfalls Gehör. Zwei Bienenschaukästen ermöglichten den Anwesenden interessante Einblicke in das Leben in einem Bienenstock.




Deutlich wurde durch Häses Ausführungen das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur und die Bedeutung für das Leben auf unserem Planeten. Nachhaltige Landwirtschaft und ein Sinn für die Zusammenhänge sei dabei unabdingbar, so der Imker.

Ausgeräumte, monotone Landschaften und der exzessive Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln führe zu bienenfreien Landschaften, wie Häse am Beispiel chinesischer Landstriche aufzeigte. Dort müssten Menschen die Bestäubung der Pflanzen übernehmen, um dadurch die Nahrungsmittelproduktion zu erhalten.

Blühstreifen entlang von Feldrainen, Blumensaaten an Landstraßen, wie man sie seit geraumer Zeit immer häufiger sieht, aber auch naturnahe Gartengestaltung seien von großer Bedeutung auch im Odenwald, wusste Bernd Häse weiter zu berichten.

Dass rund um Waldbrunn viele Wiesen nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden und dadurch artenreiche Ökosysteme mit vielen Blüten entstehen, wirke sich auch auf die hervorragende Qualität des Waldbrunner Honigs aus, der regelmäßig mit Goldmedaillen bedacht werde. Auch der Erhalt von Streuobstwiesen durch den NABU Waldbrunn und engagierte Privatpersonen, schaffe Lebensräume und ein großes Nahrungsangebot für Bienenvölker.

Zum Abschluss überreicht Imker Bernd Häse Kostproben seines goldprämierten Wald- und Blütenhonigs. Außerdem gab es Wabenhonig und ein Honiglikör zum Probieren.

So gestärkt bedankte sich Marina Hofherr von der Tourist-Information der Gemeinde Waldbrunn für einen Informativen Nachmittag mit dem Waldbrunner Imker. Gerade die Arbeit Häses und seiner Kollegen auf dem Winterhauch zeige die große Bedeutung der Waldbrunner Mostwochen auf. 

Infos im Internet:

www.mostwochen.de

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