Erster Deutscher Obstwiesenkongress in Buchen

Obstwiesen sind Fitnessstudios im Grünen – Imagewandel für Obstwiesen gefordert

Buchen. (pm)  „Im Zuge einer neuen Landlust entdecken wieder mehr junge Menschen die heimischen Obstwiesen als einen reizvollen Ausgleich zum oft stressbetonten Berufsalltag. Wenn es jetzt gelingt, diesen Trend zu einem Imagewandel der Obstwiesen vom arbeitsintensiven Erbe hin zum eigenen Bioladen, Wellnessoase und Fitnessstudio im Grünen werden zu lassen, besteht eine echte Chance zur Erhaltung eines einmaligen Kulturgutes in Deutschland“ so einmütig Claus Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg und Rolf Heinzelmann, Verbandsdirektor des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL).

Zusammen mit dem Verband der Gartenbauvereine in Deutschland (VGiD), der Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland, veranstaltet die Umweltakademie Baden-Württemberg und der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) am morgigen Samstag (12.10.2013) in der Stadthalle in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) den Ersten Deutschen Obstwiesenkongress und zugleich den sechsten süddeutschen Streuobstkongress. Es werden insgesamt 200 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands erwartet.

Die Natur- und Kulturlandschaft Baden-Württembergs verdankt ihre große biologische Vielfalt nicht nur ganz unterschiedlichen Landschaftsformen und den hauptberuflichen Bewirtschaftern. Es sind vor allem die zahlreiche Grundstückseigentümer und Pächter, die ihre ökologisch bedeutsamen Obstwiesen in der Freizeit mit viel Mühe, Fleiß und großem körperlichem Einsatz pflegen und erhalten. Durch ihr Hobby leisten diese „Stücklesbesitzer“ einen unschätzbaren Beitrag für die Landschaftspflege der Biodiversität, das Standortmarketing und die grüne Infrastruktur Baden-Württembergs.

Noch sind die Bewirtschafter von Obstwiesen 70 Jahre und älter und es drohte in den vergangenen Jahren ein ökologisch sehr wertvolles Kulturgut verloren zu gehen.

Doch dank der emsigen Arbeit von Obst- und Gartenbauvereinen, Obstinitiativen und Obstbaumliebhabern gelang es, fast verlorenes Wissen neu zu entdecken und damit zu bewahren.




Dadurch besteht nach Ansicht von Akademieleiter Claus Peter Hutter und seiner Mitveranstalter eine gute Ausgangsbasis, das wachsende Interesse an der neuen Landlust mit dem wertvollen Wissen der älteren Generation zu verknüpfen und immer mehr Menschen für die Arbeit in der Obstwiese zu begeistert.

„Die Pflege von Obstgärten muss einem am Herzen liegen, so wie man Schlösser und Burgen erhält, Familienschmuck nicht einfach verkauft und das Gedankengut von Schiller, Hegel und anderer großer Poeten bewahrt“, forderte Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, die den Kongress gemeinsam mit dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) sowie dem Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V. (VGiD) initiiert.

„Nur wenn es gelingt, die nachfolgenden Generationen für die Pflege von Obstgärten und anderer Arbeiten im Garten zu begeistern, kann unsere vielseitige Kulturlandschaft erhalten werden und eine Rückbesinnung auf Ernährungsgewohnheiten im Einklang mit der heimischen Natur erwirkt werden“, betont auch Rolf Heinzelmann, Verbandsdirektor des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) und Mitveranstalter des Kongresses.

Ein Imagewandel in Sachen Streuobst ist also dringend erforderlich und soll durch den Ersten Deutschen Obstwiesenkongress in Buchen eingeläutet werden. Erstmalig kommen Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen und berichten von Erfolgsmodellen, die wesentlich zum Imagewandel für die Obstwiesen beitragen können. „Die Apfelsaft-Aufpreisinitiativen der vergangenen Jahre sind ein wichtiger und richtiger Schritt. Doch die Lösungsansätze zur Förderung unserer Obstwiesen müssen vielfältiger sein und die Wissenserosion muss gestoppt werden durch fachliche Weiterbildung und Motivation zur Pflege“ erklärt Rolf Heinzelmann, der Verbandsdirektor des Landesverbands für Obstau, Garten und Landschaft (LOGL).

Und das sollen die Botschaften des Kongresses sein:

Obstgärten sind Fitnessclub im Freien, der eigene Bioladen, Klimaschutzzentrum und Naturspielplatz für die Hobbygärtner von morgen!

„All das und vieles mehr macht die Obstwiesen zu lebendigem Kulturerbe und Naturparadies, für die es eine Zukunft geben soll“, so die Veranstalter.

Der Kongress bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, eben diesen Facettenreichtum alter Streuobstwiesen neu zu entdecken und so den Imagewandel in Sachen Streuobst auch auf das eigene „Stückle“ zu tragen.

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