Uni Heidelberg kritisiert unberechtigte Vorwürfe

Heidelberg. (pm) Das Universitätsklinikum Heidelberg und die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg weisen die öffentlichen Vorwürfe zurück, die Karl Klein, CDU, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg, gegen die Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechtsmedizin, Professor Kathrin Yen, erhoben hat. Der Klinikumsvorstand hält es für unverantwortlich, dass personenbezogene Verdächtigungen aufgrund von anonymen Quellen öffentlich diskutiert und interne Dokumente des Klinikums an die Medien weitergegeben werden. Das Gespräch mit dem Klinikumsvorstand und der Betroffenen ist bislang von MdL Klein nicht gesucht worden.  

Professor Yen ist seit dem 1. März 2011 Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg und wurde als herausragend qualifizierte  Vertreterin ihres Faches berufen. Die Österreicherin leitete zuvor das Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung in Graz, das sie aufgebaut hat, und von 2007 bis 2009 die Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Graz in der Steiermark. Das Berufungsverfahren erfolgte in den Jahren 2010 und 2011 entsprechend den Qualitätsanforderungen und Vorschriften der Universität Heidelberg.

Klinikum und Fakultät stehen hinter der Leiterin des Instituts für Rechtsmedizin und schätzen ihre Leistungsstärke und Kompetenz, die sie u.a. bei dem Aufbau der ersten Gewaltambulanz in Baden-Württemberg gezeigt hat.

Der Vorstand des Universitätsklinikums Heidelberg ist stets für Gespräche zu allen Vorgängen im Klinikum offen. Der Klinikumsvorstand hat kein Verständnis dafür, dass MdL Klein die Gelegenheit zu einem klärenden Gespräch nie wahrgenommen hat, sondern erneut den Weg über die Öffentlichkeit gewählt hat. Nach den ersten Veröffentlichungen durch den CDU-Politiker im September 2013 hat der Klinikumsvorstand das Gespräch mit ihm gesucht und einen Gesprächstermin  für Montag, den 21. Oktober 2013, vereinbart. Der Vorstand des Universitätsklinikums ist nach wie vor bereit, die Angelegenheit mit Karl Klein zu besprechen, und setzt auf eine konstruktive Klärung der Sachverhalte.




Die Presse hat infolge der von MdL Klein übermittelten Information von mutmaßlichen Beschwerden über die Arbeit im Rechtsmedizinischen Institut erfahren. Das Universitätsklinikum Heidelberg hat für derartige Fälle 2010 ein unabhängiges Ombuds-Gremium eingesetzt, das stets alle Beschwerden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch anonymer Art, entgegennimmt und bearbeitet.

Zu dem Vorwurf der rückwirkenden Beantragung der Anerkennung als Fachärztin sowie der Weiterbildungsermächtigung hat die Landesärztekammer Baden-Württemberg wie folgt Stellung genommen:

„Die Qualifikation von Frau Professor Yen als weiterbildungsbefugte Fachärztin für Rechtsmedizin steht außer Frage. Frau Professor Yen verfügte zum Zeitpunkt ihres Dienstantrittes in Heidelberg über eine Anerkennung als Fachärztin für Rechtsmedizin in der Schweiz und in Österreich. Bereits die von ihr innerhalb der Europäischen Union (Österreich) erworbene Qualifikation als Fachärztin für Rechtsmedizin und ihre reichhaltige Berufserfahrung in leitenden Positionen belegen, dass sie bei ihrem Dienstantritt als Leiterin des Heidelberger Instituts für Rechtsmedizin dort als weiterbildungsberechtigte Fachärztin tätig sein konnte. Europarechtlich war sie bereits zu diesem Zeitpunkt berechtigt, in Deutschland ihren Beruf als Rechtsmedizinerin auszuüben.

Die Umschreibung der österreichischen Facharztanerkennung in den deutschen Facharzt durch die Bezirksärztekammer Nordbaden hatte angesichts der nachgewiesenen Qualifikationen lediglich formellen Charakter. Die Weiterbildungsbefugnis wurde Frau Professor Y. rückwirkend zum 1. März 2011 mit Rücksicht auf die zum Zeitpunkt ihres Dienstantrittes nachgewiesene Qualifikation erteilt.“

Die CDU-Fraktion will den Rektor der Uni Heidelberg bereits am 24. Juli mündlich und schriftlich informiert haben. Ein angebotenes Gespräch habe aber nicht stattgefunden, so eine Pressemitteilung des Fraktionsvorsitzenden MdL Peter Hauk. Auch die entscheidenden Fragen nach der Facharztqualifikation und Weiterbildungsbefugnis bleiben laut Hauk ungeklärt.

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