Freiwillige Feuerwehren tagten in Buchen

 FFW Verbandsversammlung 1

Unser Bild zeigt von links: Verbandsvorsitzender Andreas Hollerbach, Stellvertreter Sebastian Klos, Landrat Dr. Achim Brötel, Stellvertreter Max Beiswenger, Bürgermeister Roland Burger, Stellvertreter Michael Seyfried, Manfred Stetzler, Wolfgang Weber, Kreisjugendwart Nikolaus Klasan, Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr, Kreisbrandmeister a.D. und Ehrenmitglied Rainer Dietz. (Foto: Grimm)

Buchen. (mag) Zur vorletzten Veranstaltung im Jahr der Feuerwehr unter dem Motto „Abenteuer in Rot“ trafen sich die Delegierten der Feuerwehren des Landkreises in der Stadthalle Buchen zur Delegiertenversammlung für das Berichtsjahr 2012.

Nach der musikalischen Eröffnung durch die Stadtkapelle Buchen konnte Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Andreas Hollerbach die anwesenden Delegierten und Gäste begrüßen. Neben Bürgermeister Roland Burger und Landrat Dr. Achim Brötel war eine große Zahl an Funktionsträgern aus Politik, Wirtschaft und der Feuerwehren aus dem Landkreis und der Nachbarlandkreise gekommen.

Seitens der Kommunen bedankte sich Roland Burger in seinem Grußwort für die Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes im Rahmen des Jahres der Feuerwehr und beglückwünschte die anwesenden Feuerwehrmitglieder zur Auszeichnung durch die Bürgerstiftung Mosbach. Sorgen machte sich Burger allerdings über die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren durch den sich abzeichnenden demographischen Wandel in Deutschland. Im Moment sehen die Zahlen landesweit noch gut aus, aber das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Er mahnte die Feuerwehren, diese Entwicklung im Blick zu haben und sich Gedanken über den anstehenden Generationenwechsel zu machen und manche starren Strukturen aufzuweichen und anzupassen.

Nach dem Totengedenken konnte Geschäftsführer Matthias Pflüger mit 138 anwesenden Delegierten die Beschlussfähigkeit der Versammlung feststellen und die Tagesordnung genehmigt lassen.

Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Michael Kiefner überbrachte die Grüße der beiden DRK-Kreisverbände und lobte die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und DRK und stellte die abgeschlossene Ertüchtigung der Leitstelle in Mosbach in der Vordergrund und hoffte auf weitere Unterstützung durch die Feuerwehren in Sachen Digitalfunk.

In seinem Bericht ging der Vorsitzende Andreas Hollerbach auf das Jahr 2012 ein, das ein Jahr der Neuausrichtung der Feuerwehrverbandsarbeit in Neckar-Odenwald-Kreis und stark geprägt war von den Vorbereitungen für das Jahr der Feuerwehr mit dem Kreisfeuerwehrtag unter dem Motto „Abenteuer in Rot“.




3.300 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, leisteten in den 116 Einsatzabteilungen in 29 Gemeinde- und Werkfeuerwehren in 2012 zusammen 1.407 Einsätze. Dazu kommen die 765 Mitglieder der 25 Jugendfeuerwehren, die zusammen mit den 900 Mitgliedern der Altersabteilungen gemeinsam für die öffentliche Daseinsfürsorge auch in der Zukunft einstehen.

Auch wenn die Mitgliederzahlen im Moment noch stabil sind, wird die Verfügbarkeit von genügend Einsatzkräften zu allen Zeiten in den nächsten Jahren die Feuerwehren stark fordern. „Es werden in der Zukunft immer weniger Menschen, immer mehr werdende Aufgaben übernehmen müssen.“, so Hollerbach. Das System der freiwilligen Feuerwehren in Baden-Württemberg hat sich bewährt und ist anders auch nicht finanzierbar. Allerdings wird das Zusammenspiel zwischen Arbeitsplatz, Familie, persönlicher Freizeit und dem Dienst in der Feuerwehr immer schwieriger werden und gerade die Arbeitgeber müssen für dieses Problem sensibilisiert werden.

Mit dem alle fünf Jahren stattfindenden Kreisfeuerwehrtag sollte die Bevölkerung über die vielfältige Arbeit der Feuerwehr informiert werden. Beim Absetzen eines Notrufes über die bundeseinheitliche Notrufnummer 112 vertraut die Bürgerschaft darauf, Hilfe zu bekommen, – egal, ob man sich in Mosbach, Buchen, Ravenstein oder in Zwingenberg befindet – und diese Hilfe soll auch noch schnell, kompetent und zuverlässig sein.

Was hinter diesem Hilfeleistungssystem steckt, wissen die wenigsten. Vielen Bürgerinnen und Bürgern im Neckar-Odenwald-Kreis und in Baden-Württemberg ist nicht bekannt, dass in Baden-Württemberg rund 110.000 Feuerwehrangehörige in rund 1.100 Gemeindefeuerwehren ihren Dienst verrichten, und dass davon nur 1,75% hauptamtlich beschäftigt sind und alle anderen diesen Dienst ehrenamtlich leisten und die Gemeinden weniger als 2% ihrer Gesamtausgaben für das Feuerwehrwesen ausgeben.

Weiter ging er auf die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen bei den letzten Hochwassern und andere Naturkatastrophen ein und fragte, was gewesen wäre, wenn nicht auf tausende Kameradinnen und Kameraden hätten zurückgegriffen werden können, die mit selbstlosem Einsatz geholfen haben, Menschen und Tiere zu retten, Hab und Gut zu schützen.

„Miteinander – Füreinander“ ist der Titel des neuen Buches des Landesfeuerwehverbandes, das zum Landesfeuerwehrtag in diesem Jahre herausgekommen ist. Es spiegelt in eindrucksvoller Weise die 150-jährige Geschichte der Verbandsarbeit in Baden-Württmberg wider.

Die Feuerwehren können bei den  Kommunen nur werben für eine gute und moderne technische Ausstattung mit Feuerwehrhäusern, Einsatzfahrzeugen und technischen Geräten, Kommunikationsmitteln, Schutzausrüstung und Dienstkleidung.

Leider mussten in 2012 die jährlichen Abnahmen des Leistungsabzeichens und des Geschicklichkeitsfahrens für Einsatzfahrer ausfallen. Dafür konnte er sich über die positiven Entwicklung der Verbandsinternetseite freuen und wünschte sich noch mehr Berichte der einzelnen Wehren. Er bedankte sich bei Michael Genzwürker und allen Beteiligten an der Notfallseelsorge, die im vergangenen Jahr 41 Einsätze und einen Einsatz des Einsätzekräftenachsorgeteams abgewickelt haben.

Im Bereich des Landesfeuerwehrverbandes ging er kurz auf die Einführung einer neuen Dienstuniform und neuer Dienstgradabzeichen ein, kündigte ein Seminar zur Durchführung des Feuerwehrführerschein und eine gemeinsame Beschaffungsmöglichkeit für Feuerwehr-Polo-Shirts an.

Kreisjugendfeuerwehrwart Nikolaus Klasan berichtete über die Aktivitäten der rund 750 Jugendlichen in den Feuerwehren und konzentrierte sich dabei auf die wichtigsten Veranstaltungen des Jahres 2012 und versicherte „nur mit Qualität können wir überzeugen.“ Leider musste er über eine negative Entwicklung der Mitgliederzahlen berichten. Zur Zeit sind 748 Jugendliche in den 70 Jugendgruppen im Landkreis aktiv. „Vor einigen Jahren haben wir noch an der 1.000 gekratzt.“ Unter anderem wurden in 2012 verschiedene Lehrgänge angeboten, das Kreiszeltlager in Höpfingen veranstaltet, die Jugendflamme und die Jugendleistungsspange abgenommen. Allerdings werden auch die Wettbewerbe der Jugendfeuerwehren immer weniger angenommen. Klasan hoffte auf die Unterstützung der Führungskräfte, die Jugendlichen und die Betreuer zu motivieren. Außerdem ging er auf das vor einigen Jahre installierte Jugendforum ein. 2012 beteiligten sich die Jugendsprecher an der Zeltlagerplanung und zwei Hüttenwochenenden konnten durchgeführt werden.




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Andreas Hollerbach verlas in Abwesenheit des erkrankten Kassiers Gerd Mayer den Kassenbericht für das Berichtsjahr und konnte über ein positives Ergebnis berichten und den Wirtschaftsplan für 2014 einstimmig genehmigen lassen. Peter Schmitt legte in Vertretung von Hilmar Hülser und Roland Bangert den Kassenprüfbericht ohne Beanstandungen vor.

In seiner Ansprache betonte Landrat Dr. Achim Brötel seine Verbundenheit zur Feuerwehr und überbrachte die Grüße der Landkreis-Verwaltung. Das „Abenteuer in Rot“ war für die Feuerwehren ein voller Erfolg und perfekte Öffentlichkeitsarbeit. Mehr als 2% der Gesamtbevölkerung sind in den Landkreisfeuerwehren tätig und freiwillig ist bei den Feuerwehren bekanntermaßen nur der Eintritt.

„Der Dienst der Feuerwehren wäre nicht bezahlbar und gerade deshalb sind Sie so wichtig.“, erläuterte Brötel weiter. Die Fördersituation durch das Land sehe im Moment allerdings nicht so rosig aus. Gerade mal die Hälfte der Anträge wurde vom Land genehmigt. Auch wenn die Einsatzzahlen 2012 leicht zurück gegangen sind, ist die Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung das Wichtigste. 150 Atemschutzgeräteträger haben im September die heiße Ausbildung im Brandcontainer in Buchen absolviert.

Einstimmig konnte er im Anschluss an sein Grußwort die Entlastung der Vorstandschaft entgegen nehmen.

Harry Kollmer und Klaus Schröder konnten den 5000. von der ELW2-Gruppe programmierten Melder an den DRK Ortsverein Sennfeld übergeben. „Seit 2000 werden die digitalen Melder aller Hilfsorganisationen in Schefflenz programmiert und das Geld, das für die Programmierung verlangt wird, fließt vollständig in die Arbeit der ELW2-Gruppe“, bestätigte der Landrat.

Für ihre langjährige Arbeit wurde Wolfgang Weber (DRK Ortsverein Höpfingen) mit der Bronzenen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Seit 1983 ist Erwin Stadler Abteiliungskommandant in Kälbertshausen und seit 2002 Kommandant der Feuerwehr Hüffenhardt-Kälberthausen und wurde für diese und viele weitere Tätigkeiten mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

Das bronzene Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes erhielt Manfred Stetzler für seine Arbeit als Abteilungskommandant von Sindolsheim und stellvertretendem Kommandant der Feuerwehr Rosenberg. Der frisch gekürte Ehrenkreisbrandmeister Rainer Dietz darf sich bereits seit einigen Jahren die Goldene Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes und weitere Auszeichnungen – bis hin zur höchsten Ehrung des Deutschen Feuerwehrverbandes – ans Revers heften. Für seine Verdienste um die Feuerwehren des Landkreises wurde Rainer Dietz zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes Neckar-Odenwald-Kreis ernannt.

Der Ort für die Verbandsversammlung 2015 konnte von der Versammlung einstimmig festgelegt werden. Die Versammlung wird am 18.09.2015 in der Baulandhalle in Osterburken stattfinden.

Mit einem von Franz Brenneis erstellten Video konnten die Delegierten nochmal die elf Veranstaltungen des Jahres der Feuerwehr Revue passieren lassen. Hollerbach bedankte sich abschließend bei der Feuerwehr Buchen für die Ausrichtung der Verbandsversammlung. mag

FFW Verbandsversammlung 2

Unser Bild zeigt von links: stellvertretender Kreisbrandmeister Helge Krämer, Klaus Schröder, DRK Ortsverein Sennfeld, Landrat Dr. Achim Brötel, Harry Kollmer, Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr. (Foto: Grimm)

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