Jahrestagung der Pilgerführer in Walldürn

Privatquartiere sind in der Wallfahrtsstadt Mangelware – Leitwort Wallfahrt 2014: „Seid gewiss, ich bin bei Euch alle Tage!“(Math. 28,20)

Walldürn. (ad) Wie wertvoll das jährliche Zusammentreffen der Pilgerführerinnen und Pilgerführer der Fußwallfahrten ist, hat sich auch in diesem Jahr bei der eintägigen Tagung in der Wallfahrtsstadt zum Heiligen Blut wieder gezeigt. Überaus gut besucht war mit rund 80 Organisatoren der kleineren und größeren Fußwallfahrtsgruppen dieser Besondere Wallfahrtstag, der bewusst außerhalb der Hauptwallfahrtszeit stattfindet. Aus der Pfalz, dem Würzburger Raum, von der Bergstraße, aus dem Odenwald, dem Taunus, dem Kahlgrund, vom Maintal, aus dem Eichsfeld und aus den Domstädten Fulda und Köln kamen die Vertreter der Fußgruppen angereist um mit den Verantwortlichen vor Ort zu diskutieren.

Nach dem Eintreffen der Tagungsteilnehmer stand zunächst die Eucharistiefeier in der Wallfahrtsbasilika im Mittelpunkt. Auch der Blutschrein am Blutaltar wurde aus Anlass des Zusammentreffens der Wallfahrtsorganisatoren geöffnet. Der feierliche Gottesdienst wurde vom Wallfahrtsleiter und Pfarrer der Seelsorgeeinheit Walldürn Pater Josef Bregula OFM Conv. gleitet. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von einer dreiköpfigen Musikgruppe unter der Leitung von Katrin Kirchgeßner, die mit neuen und modernen geistlichen Liedern begeisterte.

Pater Josef Bregula begrüßte dann anschließend im Pfarrsaal nochmals alle Anwesenden, erläuterte den Ablauf der Tagung und gab ganz allgemeine Informationen zum Thema Wallfahrten und Pilgerwege in der heutigen Zeit. Im Verlauf der Tagung gab der Wallfahrtsleiter auch bekannt, welche Bischöfe im kommenden Jahr in die Wallfahrtsstadt kommen werden. Besonders froh sei man darüber, dass der Erzbischof von München und Freising Kardinal Reinhard Marx für den Blutfeiertag am Donnerstag, 26. Juni 2014 gewonnen werden konnte.

Auch der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Wolfgang Eisenhauer begrüßte die Pilgerführerinnen und Pilgerführer und dankte ihnen für ihr großes Engagement und die Einsatzbereitschaft bei der jährlichen Organisation und Durchführung ihrer Wallfahrten nach Walldürn. Da er selbst Pilgerführer der hiesigen Dettelbach-Wallfahrt sei, wisse er nur zu gut welche Arbeit dahinter steckt und vor Ort geleistet werden muss, damit alles gut und reibungslos funktionieren kann.




Achim Dörr als Mitglied des Wallfahrtsausschusses ging dann in seinem Vortrag auf die aktuelle Situation des schleichenden Rückgangs der Pilgerzahlen bei den Fußwallfahrten, aber auch an den Sonn- und Feiertagen ein, der in den letzten Jahren deutlich zu verzeichnen ist. Die Gründe seien sicherlich vielschichtig. Der demografische Wandel schlägt sich dabei deutlich nieder. Die Pilger werden immer älter und können sich teilweise den Fußwallfahrten nicht mehr anschließen und von den jüngeren Generationen kommt in dem Maß nicht viel nach. Fehlende Zeit, mangelndes Interesse und Kritik am aktuellen Geschehen der letzten Zeit in der Kirche haben sicher auch dazu beigetragen. „Genauso müsse man sich aber auch selbstkritisch mit dem spirituellen Angebot und der hiesigen Infrastruktur am Pilgerheiligtum Walldürn und der Wallfahrtsstadt auseinandersetzen“, so Dörr. Aus diesem Grund hat man im Wallfahrtsausschuss und Pfarrgemeinderat beschlossen einen Arbeitskreis „Wallfahrt“ einzurichten, der sich mit dieser Thematik eindringlich beschäftigt. Die erste Sitzung dazu wird bereits Mitte November stattfinden. „Es ist ganz wesentlich, dass sich daher auch die Pilgerführerinnen und Pilgerführer zu Wort melden und ganz offen ihre Meinung sagen“, so der Appell von Achim Dörr. Nur dann könne man an den Schwachstellen arbeiten und Verbesserungen bewirken. Mit einem elektronischen Fragebogen will man daher die Meinungen einholen und dabei auch versuchen die Pilger direkt zu erreichen.

Dass dieses Thema auch bei den anwesenden Wallfahrtsorganisatoren ganz oben steht, machte die anschließend lebhafte und sehr konstruktive Diskussion deutlich. Hierbei wurde  unter anderem die Verkehrssicherheit bei der Ankunft in Walldürn im Bereich Freibad (Querung der B 47) angesprochen, oder auch ein Umdenken in der Gestaltung der traditionellen Lichterprozession am Samstagabend hin zu einer Abendliturgie mit moderneren geistlichen Liedern angeregt. Eines der größten Probleme, welche die Pilgerführerinnen und Pilgerführer deutlich ansprachen, ist der Mangel an ausreichenden Privatquartieren im Kernstadtbereich. Es gibt beispielsweise Pilger aus dem Raum Würzburg, die abends wieder heimfahren und am nächsten Tag zurück nach Walldürn kehren um am Rückmarsch ihrer Prozession teilzunehmen, weil sie in Walldürn kein entsprechendes Privatquartier bekommen.

Die Mitglieder der Walldürner Wallfahrtsleitung waren dankbar für die zahlreichen offenen Anmerkungen und Vorschläge und sicherten zu, dass diese in den Diskussionsprozess des Arbeitskreises aufgenommen werden. Auch digitale Meditationstexte auf der Homepage der Wallfahrt zum Heiligen Blut zum Herunterladen und eine interaktive Plattform zum gegenseitigen Informationsaustausch der Pilgergruppen untereinander wurden angeregt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Pfarrsaal präsentierte dann Diakon Karl-Heinz Becker am Nachmittag in einer sehr anschaulichen und ansprechenden Power-Point-Präsentation das nächstjährige Wallfahrtsleitwort: „Seid gewiss, ich bin bei Euch alle Tage!“ (Math. 28,20). Mit passenden Bildern und  Bibeltexten unterlegte er seine Präsentation, die bei den Wallfahrtsorganisatoren sehr großen Anklang fand. Diakon Becker bot den Pilgerführern auch wieder an, zu den einzelnen Pilgergruppen zu kommen um dort den Pilgerinnen und Pilgern vor Ort das Leitwort vorzustellen.

Wallfahrtsleiter Pater Josef brachte am Ende der Tagung nochmals seine Freude und seinen Dank über das Treffen zum Ausdruck. Nach der anschließenden kurzen Andacht in der Basilika verabschiedete er die Pilgerführerinnen und -führer mit dem sakramentalen Segen, sowie der Weihe der Andachtsgegenstände verbunden mit dem Wunsch auf ein frohes und gesundes Wiedersehen im kommenden Jahr.

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