Gedenken am helllichten Tag

Aus 137 Orten wurden 6.000 Nachbarn verschleppt

MAhnmal

(Foto: privat)

Neckarzimmern. (pm) Mit dem 22. Oktober und den Tagen danach verbindet sich eines der schwärzesten Kapitel südwestdeutscher Geschichte. 1940 wurden in der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion die Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das südfranzösische Lager Gurs am Fuße der Pyrenäen deportiert.

Im Kirchenbezirk Mosbach befindet sich bei der Evangelischen Tagungsstätte Neckarzimmern das zentrale Gedenk- und Mahnmal an die Deportation von über 6.000 Menschen, von denen kaum einer lebend nach dem Holocaust in die Heimat zurückkehrte.

Aus den 137 badischen Orten, aus denen Menschen deportiert wurden, werden seit elf Jahren Gedenksteine aufgestellt, die sich zu einem Zeichen der Erinnerung formen. Jeweils ein zweiter Stein in gleicher Form erinnert vor Ort an das Verbrechen, das damals unter den Augen vieler, die sich dem Unrecht nicht in den Weg stellten,  geschah. Die Stelen und Objekte wurden von Jugendgruppen aus ganz Baden gestaltet. Heute erinnern diese Zeichen daran, im Eintreten für das Recht und den bedrohten Mitmenschen eine bleibende Aufgabe für jeden Einzelnen und für unser Gemeinwesen zu erkennen.

Das Evangelische Dekanat, die Fachstelle Christlich-jüdische Gedenkarbeit und in diesem Jahr das Pfarramt bei der Johannesdiakonie laden herzlich ein zu einer Gedenkfeier am kommenden Sonntag, 27.10.2013, 15.00 Uhr bei der Evangelischen Tagungsstätte in Neckarzimmern. Zu Beginn wird in der Kapelle eine Zeit der Besinnung gestaltet, anschließend wird bei einem Gang über das Mahnmal an einigen Stationen der Geschichte der Deportation gedacht. In der Tagungsstätte besteht zum Abschluss Gelegenheit zur Begegnung bei einer Tasse Kaffee oder Tee.

Bereits am Freitag, 25.10. stellt Dekan Folkhard Krall im Rahmen der Bezirkssynode das Gedenken an das Verbrechen der Deportation in den Mittelpunkt der Andacht zur Eröffnung der Synode stellen.

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