Empörung über leichtsinnige Schulden

Forstbetrieb soll 40.000 Euro bringen

Flurneuordnung Neckarstrasse

Derzeit in der Fertigstellung bei der Flurneuordnung Scheidental. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Für das Jahr 2014 plant die Gemeinde Mudau nach einem vorgelegten Betriebsplan durch die Forstbetriebsleitung Walldürn für den Bereich des Gemeindewaldes mit Einnahmen in Höhe von 129.300 Euro. Demgegenüber stehen Ausgaben von 89.300 Euro, so dass insgesamt 40.000 Euro als Überschuss verbucht werden könnten. Wie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger weiter durch Forstbetriebsleiter Henner Niemann (Walldürn) und Revierleiter Michael Schwarz mitgeteilt wurde, entfällt dabei der größte Brocken der Einnahmen mit 124.000 Euro auf die Erlöse aus Holzerzeugnissen, ergänzt durch 4.000 Euro aus der Jagdpacht und 800 Euro als Kostenersatz aus der Privatwaldversicherung. Im Bereich der Ausgaben stehen die Holzaufbereitung mit 54.000 Euro, die Bewirtschaftungsbeiträge an den Landkreis mit 18.500 Euro, der Kulturaufwand mit 7.000 Euro, Steuern und Versicherungen in Höhe von 4.500 Euro sowie weitere Kosten wie z.B. für die Wegeunterhaltung mit 3.000 Euro zu Buche.

Wie Niemann erläuterte, war 2013 bisher nicht spektakulär und durchaus im Soll, was den Einschlag bedeutet, lediglich der Abtransport verzögert sich durch den extrem nassen September. Am Herzen liegt den Forstverantwortlichen auch die Jungbestandspflege nach entsprechender Notwendigkeit. Alles in Allem geht man davon aus, dass auch im kommenden Jahr der Trend zu Mehreinnahmen aus der Waldwirtschaft aufgrund der gestiegenen Nachfrage weiter anhalten werde. Die Details zu den Einschlagsorten 2014 erläuterte Revierleiter Schwarz. Demnach will man einschlagen Richtung Reisenbacher Grund 650 bis 700 Festmeter, im hinteren Bereich des Neuhofs ca. 1.000 fm in teilmechanisierter Weise sowie teilweise durch Pflegearbeiten Richtung Scheidental und am Lenzberg ca. 500 bis 600 fm, darunter auch verstärkt Buche. Probleme macht das Rotwild im Bereich Kinzert als ausgewiesenes Rotwildgebiet, aber auch im Neuhof als nicht ausgewiesenes mit großen Schäden. Hier erwarten die Fachleute für die Zukunft entsprechende Wertminderungen. Daher laufen Überlegungen, den Druck auf den Wald zu entzerren und dem Wild zum einen Austretungsflächen anzubieten und zum zweiten die Möglichkeit eines separaten Jagdgebietes im Kinzert zu schaffen.




In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Informationen über die Flurneuordnung „Scheidental“ durch Manfred Wiener vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis. Inhalte hierbei waren der aktuelle Verfahrensstand, die Neuordnung der Grundstücke und geplante Baumaßnahmen für die Jahre 2014 und 2015. So ist für nächstes Jahr der Wegebau beim Auerbacher Weg, Dickbuckel und Große Heumatte mit genehmigten Ausführungskosten in Höhe von 190.000 Euro, einem bewilligten Zuschuss von 148.000 Euro und Eigenmitteln Teilnehmergemeinschaft/Gemeinde von 42.000 Euro geplant. Mit genehmigten Ausführungskosten von 45.000 Euro, Zuschüsse von 22.500 Euro und Eigenmitteln der Gemeinde in Höhe von 22.500 Euro steht der Dorfplatz in Oberscheidental beim ehemaligen Rathaus in der Planung. Auf eine Länge von 240 Meter und einer Breite von 3,50 Meter soll auch die Ortsstraße „Elzblick“ in Unterscheidental als Projekt verwirklicht werden. Da die Kostenplanungen hierfür noch nicht abgeschlossen sind, rechnet man derzeit mit einem Gesamtaufwand von 148.500 Euro. Zuschüsse könnten nach den Berechnungen des Landratsamtes 101.500 Euro betragen was für die Gemeinde Mudau bedeuten würde, dass man noch 47.000 Euro aus der eigenen Tasche berappen müsste. Insgesamt wurden bisher für die ganze Maßnahme, für die insgesamt 3,8 Mio. kalkuliert sind, rd. 1,6 Mio. Euro ausgegeben, allein für den Wegebau 980.000 Euro.

Bevor sich das Gemeindegremium den Bauanträgen und Anfragen zuwandte, verabschiedete man noch den Winterdienstplan für den gemeindlichen Bauhof und die Vertragsunternehmen. Neben der Festlegung der Einsatzgebiete, Streupläne und Zuständigkeiten in den einzelnen Ortschaften wurde auch der Frühwarndienst durch Bauhofmitarbeiter bekannt gegeben. Auf den Gemeindeverbindungen Steinbach-Hettigenbeuern, Steinbach-Beuchen, Mörschenhardt-Ernsttal, Scheidental-Langenelz und Unterscheidental-Einmündung der Landesstraße „Klingenweg“ werden keine Winterdienstaktivitäten ausgeführt. Festgelegt wurde auch, dass Wanderwege nur bei entsprechender Schnee- und Witterungslage betreut werden, aber dies nur mit Schneeräumung und ohne Bestreuung mit Auftausalz. Die Arbeiten werden ausschließlich vom Bauhof der Gemeinde in allen Ortsteilen erbracht, wenn dies ohne Überstunden im allgemeinen Tagesbetrieb möglich ist.

Dr. Rippberger erläuterte abschließend, was der neueste Beschluss des Kreistages für die Gemeinde bedeuten kann. Denn wegen der geänderten Kreisumlage muss man sich auch in Mudau Gedanken machen, wie die Mehrausgaben zu schultern sind und man erwartet vom Kreis eine dauerhafte Lösung zur Behebung des Defizits bei den Neckar-Odenwald-Kliniken. Die Grundstimmung des Gemeinderates war Empörung, dass leichtsinnig Schulden über Schulden gemacht wurden, die jetzt von den Gemeinden getilgt werden sollen. Wobei man sich auch darüber im Klaren sein muss, was man bezüglich der ärztlichen Versorgung erwartet.

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