Ortsübergreifende Rettung immer wichtiger

Realer Brand diente als „Vorbild“ 

Atemschutz

(Foto: Liane Merkle)

Hettigenbeuern. (lm) Der Rauch war weithin sichtbar, die Sirenen gingen los und das Martinshorn der Feuerwehr war schon ganz in der Nähe, und noch immer hatten die Betroffenen nicht bemerkt, dass ihre Scheune gerade vom Feuer vernichtet werden soll. So geschehen vor etwa zwei Jahren auf dem Hof von Katrin Mügge und Stefan Thor in Hettigenbeuern. Inzwischen sind die Schäden repariert, doch vergessen wird man den Nachmittag nicht und so war es den beiden eine Selbstverständlichkeit, ihr Anwesen für eine Gemeinschaftsübung der Feuerwehren aus Hettigenbeuern, Stürzenhardt und Steinbach zur Verfügung zu stellen, wobei der echte Brand weitgehend als „Vorbild“ für diese Übung stand und so ein weites Gebiet der Aufgabenbewältigung abdeckte.

Hierbei stand im Vordergrund Menschenrettung, weil zwei Verletzte in der Scheune angenommen wurden. Diesen Part zusammen mit erster Brandbekämpfung übernahm die örtliche Abteilungswehr unter Einsatz von zwei Atemschutzgeräteträgern unter Leitung von Norbert Meixner, da sie mit 18 Aktiven natürlich zuerst am Brandort war. Zum eigenen Schutz nahm der Angriffstrupp ein C-Rohr mit in die brennende und stark verrauchte Scheune, um die Verletzten zu suchen und etwas hinter der Rauchgrenze an Kollegen zu übergeben, die sie dann zum zeitgleich alarmierten DRK weiterleiteten.

Die ebenfalls schnell anwesenden zwölf Feuerwehrleute aus Stürzenhardt mit Abteilungskommandant Klemens Schilling übernahmen mit ihrem Traktor mit TSA die Wasserversorgung aus der Morre mit Aufbau der Förderleitung und Riegelstellung zwischen Scheune und Wohnhaus zusammen mit den 20 Wehrleuten und ihrem Fahrzeuginternen 750 Liter-Wassertank aus Steinbach mit Abteilungskommandant Volker Banschbach, die außerdem für die Brandbekämpfung – teilweise unter Atemschutz – von der Rückseite der Scheune und das Schützen des angrenzenden Waldes zuständig waren.




Hier war zu beachten, dass nach Fortschreiten des Brandes dessen Bekämpfung nur noch von außen möglich war unter Berücksichtigung von Atemgiften, Angstreaktionen, Ausbreitung, Erkrankung/Verletzung, Elektrizität und möglichem Einsturz. Da keine Tiere vorhanden waren, die man hätte retten müssen, stand der nächste Fokus auf dem Erhalt von Sachwerten durch Brandbekämpfung. Z. B. wurde ein Traktor mit Menpower aus der brennenden Scheune geholt.

Unterstützt vom Buchener Einsatzleitungswagen mit Michael Genzwürker und Florian Noe hatte Abteilungskommandant Norbert Meixner die Situation fest im Griff und achtete auch auf die Sicherung der Einsatzmittel. Beispielsweise, dass Einsatzfahrzeuge außerhalb des Gefahrenbereichs abgestellt wurden.

Wie die anschließende Übungsbesprechung im Dorfgemeinschaftshaus Hettigenbeuern deutlich machte, waren die beteiligten Wehrleute ebenso wie die honorigen Beobachter, darunter neben den Feuerwehrfachleuten auch Bürgermeister Roland Burger (Buchen), die Ortsvorsteher Manfred Ballweg-Moe (Stürzenhardt) und Georg Moser (Steinbach), den stv. Ortsvorsteher Günther Müller (Hettigenbeuern), die Jugendwehr Steinbach und Ehrenmitglieder aller drei Wehren, sowie Ortschafts- und Gemeinderäte außerordentlich zufrieden mit dem Übungsverlauf.

Bürgermeister Roland Burger lobte den harmonischen ortsübergreifenden Zusammenhalt der Feuerwehren, der im Zuge des demografischen Wandels und schwindender Tagesstärken immer wichtiger werde. Auch die Fachleute der Feuerwehrführung gingen lobend auf die hervorragende Kooperation der verschiedenen Feuerwehr mit ihrem hohen Leistungsstand sowie auf die herausragende Stellung der Abteilungswehren vor Ort ein.

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