Gebietskorrekturen aus Naturschutzgründen

Odenwaldkreis. (pm) Der Odenwälder Kreisverband  des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in der in diesen Tagen zu Ende gehenden Bürgerbeteiligung zum gemeinsamen Flächennutzungsplan ‚Windkraft‘ einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Energiewende. „Nun ist eine Grundlage für die sachlich fundierte Auswahl der Windenergiestandorte gegeben“, stellt BUND-Sprecher Harald Hoppe fest.

Wichtig ist nach Auffassung des BUND, dass die Ausschlusskriterien vollständig in die Planung eingearbeitet werden. Hierzu zählen insbesondere auch die besonders hochwertigen Flächen für den Vogel- und Fledermausschutz. Zwar betonte z.B. Regierungspräsident Baron noch 2012, dass Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete tabu seien, doch hätte sich der BUND gewünscht, dass diese Gebiete mit gesetzlichem Schutzstatus auch gleich in den Planentwurf eingearbeitet würden. Dies ist leider nicht geschehen.

An vielen plakativen Stellen wird die Naturverbundenheit und der angebliche Stellenwert des Naturschutzes zur Schau gestellt. Wenn es jedoch auf eine Probe ankommt, sind diese Bekundungen nichts mehr wert. BUND-Sprecher Hoppe: “Wir halten eine Windkraftnutzng auf 3% der Kreisfläche auch dann für möglich und wirtschaftlich, wenn die dem Naturschutz zugesprochenen Flächen bei Würzberg und Sensbachtal ausgeklammert würden.“




Die beiden Standorte liegen in Vogelschutzgebieten nach EU-Recht und sollen gefährdeten Arten wie dem Rauhfußkautz einen sicheren Lebensraum bieten. Zusätzlich wurden durch Untersuchungen Fledermausarten nachgewiesen, die ebenfalls unter einem gesetzlichen Schutz stehen.

Der BUND-Odenwaldkreis teilt nicht die Auffassung der planenden Kommunen, die eine Verletzung des Naturschutzes im Zuge der späteren Einzelbauanträge für Windräder auszuschließen glauben. Dem hält Hoppe  die gängige Praxis der  Planer entgegen, die in allen ähnlich gelagerten Fällen durchgesetzt wird: Die Beeinträchtigung einer gefundenen schutzwürdigen Tier- oder Pflanzenart wird immer als unerheblich für den Fortbestand der Art eingestuft. Damit sind dann die Hintertüren des Bundesnaturschutzgesetzes weit geöffnet, durch die in solchen Fällen der Schutz der Arten einfach umgangen werden kann.

Der Umweltverband hat sein Konzept: „Für einen sozial-, natur- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie: Anforderungen des BUND Hessen an die Kriterien zur Suche nach Vorrangräumen für Windenergieanlagen (WEA). (Stand 26.09.2011)“ auf der Internetseite des Landesverbandes (www.BUND-Hessen.de) veröffentlicht.

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