19-Jähriger durchlebt Martyrium

Über Monate hinweg erpresst, verletzt und gedemütigt Öhringen. Ein unglaubliches Martyrium musste seit Ende des Jahres 2013 ein 19-jähriger Öhringer über sich ergehen lassen. Ein 21-Jähriger sitzt jetzt deswegen in Haft. Anfang Dezember 2013 hatte dieser zusammen mit zwei weiteren, bislang unbekannten jungen Männern den 19-Jährigen vor seiner Wohnung in Öhringen abgepasst. In der Wohnung wurde der Heranwachsende geschlagen und man zwang ihn, verdorbene Wurst zu essen und sich auf den Boden zu legen. Zur Demütigung wurde er mit
Müll überhäuft, außerdem schütteten ihm seine Peiniger Reinigungsmittel in ein Ohr, wodurch sich eine Entzündung bildete, welche ärztlich behandelt werden musste. Das Opfer wurde zudem gezwungen, sich vor dem Trio zu entblößen und den verstreuten Müll mit dem Mund aufzusammeln. Zur Verhinderung von Kontakten nahm der 21-Jährige das Handy des 19-Jährigen an sich.

Kurz vor Weihnachten kam der 21-Jährige erneut in die Wohnung des Jüngeren. Nach mehrfachen Schlägen forderte der mutmaßliche Täter die Bezahlung von Schutzgeld und zwang sein Opfer, bei einer Bank die Summe von 1.000 Euro abzuheben, welche er sich sofort übergeben ließ. In den
folgenden Wochen wurde der 19-Jährige immer wieder von dem
21-Jährigen aufgesucht. Hierbei kam es zu weiteren Bedrohungen und
Körperverletzungen. Erneut wurde die Bezahlung von „Schutzgeld“
gefordert. Da der Heranwachsende über keine weiteren Barmittel
verfügte, lieh er sich von den Eltern seiner ehemaligen Freundin
mehrere hundert Euro und übergab das Geld an seinen Peiniger. Angang
Januar zwang der 21-Jährige sein Opfer, in einem Elektrofachmarkt ein
Laptop im Wert von über 2.000 Euro auf Kredit zu kaufen. Das Gerät
musste wiederum sofort an den Täter herausgegeben werden. Wenige Tage
später musste der 19-Jährige zusammen mit dem 21-Jährigen und dessen
20-jähriger Freundin nach Walldorf fahren, um dort ein Mischpult im
Wert von über 5.000 Euro auf Kredit zu kaufen. Die gekaufte Ware
verblieb bei dem Paar. Am 21. Januar zwang der 21-Jährige den
19-Jährigen, bei einer Bank einen Kredit in Höhe von 5.000 Euro
abzuschließen. Das Geld ließ sich der junge Mann sofort in bar
auszahlen und musste dieses dem Haupttatverdächtigen übergeben.




Anfang Februar wurde endlich die Polizei eingeschaltet. Mit Beschluss
des Amtsgerichts Heilbronn wurden die Wohnungen des 21-jährigen
Haupttäters, dessen 20-jähriger Freundin und eines 22-jährigen
Mittäters durchsucht. Dort fanden die Ermittler mehrere
beweiserhebliche Gegenstände, darunter Handys, Mischpult samt Zubehör
und ein Laptop sowie einige Gramm Amphetamin auf. Das erpresste
Bargeld in Höhe von rund 6.350 Euro war vollständig aufgebraucht. Bei
seiner Vernehmung räumte der 21-Jährige die Tatvorwürfe ein. Auf
Antrag der Staatsanwaltschaft wurde gegen den 21-Jährigen beim
zuständigen Amtsgericht Heilbronn Haftbefehl beantragt, welcher
erlassen und in Vollzug gesetzt wurde. Der 21-Jährige wurde in eine
Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die beiden bislang bekannten
Mittäter befinden sich auf freiem Fuß. Ob weitere Personen bei den
Erpressungen und Körperverletzungsdelikten beteiligt waren, steht
derzeit noch nicht fest.

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