Mudauer Wassersucher prunkten

 Jahresverdienstorden an Melanie Schork

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(Fotos: L. Merkle)

Mudau. (lm) „Eiloche in Mudi“ ist das Motto der laufenden Wassersucher-Kampagne, das die Sitzungspräsidenten Ralf Späth und Carlo Götz zum einen als Hommage an den örtlichen Golfclub sahen, der auf sein 20jähriges Bestehen stolz sein kann, aber auch auf die Verhaftung einiger Ganovengruppen in der Gesamtgemeinde sowie die Wiederbelebung des Minigolfplatzes zurück führten.

Sogar Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger war mit dem Motto mehr als einverstanden. Zwar hatte er zunächst ein kleines Problem damit, den Rathausschlüssel an Ihre Lieblichkeit Prinzessin Martina I.(Fertig) und Seine Tollität Prinz Klaus IV (Fertig) aus Preunschen abzugeben, weil ja die Bayern vor 20 Jahren das gute Mudauer Wasser verschmäht hatten. Andererseits könnte man möglicherweise auf Eingemeindung von Preunschen hoffen, vor allem nachdem das Prinzenpaar so glamourös seinen Crashkurs in der Badischen Sprache absolviert hatte.

Ein wenig wurde die gute Laune von Dr. Rippberger gedämpft als er sich nach der Verabschiedung der Abordnungen aus Iggersheim, Seckach, Osterburken, Schneeberg, Amorbach, Hainstadt, Eberstadt, Laudenberg, Walldürn, Zwingenberg, Limbach sowie der Ortsteil-Gruppierungen vor das 1. Mudemer Narrengericht gestellt sah. Er wurde schuldig gesprochen in beiden Anklagepunkten „Schildbürgerstreich Mudbachverdolung“ und „Antifaschnachterei“. Sein Geloben auf Besserung ließ die Bestrafung durch Ortsscheller Angelo Walter mit Wassersucher Nobby Münch als Zeugen milde ausfallen, trug aber maßgeblich zur Steigerung des Stimmungsbarometers im voll besetzten Narrentempel „Odenwaldhalle“ bei.




Überhaupt waren beide Prunk- und Fremdensitzungen nicht nur „ausverkauft“, sondern in der Programmvielfalt und –qualität nicht zu toppen. Den perfekten musikalischen Rahmen kreierte die Mudauer Trachtenkapelle mit Dirigent Ralph Müller, die nicht nur in Schunkelrunden äußerst bewandert waren, sondern auch für jeden Auftritt den passenden Ein- und Ausmarsch fanden. Den Programmauftakt gestaltete gekonnte der charmante schwarz-rosa Wirbelwind Cara Bianco. Das junge Mudauer Tanzmariechen ist die sichtbare Freude an Bewegung und Akrobatik und ein echter Augenschmauß. Gesangstalent Michelle Korger hatte sich schon in der Narrenring-Kinderprunksitzung (NZ berichtete) bewährt und verwöhnte anschließend das Publikum mit Wohlklängen zu bekannten Melodien. So brachte sie „Schwarz-Rot, in Mudi is was los“ und „Ja nach Mudau reisen viele Europäer, in Mudi is Faschnacht“ zu Gehör und durfte erst nach einer Zugabe die Bühne verlassen.

Und dann hatte die ganz neue KaGeMuWa-Minigarde ihr Super-Debüt als kesse Schlumpfblaue Rasselbande bevor die „Zwee Mudemer Rotzlöffel“ Yannick Mechler und Elias Noe die Lachmuskulatur des Publikums auf Dauerbelastung prüfte. Dabei bemerkten sie nicht nur, dass die Mudauer Fußballer nach gefühlten 150 Jahren endlich die Donebacher geschlagen hätten und nun in der Tabelle „von oben gesehen“ auf Platz 3 stünden. Diese Info machte auch klar für welchen der vielen Mudauer Vereine mit Nachwuchssorgen und unglaublichen Angeboten sich die beiden letztlich entschieden haben. Denn „Sprüche klopfen und auf’s Fußballtor schießen“ kann kein Gesang-, Musik- oder sonstiger Verein toppen.

Was für die einen der Fußball, ist für andere das Tanzen. Für die 15 schicken Mädels der Prinzengarde ganz sicher, wie ihr perfekt vorgetragener Gardetanz und ihre anschließende Beteiligung am rhythmischen „Cup Song“ bewies, bei dem sie zusammen mit Jasmin Mechler, Steffi Throm, Jürgen Kieser und Markus Wellm in einer Gruppe von 40 Aktiven nicht nur sangen, sondern mit Bechern (Cups) die Percussion gestalteten. Als temperamentvolle Zigeunerinnen überzeugten in ihrem Schautanz die hübschen Mädels der Wassersuchergarde bevor sich André Mechler und „Polo“ Marco Scheiwein als Badisches Ersatzprinzenpaar zur Verfügung stellte.

Fotostrecke zum Artikel – (Fotos: L. Merkle)

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Würdig marschierten Prinz Polo und die André Frau, genannt „Bussi“ und einfach „mitreisend“, zu den Klängen des Badnerlieds ein. Sie zogen nicht nur Bischof Trebartz, die NSA und Höneß durch den Kakao, sondern auch das Ortsgeschehen und die Mudauer Originale zu zum „Schluss! Fertig! (bezogen auf den Namen des Prinzenpaars)“. Ihre Huldigung erfuhren die beiden durch die Prinzengarden der „Hettemer Fregger“ und der „Strumpfkapp Ahoi“, die sich ebenso zackig wie gelenkig – und das mit einem strahlenden Lächeln – präsentierten bevor noch einmal das Zwerchfell durch gekonnte Widergabe des Ortsgeschehens strapaziert wurde. Timo Huberty und Michael Volk sowie Jürgen Kieser und Markus Wellm kredenzten als „Vier halbe Ganzherrn, die zamme zwee ganze Halbherrn senn“, unterstützt von Christian Dambach Klamauk in Wort und Gesang.

So z.B. über Wind und Gegenwind – wegen dem der arme Mini zu gar nix mehr kinnt, 150 Jahre TSV mit Glatteis im Juni, die neue Schließanlage in der Schulturnhalle, die anstehenden Kommunalwahlen und die Weltoffenheit der Mudauer mit ihrem bayrischen Prinzenpaar. Für 1A-Qualität steht auch der TSC Walldürn seit Jahren, die er mit seinem Schautanz „Mein lieber Schwan“ ein weiteres Mal unter Beweis stellte, bevor die „Schernschleifer“ unter der Leitung von Mathias Hemberger und Moritz Sacher als hungriger Wandertrupp durch’s Ort marschierten und unter viel zustimmendem Gelächter die enormen Defizite der Mudauer Gastronomie aufzeigten.

Als krönenden Abschluss zeigte die neu formierte gemischte Schautanzgruppe der KaGeMuWa ihre schwungvolle und wunderschöne Schautanzwelt in „Sou en Zirkus“. Sie Stimmung im Mudauer Narrentempel war nicht mehr zu bremsen. Lautstarker Beifall, ständig aufbrandende Zugaberufe, viele Saalwellen und immer wieder gerne angenommene Schunkelrunden waren den Aktiven verdienter Lohn für monatelanges hartes Training.

Der Jahresverdienstorden der Karnevalsgesellschaft „Mudemer Wassersucher“ wird seit 1970 an Personen verliehen, die sich um die KaGeMuWa besonders verdient gemacht haben. Im Rahmen der großen Prunk- und Fremdensitzung ging diese besondere Auszeichnung nun vom letztjährig gewürdigten Harald Lorenz an die total überwältigte Melanie Schork über. In seiner Laudation nannte Sitzungspräsident Ralf Späth ihre Verdienste als Tänzerin in den verschiedenen Garden von 1993 bis 2003, danach als Trainerin sowie als Beirätin, stv. Schriftführerin und Schriftführerin im Förderverein der KaGeMuWa, bevor Erich Maier als 1. Vorsitzender des Vereins die Urkunde überreichte.

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