Innovative Erntekonzepte vorgestellt

Erste Energiewaldernte in der Bioenergie-Region H-O-T

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Erste Ernte im Energiewald: Der BIOBALER leistete bei der Erntevorführung in Neunkirchen Überzeugungsarbeit für schnell wachsende Biomasse. (Foto: pm)

Neunkirchen: Über 100 Interessierte lockte die erste Energiewaldernte der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) am Mittwoch in den Wald von Neunkirchen (Neckar-Odenwald-Kreis). Hauptattraktion der Erntevorführung war der BIOBALER, eine innovative, neue Erntemaschine die in Kooperation mit den Firmen Zürn GmbH & Co. KG aus Schöntal-Westernhausen und der Ritter Maschinen GmbH aus Zell am Harmersbach eigens aus Kanada nach Neunkirchen gebracht wurde. Da das neuartige Erntesystem in Europa bislang noch kaum im Einsatz zu bestaunen war, zog die Erntedemonstration auch Besuchergruppen aus Polen und Kroatien in die Bioenergie-Modellregion. Auch Filmteams des SWR und von L-TV waren vor Ort.

 

Vor rund fünf Jahren wurden auf sechs Hektar Fläche der Gemeinde Neunkirchen in einem Gemeinschaftsprojekt von Forstverwaltung Schwarzach und der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) schnell wachsende Hölzer, sogenannte Kurzumtriebsplantagen (KUP) gepflanzt. „Wir haben uns damals ganz bewusst für nachwachsende Rohstoffe entschieden, die nach der Ernte energetisch genutzt werden können“ erklärt Wolfgang Schirk, Bürgermeister von Neunkirchen. Im Laufe der Jahre sind die Weiden gut vier Meter in die Höhe geschossen. Bei der anstehenden Ernte des Energiewaldes wollte man nun zeigen, wie mit moderner Technologie besonders effizient und umweltschonend gearbeitet werden kann.




Der BIOBALER, eine Mischung aus Rundballenpresse und Forstmulcher, trennt die Hölzer und Sträucher von ihrem Wurzelstock ab und presst die Biomasse zu Rundballen. Mit einer Rundballenpresse Agrarhölzer zu ernten klingt zunächst ungewöhnlich. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass nur eine Person und ein Schlepper benötigt werden. Das neuartige Erntekonzept des BIOBALER erledigt somit zwei Arbeitsschritte in einem. Mit rund 40 Ballen pro Stunde geht die Ernte auch zügig voran. Nach dem trocknen werden die Ballen gehackt und energetisch genutzt.

 

In der Bioenergie-Region H-O-T sind in den letzten Jahren zahlreiche Kurzumtriebsplantagen entstanden. Mit der ersten Erntevorführung will man vor allem Erfahrungen im Umgang mit neuen Erntetechniken sammeln, um diese künftig verschiedenen Ernteverfahren gegenüberzustellen. „Zur Energiegewinnung sind Agrarhölzer wie Pappeln, Weiden oder Robinien unerlässlich. Unser Ziel ist es, zusammen mit der örtlichen Land- und Forstwirtschaft eine nachhaltige und ökologische Rohstoffversorgung aufzubauen“ betont H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. Als nächsten Schritt sollen für die weiteren Agrarholzflächen in der Region H-O-T innovative Erntekonzepte gefunden werden. Dabei geht es auch darum, ökologische Belange zu berücksichtigen und wirtschaftliche Konzepte für die Region zu entwickeln.

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