Mudbach sorgt für Kontroverse

Mudau. (lm) Für Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen sorgt derzeit die Gewässerentwicklung der Mudbach mit den angrenzenden Seitengewässern. Während Teile aus der Bevölkerung für die Belassung eines geschlossenen Gewässerverlauf in bestimmten Abschnitten ist, muss sich die Gemeinde nach den gesetzlichen Vorgaben richten und diese so bürgernah als möglich umsetzen.

Kein leichtes Unterfangen wie im Rahmen der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger deutlich wurde. Hierbei stellte Dipl.-Ing. Walter Simon vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Umweltplanung aus Mosbach einen von der Gemeindeverwaltung in Auftrag gegebenen Gewässerentwicklungsplan für den Mudbach mit seinen Nebengewässern vor, der den betroffenen Ortschaftsverwaltungen Mudau und Donebach bereits zur Kenntnisnahme vorlag.

Grundlage für die mit 17.118 Euro angesetzten Ingenieurleistungen ist die Tatsache, dass nach den Grundsätzen des Wassergesetzes Baden-Württemberg in Verbindung mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie solche Gewässer oder naturnahe Gewässer in ihrem Zustand erhalten werden. Für nicht natürliche oder naturnahe Gewässer ist ein naturnaher Zustand anzustreben. Aus diesem Grund hatte der Gemeinderat zu Anfang vergangenen Jahres die Ausarbeitung eines Gewässerentwicklungsplanes für den Mudbach mit seinen Nebengewässern in Auftrag gegeben. Dieser stellt zunächst den Ist-Zustand der Gewässer mit einer Gewässerbewertung fest und zeigt schließlich auch die möglichen Entwicklungsziele auf.

Allerdings wurde auch deutlich, die Gemeinde einige Maßnahmen durchführen darf, andere aber in einem bestimmten Zeitraum durchführen muss. Ein Ziel wäre das Reduzieren von Stoffeinbringungen (Dünger), die Ausweitung von wenig gedüngtem Grünland, Erhalten der naturnahen Abschnitte, Längsdurchgängigkeiten wieder herstellen (Verdolungen öffnen), Ufergehölze möglichst durchgängig pflanzen, um die Beschattung zu gewährleisten und zehn Meter Gewässerstreifen zu gewährleisten.




Walter Simon meinte jedoch, dass einzelne Abschnitte modifiziert werden könnten. Laut seiner Planung sollte am Sotteichgraben beispielsweise aktiv eingegriffen werden, um ihn umzugestalten. Und in der Nähe der Schule, wo an der Mud entlang Rasengittersteine eingebracht sind, sollten diese entfernt werden, damit sich der Mudbach seinen eigenen Weg mit manchmal auch ungemähten Randstreifen suchen könnte.

Der interessanteste und strittigste Punkt dürften die 120 verdolten Meter im Ort sein. Die Empfehlung ist nach wie vor, die Verdohlung so weit wie möglich zu öffnen und eine durchwanderbare Sole zu schaffen, um Fischen und Kleinlebewesen Raum zu bieten – die es hier gar nicht gibt.

Hier sah Gemeinderat Schölch jedoch eine Unverhältnismäßigkeit nach einem neuen Gewässerparagraphen, die Walter Simon aber nur bestätigen wollte, wenn man die Verdolung nicht sowieso dringend zur Sanierung öffnen müsste. Der vorläufige Plan soll jetzt den Fachbehörden zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden und würde dann als Grundlage für Förderanträge dienen. Dieser Gewässerentwicklungsplan für den Mudbach beinhaltet in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde die Mud selbst von der Quelle bis zur Landesgrenze mit 7,7 km Lauflänge, den Sotteichgraben mit seiner gesamten Lauflänge von 700 Metern, die Strüth mit 2,3 Kilometern, sowie die Unterläufe der Mittelklinge mit 300 Meter Lauflänge und des Donebachs mit 700 Metern im Ünglert. Bewertet wurde demnach eine reine Gewässerstrecke von 11,7 Kilometer mit Strecken der Note 1 (unverändert) bis Note 7 (vollständig verändert).

Diese Bewertung nahm das Gremium ebenso zur Kenntnis wie die Tatsache, dass die Förderung des Landes Baden-Württemberg für diesen Gewässerentwicklungsplan mit 70 Prozent bezuschusst, so dass ein Eigenanteil für die Gemeinde in Höhe von 5.018 Euro verblieb, der bereits im Verwaltungshaushalt 2013 eingestellt war.

Aus nicht öffentlicher Sitzung gab Bürgermeister Dr. Rippberger bekannt, dass man beschlossen habe, die Mudauer Schule in ihrer Zukunftsplanung zu unterstützen.

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