Grüne Delegation besucht Jugendstrafanstalt

Einrichtung von Wohngruppen dringlich – Hackschnitzelheizung soll im Sommer in Betrieb gehen.

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Die grünen Landespolitikerinnen Fraktionsvorsitzende Edith Sitzmann (4.v.l.i) und die Stellvertreterin MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel besuchten die JVA Adelsheim. (Foto: pm)

Adelsheim. (pm) Anlässlich der Grünen Regionalkonferenz in Mosbachs „Alter Mälzerei“ kam Edith Sitzmann, Vorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, am Montag in den Neckar-Odenwald-Kreis. Vor der Kundgebung und Diskussion am Abend führte sie ihr Weg in die JVA Adelsheim, um sich in dieser zentralen Landeseinrichtung über den Jugendstrafvollzug zu informieren. „Im Zuge unserer 4 Regionalkonferenzen im ‚Grünen daheim‘ im ganzen Land, besuche ich verschiedenste Einrichtungen und Firmen vor Ort, so wie heute die JVA Adelsheim“, so Edith Sitzmann bei Ihrem Besuch.  Begleitet wurde sie von MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, der Eberbacher Betreuungsabgeordneten für den NOK, die als stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Frauenpolitische Sprecherin fungiert.

Zunächst stellte Regierungsdirektorin Maida Dietlein die Entwicklung des im Februar 1974 als Reformanstalt in Betrieb gegangenen Jugendgefängnisses vor und erläuterte den Politikerinnen den jährlichen Strukturbericht des kriminologischen Dienstes Baden-Württemberg. Dringendstes Anliegen der Anstaltsleitung ist es, dem seit 2008 gesetzlich vorgeschriebenen Wohngruppenvollzug durch konkrete Schritte näher zu kommen. Hierbei geht es um das Erlernen von sozialen Kompetenzen in einem überschaubaren Gruppengefüge von nicht mehr als zwölf Bewohnern.




„Das Bundesverfassungsgericht hat der Politik im Mai 2006 diese Aufgabe gestellt, zumindest auf einen Einstieg in den Wohngruppenvollzug hoffen wir in dieser Legislatur.“ Da ein Umbau der vorhandenen Gebäude aufgrund der mangelhaften Bausubstanz nach Berechnungen des Hochbauamtes absolut unwirtschaftlich sei, müsste ein Neubau eines entsprechend gestalteten Hafthauses Vorrang erhalten, dafür bitte man um Unterstützung aller Landtagsfraktionen.

Frau Sitzmann die auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Landesstiftung Baden-Württemberg ist, erkundigte sich nach dem Antrag der Anstalt an die Landesstiftung auf Förderung der „positive peer group culture“. Kontinuierliche Beziehungsarbeit und die Erzeugung einer förderlichen Gruppenkultur seien die wesentlichen Erziehungsfaktoren neben der schulischen und beruflichen Ausbildung der Jugendlichen, begründete Frau Dietlein im Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden Eine solche Betreuung könne im Moment nicht ausreichend gewährleistet werden. Mit Hilfe der Landesstiftung wolle man im Rahmen eines Projektes insbesondere erproben, inwieweit Erfahrungen aus Jugendhilfe und Jugendstrafvollzug in freien Formen auf den geschlossenen Vollzug übertragbar sind. Bei der Besichtigung eines Hafthauses überzeugten sich die Besucherinnen von der Lage vor Ort.

Im Anschluss hieran wurde gemeinsam die neu erbaute Hackschnitzelanlage besichtigt. Diese soll im Laufe des Sommers in Betrieb genommen werden und die gesamte Anstalt mit Wärme versorgen. Auch Bürgermeister Klaus Gramlich, selbst im Anstaltsbeirat engagiert, war vor Ort um die Gäste zu begrüßen und sich von der Bausituation zu überzeugen. Er betonte das gute Miteinander im Genehmigungsverfahren. Für Frau Sitzmann hatte er ein Geschenk in Grün dabei, den Kunst-Radführer zum Skulpturenradweg – für die begeisterte Rad-Urlauberin ein inspirierendes Geschenk.

© www.NOKZEIT.de




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