Ortsbild soll weiter aufgewertet werden

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(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Seit Jahren wird die Zielsetzung verfolgt, das schon lange leer stehende ehemalige Gasthaus „Lamm“ einer neuen Nutzung zuzuführen und so diese wichtige Stelle im Ortsbild und am südlichen Ortseingang von Seckach gestalterisch und funktionell aufzuwerten. Bislang war dies in der ersten städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme nicht gelungen, betonte Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen der Gemeinderatssitzung.

In der nun in der Durchführung befindlichen Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte Seckach II“ wurde diese Aufwertung zusammen mit dem Bahnhofsareal und dem ehemaligen Empfangsgebäude von Beginn an als Ziel formuliert. Nach zahlreichen Gesprächen mit Grundstückseigentümern bezüglich der Grundstücke und mit der Eigentümerfamilie des ehemaligen Gaststättengrundstücks sowie mit dem Denkmalschutzamt wegen des Gasthausgebäudes, konnten nun Lösungsansätze erarbeitet werden.

Einen ausführlichen Sachstandsbericht, in dem auch deutlich wurde, dass von dem großzügigen Förderrahmen in Höhe von 3,6 Mio. Euro in der Ortsmitte Seckach II bereits 3,1 Mio. investiert sind und dass davon die enorme Summe von 790.000 Euro von Privat genutzt wurden, gab Sanierungsberater Paul Kessler wieder, der auch den anfänglichen Rückschlag bezüglich Bahnhofsgebäude durch Inaktivität eines als verlässlich geglaubten Investors und die aktuelle Verbindung mit dem regionalen Bauträger Sommer & Lauber aus Königshofen in seine Ausführungen mit einbezog. Dessen Geschäftsführer Roland Lauber stellte seinen verfeinerten Entwurf der Bebauung mit barrierefreien Wohnungen in zwei zweigeschossigen Baukörpern mit Staffeldachgeschoss als Penthouse-Lösung  und einer Tiefgarage vor. Gleichzeitig soll das ehemalige Gasthaus „Lamm“ erhalten und modernisiert werden.

In den beiden Neubauten werden je fünf Wohnungen untergebracht sein (jeweils zwei im Erd- und Obergeschoss und je eine Penthouse). Im Erd- und Obergeschoss sieht der Planer momentan je eine Zweizimmer- und eine Vierzimmerwohnung vor; das planerische Konzept ist aber so flexibel, dass auch zwei Dreizimmerwohnungen denkbar wären. Mit den fünf Wohnungen im Bestandsgebäude „Lamm“ spricht man von insgesamt 15 Wohneinheiten. Neben der Möglichkeit, den ebenerdigen Eingang von der Straße her bzw. die Treppenhäuser zu benutzen, werden alle Wohnungen auch von der Tiefgarage aus direkt über einen Aufzug und „Laubengänge“ barrierefrei erreichbar sein. Damit beinhaltet die Planung auch die Bereitstellung von Wohnungen für ältere Mitbürger mit eingeschränkter Mobilität, wobei die Bewohner lediglich Versorgungsdienstleistungen in Eigeninitiative sicherstellen müssten.

Roland Lauber hat einen Quadratmeterpreis von 1.800 Euro, den Tiefgaragenplatz für 12.500 Euro errechnet und wird nur mit dem Bau beginnen, wenn mindestens 90 Prozent der Wohnungen verkauft sind. Die Neubauten sind innerhalb von 15 Monaten realisierbar, für das ehemalige Gasthaus Lamm müsste voraussichtlich mehr Zeit eingerechnet werden, vor allem sind hier noch einige Unsicherheitsfaktoren mit dem Denkmalamt zu klären. Da auch die finanziellen Aspekte des knapp 4 Mio.-Euro umfassenden Gesamtpakets mit einer 60-prozentigen Förderung im Rahmen des Bund-Länder-Sanierungsprogramms zu stemmen sind, nahm der Gemeinderat die Vorstellung der 1. Entwurfsplanung für eine barrierefreie Wohnanlage auf dem „Lamm-Areal“ zustimmend zur Kenntnis. Gleichzeitig wurde die Gemeindeverwaltung mit der fristgerechten Aufnahme entsprechender Planungen und Verwaltungstätigkeiten wie z.B. Vorbereitung des Aufstockungsantrags im LRP-Programm, des Grunderwerbs, der Abbrucharbeiten usw. beauftragt.

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