Neuer Bettentrakt mit 77 Betten

Wichtige Etappe auf dem Weg zur Gesamtsanierung

Buchen. „Der Patient lebt und er glaubt an seine eigene Zukunft“. Dieser Satz, den Landrat Dr. Achim Brötel in seiner Begrüßungsansprache zur feierlichen Einweihung des neuen Bettentrakts der Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen zitierte, schwebte wie ein unsichtbares Motto über der gelungenen Veranstaltung, zu der sich viel Prominenz direkt vor Ort versammelt hatte. Sie alle waren gekommen, um einzuweihen, was in zwei Jahren Bauzeit für rund 11,2 Millionen Euro Baukosten geschaffen wurde: ein neuer Bettentrakt mit 77 Betten in Ein- und Zweibettzimmern und jeweils eigenen Nasszellen auf höchstem Niveau. Zimmer, die bereits bezogen wurden und einhellig gelobt werden.

Einmal mehr bekannte sich der Landrat für den Landkreis als Träger der Kliniken nachhaltig zur dauerhaften Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Ländlichen Raum: „Unsere Neckar-Odenwald-Kliniken sind unverzichtbar, was sich auch in den Patientenzahlen niederschlägt. Seit der Umgründung zu einer gGmbH 2007 haben wir trotz sinkender Einwohnerzahlen bei den stationären Patienten eine Zunahme um mehr als 10 Prozent und bei den ambulanten Fällen sogar um mehr als 35 Prozent zu verzeichnen.“ Das habe sich auch im 1. Quartal 2014 so fortgesetzt: „Wenn sich das so im Laufe des Jahres bestätigt, sind wir auf dem richtigen Weg.“

Nach dem Dank des Landrats an die Belegschaft mit Geschäftsführer Norbert Mischer, der die nötigen Dinge zielstrebig angepackt habe, ergriff Ministerialdirektor Jürgen Lämmle aus dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg das Wort. Er bezeichnete den Bau des Bettentrakts als „wichtige Etappe auf dem Weg zur Gesamtsanierung“ und bekannte sich zur Verantwortung des Landes hinsichtlich der Investitionsförderung, die die Landesregierung massiv aufgestockt habe. Tatsächlich hat das Land den förderfähigen Bau des Bettentraktes und die noch im Bau befindliche Zentrale Patientenannahme mit zehn Millionen Euro bezuschusst. „Ohne diese nachhaltige Unterstützung durch das Land, die wir immer wieder erfahren durften, gäbe es die Kliniken in dieser Form heute sicher nicht mehr“, hatte zuvor schon der Landrat bekannt. Lämmle forderte den Bund hinsichtlich der Krankenhausfinanzierung auf, „positive Ansätze“ wachsen und Wirklichkeit werden zu lassen und stellte einen nahtlosen Fortgang der Sanierung in Buchen in Aussicht.

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Prof. Linus Hofrichter von Sander.Hofrichter Architekten (Ludwigshafen) nahm die Schlüsselübergabe vor: „Wir haben in enger Kooperation mit der Belegschaft die Strukturen geschaffen, die es braucht, um das Haus vernünftig in eine gute Zukunft zu führen.“ Den Reigen der Grußwortredner eröffnete Alois Gerig MdB, der auch im Namen seiner ebenfalls anwesenden Abgeordnetenkollegin Margaret Horb unter anderem auf die wichtige Signalwirkung der Baumaßnahme einging: „Wir zeigen, dass wir zusammenhalten, was schon immer eine Stärke des Ländlichen Raumes war.“ Dr. Dorothee Schlegel MdB ging auf die Gesundheit als wichtigstes Gut ein und betonte, wie falsch es wäre, gerade hier zu sparen. Fraktionsvorsitzender Peter Hauk MdL bekannte sich wie seine Vorredner zur dualen Krankenhausfinanzierung und pochte auf eine verstärktes Eingreifen des Bundes und der Krankenkassen: „Dezentralität hat nun mal ihren Preis.“ Dass die Modernisierung des Buchener Hauses überfällig gewesen sei, konstatierte Charlotte Schneidewind-Hartnagel MdL. Die von der Landesregierung zusätzlich bewilligten Fördermittel bekämen hier nun „Gesicht und Gestalt“. Als „ausgesprochen freudiges Ereignis nach vielen schlechten Nachrichten“ bezeichnete Buchens Bürgermeister Roland Burger die Einweihung, über die freilich die Modernisierung der noch auf dem alten Stand verbliebenen Mehrbettzimmer nicht vergessen werden dürfte. Und Simon Schreiweis vom Personalrat erklärte: „Was hier gebaut und saniert wird zum Wohle der Bevölkerung, das kann sich sehen lassen. Kommen sie als Patient und lassen sie sich davon überzeugen!“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freilich wollten ohne schädliches „Störfeuer“ endlich einfach auch wieder nur in Ruhe ihre gute Arbeit machen. Christina Kratzer, die mit ihrer kraftvollen Stimme für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung gesorgt hatte, brach in sehr persönlichen Worten eine Lanze für die Pflege, bei der die Menschlichkeit mehr und mehr verloren zu gehen drohe: „Unser Berufsbild muss bundesweit neu und positiv gestaltet werden.“

Die kirchliche Weihe schließlich nahm Dekan Johannes Balbach vor, der auch im Namen der wegen Krankheit verhinderten Pfarrerin Irmtraud Fischer sprach. Ein Rundgang durch den neuen Bettentrakt schloss sich nach dem Schlusswort von Geschäftsführer Norbert Mischer an, der trotz aller Ernsthaftigkeit ein Augenzwinkern nicht missen mochte: „Ein Lächeln muss immer noch drin sein.“

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