1. OB-Check Mosbach – Warum Sie?

Michael Jann

(Foto: pm/Archiv)

Mosbach. Als einziger Kandidat steht Amtsinhaber Michael Jann am Sonntag, den 29.06.14, auf dem Stimmzettel der Oberbürgermeisterwahl in Mosbach. Der Wahlausgang ist somit bereits im Vorfeld klar, denn ohne Gegenkandidat wird OB Jann für weitere acht Jahre auf den Chefsessel im historischen Mosbacher Rathaus gewählt. Dennoch war er bereit, sich den Fragen des NOKZEIT-(Ober)Bürgermeister-Checks zu stellen.

Von heute an werden wir die Antworten des Bewerbers vorstellen.

1. Was qualifiziert Sie dafür, Stadtoberhaupt von Mosbach zu bleiben? Wo sehen Sie Ihre Stärken und wo – auch wenn man darüber ungerne spricht – Ihre Schwächen? Warum sollten die Menschen für Sie stimmen? Werden Sie von einer Partei unterstützt?

OB Michael Jann: Ich denke dazu zählen insbesondere Leistungswille und -bereitschaft, Qualifikation, Erfahrung und schlussendlich auch die Erfolge der jetzt endenden Wahlperiode. Wie vielleicht der ein oder andere weiß, bin ich von der Ausbildung her Volljurist und habe mich im Studium sowie im Referendariat insbesondere durch Belegung der entsprechenden Wahlfächer für den Bereich öffentliches Recht qualifiziert. Seit 1992 bin ich in der Kommunalverwaltung in führenden Positionen, zunächst beim Landratsamt als Leiter des Ordnungsdezernates und ab 1996 in gleicher Funktion für den Fachbereich Jugend und Soziales, tätig gewesen. Weitere Funktionen waren dort Geschäftsführer der Beschäftigungsgesellschaft DIGENO und Prokurist bei der AWN. Somit konnte ich durch unterschiedliche Funktionen einmal in der Eingriffsverwaltung sowie der Leistungsverwaltung, wie auch der Tätigkeit bei den genannten privatrechtlich organisierten Gesellschaften wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln. In den fünf Jahren als Erster Beigeordneter bei der Stadt Mosbach hatte ich die Gelegenheit, mich sehr gut auf die spätere Tätigkeit als Oberbürgermeister vorzubereiten. In den vergangenen acht Jahren als Oberbürgermeister konnten Gemeinderat, Stadtverwaltung und ich Positives bewirken. Dabei möchte ich betonen, dass dies eine Gemeinschaftsleistung ist und keineswegs allein auf meine Person zurückzuführen ist. Ohne einen engagierten Gemeinderat und kompetente Mitarbeiter ist auch für einen Oberbürgermeister wenig zu bewegen. Ich kann Motor, Ideengeber sein und anregen, umsetzen können wir die Projekte allerdings, wie bereits betont, nur gemeinsam. Erlauben Sie mir beispielhaft nur die wichtigsten Projekte der vergangenen acht Jahre in chronologischer Reihenfolge zu benennen:

  • beide Mosbacher Gymnasien werden zu offenen Ganztagesschulen
  • Durchführung der Sanierung im Gebiet Eisenbahnstraße, Majolika, Bleichwiese mit Errichtung ZG Raiffeisenmarkt und Fachmarktzentrum, sowie Wohnanlagen der Bormann Stiftung, Johannes Diakonie und der Familienheim Mosbach
  • Kooperationsprojekt Biogasanlage Lohrbach der Stadtwerke mit einem ansässigen Landwirt
  • Gründung der Arbeitsgemeinschaft Mosbacher Sportvereine, Einführung eines Sportbeirates und Einstellung eines Sportbeauftragten
  • Hardberg-Förderschule wird ebenfalls Ganztagesschule
  • Pflastersanierung in der Mosbacher Altstadt und Begrünungsaktion
  • Fußballfandorf im Elzpark
  • Grundsanierung der Donauschwabenstraße
  • Fertigstellung B 27 Bauabschnitt II/1 mit neuer Unterführung in die Alte Neckarelzer Straße und des Haltepunktes West der S – Bahn
  • Umsetzung der Werkrealschulkonzeption
  • Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrgerätehauses in Lohrbach
  • Fertigstellung der neuen KZ – Gedenkstätte
  • Erschließung Gewerbegebiet Weißes Feld II
  • Sanierungsgebiet Mosbacher Altstadt mit zunächst 3,3 Mio € Förderrahmen, jetzt aufgestockt auf 5,8 Mio €
  • Grundsanierung der Industriestraße und der Neckarbrücke nach Obrigheim
  • Bau des Bürgerzentrums in Sattelbach
  • Neubau Kreisverkehr Heidelberger Straße / Bahnhofstraße in Neckarelz
  • Bau des neuen Quartiers an der Bachmühle
  • Baubeginn der Diakonie Klinik

Dazu kommt noch eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen, deren Aufzählung aber den Rahmen sprengen würde.

Ja, nun zu positiven Eigenschaften. Ich denke, ich bin ein Mensch, der rational und strategisch denken kann, dann planvoll handelt und zielstrebig die Umsetzung angeht, aber auch das menschliche Moment dabei nicht aus den Augen verliert.

Ich glaube, dass ich anderen gut zuhören kann und ein gewisses diplomatisches Geschick im Umgang mit Menschen habe. Zudem „bilde ich mir ein“ nicht beratungsresistent zu sein und gute Vorschläge meiner Mitmenschen positiv aufzugreifen. Zudem muss man in diesem Beruf auch belastungsfähig sein.

Nun zu den negativen Eigenschaften. Bei realistischer Selbsteinschätzung dürfte wohl die Ungeduld meine negative Eigenschaft sein. Wenn ich einmal eine Idee habe, dann würde ich diese am liebsten gestern schon umgesetzt und verwirklicht haben. Aber ich denke, dass mein Umfeld damit mittlerweile ganz gut umgehen kann.

Zu dem letzten Teil ihrer ersten Frage kann ich Ihnen sagen, dass ich, wie auch bei meiner ersten Wahl, als unabhängiger Kandidat antrete. Man ist eben nicht nur Oberbürgermeister der eigenen Parteimitglieder, sondern der aller Bürger. Dies halte ich im Übrigen auch so im Gemeinderat.

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