Alois Gerig lehnt EEG-Reform ab

Für die Entwicklung im ländlichen Raum enttäuschend

Plenarreden Alois Gerig Foto Deutscher Bundestag Achim Mende 1

Der Wahlkreisabgeordnete Alois Gerig – hier auf einem Archivfoto – stimmte gegen die Reform des EEG. (Foto: Deutscher Bundestag / Achim Mende)

Berlin. (pm) Der Bundestag hat am Freitag die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Odenwald-Tauber, Alois Gerig, votierte bei der Abstimmung gegen das Gesetz. „Der Reform fehlt es an Ausgewogenheit – Photovoltaik auf Autobahn- und Bahnrandstreifen wird weiter gefördert, während die Strom- und Wärmegewinnung aus Biomasse ins Abseits gestellt werden soll“, begründete der Abgeordnete sein „Nein“.

Im neuen Gesetz wird die Vergütung für Strom aus Biomasse so gering angesetzt, dass kaum mehr neue Biogasanlagen gebaut werden. „Für die ländlichen Räume wie die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber sind die Neuregelungen für die Biomasse keine gute Nachricht – Investitionen in neue Anlagen und Nahwärmenetze werden unterbleiben“, kritisiert Alois Gerig. Dem ländlichen Raum werde die Möglichkeit genommen, die Wertschöpfung aus nachhaltig erzeugter Biomasse, insbesondere Reststoffe aus der Tierhaltung und dem Ackerbau, weiter auszubauen.

Alois Gerig befürchtet, dass durch die Reform das Engagement zahlreicher Kommunen, landwirtschaftlicher Betriebe und Energiegenossenschaften für eine dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse ausgebremst wird – für die Akzeptanz der Energiewende im ländlichen Raum sei dies nicht förderlich. Für die Schlechterstellung von Biomasse hat der Agrarpolitiker kein Verständnis: „Unser Energiesystem braucht die flexible Stromproduktion aus Biomasse, um die Produktionsschwankungen bei Wind- und Sonnenstrom ausgleichen zu können. Dass zum Ausgleich dieser Produktionsschwankungen fossile Kraftwerke in Bereitschaft stehen müssen, ist unter klimapolitischen Gesichtspunkten der falsche Weg.“

Positiv ist, dass es in den schwierigen Gesetzesberatungen gelungen ist, den Bestands- und Vertrauensschutz für bestehende und in Bau befindliche Anlagen zu erreichen. Da Biomasse zur Stromversorgung und Netzstabilität einen wichtigen Beitrag leisten kann und darüber hinaus auch Wärme liefert, ist Alois Gerig von der Zukunft dieses Energieträgers überzeugt. Der Abgeordnete gab im Bundestag eine persönliche Erklärung zu Protokoll, in der er bei aller Kritik auch die positiven Seiten des umfangreichen Reformpaktes betont: „Das Ziel dieses Gesetzes, den Ausbau der erneuerbaren Energien besser zu steuern, die Ausbaukosten zu begrenzen und so die Akzeptanz der Energiewende zu sichern, ist grundsätzlich richtig.“

Eine weitere richtige Weichenstellung sind für Alois Gerig die neuen EU-konformen Entlastungsregelungen für energieintensive Wirtschaftszweige: „Die Entlastung von Unternehmen mit hohem Stromverbrauch ist gerechtfertigt, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze in Deutschland  sichern.“

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3 Kommentare

  1. Ich verstehe den Alois nicht, mit der Biogasverstromung hat sich langsam aber sicher eine agrartechnische Monokultur entwickelt.Dies kann nicht Sinn und Zweck des Programms sein.Gerig spricht hier eindeutig für ein Lobby,deren Gewinn sich auf ein paar wenige konzentriert.Man sollte lieber den Bürgern in Sachen Eigenenergie besser fördern anstatt wieder mal Monopole zu züchten,deren Erfolg von den Selben verbucht werden und die Misserfolge auf den Bürger angewälzt werden.Also lieber Alois Gerig,Sie haben am Wähler vorbei entschieden.Man sollte ab und zu mal dem Volk aufs Maul schauen,da kann man lesen was gewollt oder nicht gewollt wird.

  2. Gerig ist Bauer und Bauer-Lobbyist. Was gibt es da nicht zu verstehen?

    Übrigens hat auch er mit seiner Stimme im Bundestag dafür gesorgt, dass es nun in der EU einen Flickenteppich an Agrar-Gentechnik geben wird, was durch Samen- und Bienenflug über die Jahre dazu führt, was in Amerika schon längst der Fall ist: Z.B. wird es keinen gentechnikfreien Mais mehr geben.

    Gerig ist also ein Lobbyist der Großbauern. Denn die kleinen Bauern im NOK können nur überleben, wenn sie sich spezialieren, also ihre REGIONALEN Produkte vermarkten oder auf Bio umstellen. Genpflanzen machen das zunichte.

  3. „Schwarzer Freitag für die Bürgerenergiewende und das Klima“

    Ein schwarzer Freitag war es für die Bürgerenergiewende und das Klima, als die Große Koalition die EEG-Novelle am 27. Juni beschloss. Die „Energiewende von unten“ tragen die Bürger selbst, die Bürgerenergiegenossenschaften und viele Stadtwerke. Die großen Energieversorger haben bisher nur 5% der Investitionen in erneuerbare Energien getätigt. Die GroKo bricht ihre Versprechen – es bleibt unsozial. Die Strompreise für die Bevölkerung werden weiter steigen. Die großen Betriebe hingegen erhalten Nachlässe in Höhe von 5 Milliarden (bezahlen die Verbraucher) und kaufen zudem weiterhin an der Strombörse zu Schleuderpreisen. Hoch subventioniert und gleichzeitig unsicher (Ukraine, Umweltschäden für viele Generationen) bleibt die Atom- und Kohleverstromung, letztere ist der CO2-Treiber Nr. 1.

    Das zweite Ziel, die Marktintegration der erneuerbaren Energien, soll mit Restriktionen für Sonne und Wind erreicht werden statt dass Speichertechnologien massiv gefördert werden. So befördert Wirtschafts- und Klimaminister Gabriel entgegen seinem politischen Auftrag die nächsten Betriebsinsolvenzen und tödliche Schäden durch vermehrt auftretende Wetterextreme! Und das soll sozial, und das soll christlich sein? Ein Gutes hat es: Immer mehr Menschen denken selber gründlich nach und werden aktiv. Darin liegt Hoffnung!

    Christine Denz, Mosbach, S.U.N.-Vorsitzende, 4. Juli 2014

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