Neue Wege für die Flüchtlingsbetreuung

Grüne beantragen „Unterbringungskonzept Asyl“

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Haus am Wald der Johannes-Diakonie. Die Kreistags-Grünen wollen ein „Unterbringungskonzept Asyl“.  (Foto: privat/Archiv)

Neckar-Odenwald-Kreis. (dz)  Es brennt an vielen Stellen auf der Welt. In den Asylbewerbern kommen uns diese Krisenregionen nahe. Es sind unvorstellbare Schicksale und schreckliche Erlebnisse, die selbst vor Kindern nicht haltmachen. Unsere Mitmenschlichkeit und ebenso die politische und wirtschaftliche Vernunft sowie unsere Gesetze gebieten uns, die Flüchtlinge zu beherbergen und ihnen eine Perspektive zu bieten. „Wir können froh und dankbar sein, dass wir so etwas nicht mitmachen müssen. Mit Freude beobachten wir, dass viele Menschen und Institutionen Wege suchen und verwirklichen. Auch wir werben für Akzeptanz und setzen uns für Lösungen ein“, so Simone Heitz, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises.

Die grüne Kreistagsfraktion hat einen Antrag „Unterbringungskonzept Asyl“ eingebracht. Mit ihm verfolgt sie ein nachhaltig wirkendes Konzept und bringt kreative Vorschläge ein, wie die Flüchtlinge angemessen betreut und in unsere Gesellschaft integriert werden können. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der alle gefordert seien, nicht nur der Landkreis. Die Kommunen müssen von Anfang an mit beteiligt werden. Denn nach der neuen Gesetzeslage in Baden-Württemberg, nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz  FlüAG, das ab 2014 gilt, darf die sog. „vorläufige Unterbringung“ in Gemeinschaftsunterkünften wie z. B. in Hardheim höchstens zwei Jahre dauern. Spätestens danach sollen die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen in den Gemeinden wohnen, was aber auch bereits gleich nach ihrer Ankunft sein darf. Dabei geht es sowohl um Wohnraum als auch um Unterstützung für ein menschenwürdiges und selbst verantwortliches Leben der Kinder und Erwachsenen. Erfahrungsgemäß sind viele anerkannte Flüchtlinge gleichberechtigte Mitglieder unserer Bevölkerung geworden. Angesichts des sich abzeichnenden Arbeitskräftemangels zeigt sich in vielen Fällen, dass eine erfolgreiche Integration, wie sie z. B. während des Kosovo-Krieges in 1992 und später erfolgt ist, den Kommunen und der Kreisbevölkerung genutzt hat. Damals kamen über 400.000 Flüchtlinge. Heute geht es um die Hälfte. 

Die Grünen meinen, dass man in der heutigen schwierigen Situation auch neue Wege gehen kann. Gute Erfahrungen gibt es mit dem langjährigen ehrenamtlichen Engagement in Hardheim („Dienst am Nächsten e.V.“) und  mit dem neu gegründeten AK Asyl Mosbach. Über die Kirchen bringen sich viele ein. Diese sollten von Beginn an mit einbezogen werden. Gefragt sind jedoch nicht nur die christlichen Kirchen, sondern auch Glaubensgemeinschaften und muslimische Organisationen. Gerade diese sind vielen Flüchtlingen vertraut, was unter anderem eine gemeinsame Sprache betrifft. Ebenso können die Vereine mitmachen, die ein wichtiger Träger unseres gesellschaftlichen Lebens mit hoher Integrationskraft sind. Sport und Musik verbinden auch ohne Worte!

In dem Antrag sind weitere Vorschläge zur Bündelung der vielen ehrenamtlichen Kräfte durch die Landkreisverwaltung enthalten, nachzulesen unter www.gruene-nok.de. Mit Freude und Anerkennung stellen die grünen Kreistagsmitglieder fest,  dass die Verwaltung des Landratsamtes und viele Bürger und Bürgermeister im Landkreis sich aufgeschlossen für die Nöte der Flüchtlinge zeigen und dass sie gleichzeitig bestrebt sind, die Bürger und Gemeinden ernst- und mitzunehmen. „Wir sollten ein  freundliches Klima für die Flüchtlinge bereiten und sind von dem gegenseitigen Nutzen überzeugt“, so abschließend Kreisrätin Christine Denz, auch Mitglied des Arbeitskreises Asyl Mosbach.

 

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