Schizophrenie im Mosbacher Rathaus

Einrichtungen präsentieren sich beim Tag der Seelischen Gesundheit

Mosbach. (pm) Welche Angebote gibt es für Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Region um Mosbach? Diese Frage wurde im Mosbacher Rathaus beim Tag der Seelischen Gesundheit beantwortet, bei dem sich Einrichtungen aus dem gesamten Neckar-Odenwald-Kreis mit Infoständen präsentierten. Das Ziel der jährlichen Veranstaltung: Ein breites Publikum über psychische Erkrankungen informieren und das Bewusstsein für seelische Probleme schärfen.

Bei Vorträgen erläuterten Experten den Besuchern verschiedene Aspekte psychischer Beeinträchtigungen. Bei Mitmachaktionen konnten Interessierte selbst Erfahrungen rund um Kunst und Gestaltungstherapie machen diese Therapieformen kennenlernen. Eingeladen hatte der Gemeindepsychiatrische Verbund im Neckar-Odenwald-Kreis. Den Anlass für die Veranstaltung bildete der Welttag der Seelischen Gesundheit. Dessen diesjähriges Schwerpunktthema lautete Schizophrenie.

Der Leiter des Geschäftsbereichs Gesundheit in der Johannes-Diakonie, Alexander Straus, und Dr. Karsten Rudolf, Ärztlicher Direktor der Diakonie-Klinik Mosbach, die von der Johannes-Diakonie getragen wird, begrüßten die Zuhörer im vollbesetzten Rathaussaal.  Das Thema psychische Erkrankungen sei noch nicht genügend in der Öffentlichkeit angekommen, betonte Rudolf einleitend: „Umso wichtiger ist es, Aufklärung zu leisten und Einblicke in unsere Arbeit zu gewähren.“ Dr. Burkhard Lang, Chefarzt der Neuro-Psychiatrischen Klinik der Johannes-Diakonie, wies auf das zehnjährige Bestehen des Tages der Seelischen Gesundheit hin. In den zehn Jahren habe sich viel getan. „Wir haben inzwischen zwar eine deutlich bessere Versorgung“, erklärte er. „Aber wir müssen jeden Tag daran arbeiten, dass dies so bleibt.“

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Bei Vorträgen im Rathaussaal informierten sich die Besucher beim Tag der Seelischen Gesundheit über psychische Erkrankungen. (Foto: pm)

In drei Vorträgen wurden verschiedene Aspekte der Schizophrenie näher beleuchtet. Dr. Karsten Rudolf berichtete über Psychosen im Kinder- und Jugendalter. Dr. Burkhard Lang fasste die Besonderheiten von Schizophrenie bei Menschen mit Intelligenzminderung zusammen. Der Ärztliche Leiter des Zentrums für Psychische Gesundheit Neckar-Odenwald, Dr. Tobias Link, stellte in seinem Vortrag die Symptomatik der Schizophrenie bei Erwachsenen dar. Link betonte, dass deren Behandlung nur durch multiprofessionelle Teams und eine enge Vernetzung der beteiligten Fachleute gelingen kann.

An Ständen verschiedener Träger der Versorgung psychisch Kranker im Neckar-Odenwald-Kreis konnten sich die Besucher davon überzeugen, dass die Region sehr differenzierte Behandlungsangebote vorhält. Vertreten waren unter anderem die Johannes-Diakonie Mosbach, das Berufsbildungswerk Mosbach-Heidelberg, die Neckar-Odenwald-Werkstätten, AWO, Diakonisches Werk, das Psychiatrische Zentrum Nordbaden und das „Bündnis gegen Depression“ sowie Kindler`s Buchhandlung.

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